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Philosophie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Kritik der Gottesbeweise (Kant, Hume)

Aktive Lernformate eignen sich besonders für dieses Thema, weil die Kritik an Gottesbeweisen oft abstrakt erscheint, aber durch Diskussionen und Rollenspiele konkret und greifbar wird. Schülerinnen und Schüler durchdringen komplexe Argumente besser, wenn sie diese in Debatten oder Analysen selbst anwenden und hinterfragen können.

KMK BildungsstandardsKMK-DE-PH-10.3KMK-DE-PH-10.4
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Pro und Contra Gottesbeweise

Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Verteidiger und Kritiker der Beweise. Jede Gruppe bereitet Kants oder Humes Argumente vor, präsentiert 5 Minuten und diskutiert gegenseitig. Schließen Sie mit Abstimmung und Reflexion ab.

Analysieren Sie Kants Kritik an den klassischen Gottesbeweisen.

ModerationstippStellen Sie in der Debatte klare Regeln auf, damit alle Argumente strukturiert und respektvoll vorgebracht werden können.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem der klassischen Gottesbeweise (ontologisch, kosmologisch, teleologisch). Bitten Sie die Schüler, eine kurze schriftliche Antwort zu geben, die eine zentrale Kritik von Kant oder Hume an diesem spezifischen Beweis zusammenfasst.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Kant kontra Anselm

Paare verkörpern Kant und Anselm in einem Dialog. Ein Schüler argumentiert ontologisch, der andere kritisiert. Nach 10 Minuten wechseln Rollen, dann Plenumdiskussion über Schwächen.

Erklären Sie Humes Einwände gegen den teleologischen Gottesbeweis.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten Sie als Moderator die Argumente von Kant und Anselm auf Karten vorbereiten, damit die Schüler diese direkt gegenüberstellen können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwieweit kann die menschliche Vernunft die Frage nach der Existenz Gottes beantworten?' Leiten Sie eine Klassendiskussion, in der Schüler die Positionen von Kant und Hume darlegen und eigene Argumente für die Grenzen oder Möglichkeiten der Vernunft formulieren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Gruppenpuzzle40 Min. · Kleingruppen

Galerie-Spaziergang: Hume-Analyse

Gruppen erstellen Poster zu Humes Einwänden am Teleologie-Beweis. Schüler wandern durch die Galerie, notieren Fragen und diskutieren in Plenum.

Bewerten Sie die Grenzen der Vernunft bei der Beantwortung der Gottesfrage.

ModerationstippBeim Galerie-Spaziergang verteilen Sie Humes Texte auf Plakaten und bitten die Schüler, mit Klebepunkten die stärksten Gegenargumente zu markieren.

Worauf zu achten istPräsentieren Sie kurze Argumentationsfragmente, die entweder Kants oder Humes Kritik ähneln. Bitten Sie die Schüler, durch Handzeichen (z.B. Daumen hoch für Kant, Daumen runter für Hume) zu signalisieren, wessen Argumentationsstil sie erkennen, und kurz zu begründen, warum.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Gruppenpuzzle25 Min. · Einzelarbeit

Argumentationskarten: Grenzen der Vernunft

Verteilen Sie Karten mit Beweisfragmenten. Individuen sortieren und kritisieren sie, teilen dann in Kleingruppen Erklärungen.

Analysieren Sie Kants Kritik an den klassischen Gottesbeweisen.

ModerationstippBei den Argumentationskarten geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem falschen Argument und lassen ihn die Kritik mit einer passenden Karte aus dem Unterricht ergänzen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem der klassischen Gottesbeweise (ontologisch, kosmologisch, teleologisch). Bitten Sie die Schüler, eine kurze schriftliche Antwort zu geben, die eine zentrale Kritik von Kant oder Hume an diesem spezifischen Beweis zusammenfasst.

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Schüler oft unkritisch mit Gottesbeweisen umgehen, bis sie diese selbst hinterfragen müssen. Vermeiden Sie es, die Kritik vorwegzunehmen – lassen Sie die Schüler stattdessen in Rollenspielen oder Debatten selbst die Widersprüche entdecken. Nutzen Sie historische Texte von Kant und Hume als Grundlage, aber fordern Sie die Schüler auf, die Argumente in moderne Kontexte zu übertragen, um die Relevanz zu verdeutlichen.

Nach den Aktivitäten können die Schülerinnen und Schüler die zentralen Kritikpunkte von Kant und Hume an den Gottesbeweisen benennen und an konkreten Beispielen erläutern. Sie erkennen die Grenzen der Vernunft in metaphysischen Fragen und können eigene Argumentationsstränge entwickeln.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Debatte 'Pro und Contra Gottesbeweise' halten viele Schüler ontologische Argumente für logisch unangreifbar.

    Fordern Sie die Schüler auf, Kants Kritik an Existenz als Prädikat konkret an Anselms Definition zu prüfen. Lassen Sie sie mit Beispielen wie 'Ein rundes Quadrat' zeigen, dass Begriffe allein keine Existenz beweisen.

  • Während des Rollenspiels 'Kant kontra Anselm' glauben einige Schüler, Vernunft könne Gottes Existenz eindeutig beweisen oder widerlegen.

    Nutzen Sie die Rollenkarten, um Kants Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Urteilen zu thematisieren. Die Schüler müssen erkennen, dass metaphysische Existenzfragen nicht durch reine Vernunft lösbar sind.

  • Während des Galerie-Spaziergangs 'Hume-Analyse' gehen Schüler davon aus, die Naturordnung beweise direkt einen intelligenten Schöpfer.

    Bitten Sie die Schüler, auf den Plakaten Analogien zu finden, die Humes Kritik stützen, z.B. 'Eine Uhr beweist einen Uhrmacher – aber ein Wald?' und gemeinsam zu diskutieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden