Skip to content
Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Farbe als Ausdrucksträger: Expressionismus

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler durch praktische Experimente und direkte Auseinandersetzung mit Farben und Formen emotionale Ausdrucksweisen selbst erleben. Emotionen lassen sich nicht nur theoretisch erklären, sondern durch Farbmischungen und Deformationen konkret gestalten und reflektieren.

KMK BildungsstandardsBildnerische AusdrucksmittelKunstgeschichte
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Expressionistische Werke

Richten Sie Stationen mit Reproduktionen von Kirchner- und Munch-Werken ein. Schüler notieren Farbkontraste und emotionalen Ausdruck, diskutieren in Paaren und skizzieren eigene Varianten. Abschließend präsentieren Gruppen ihre Beobachtungen.

Wie kann eine Farbe Schmerz oder Freude ausdrücken, ohne einen Gegenstand zu zeigen?

ModerationstippStellen Sie beim Stationenlernen sicher, dass jedes Werk mit einer kurzen Aufgabenstellung und Materialien zur Analyse (z.B. Lupen, Farbkarten) ausgestattet ist.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern ein Bild eines expressionistischen Werkes (z.B. von Kirchner). Bitten Sie sie, auf einem Zettel zu notieren: 1. Welche Emotion wird Ihrer Meinung nach dargestellt? 2. Nennen Sie zwei konkrete Mittel (Farbe, Form), die diese Emotion verstärken.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Partnerarbeit

Farbexperiment: Emotionen mischen

Schüler mischen Farben, um Gefühle wie Wut oder Freude darzustellen, testen Komplementärkontraste auf Papier. Sie notieren Wirkungen und wenden sie in einer schnellen Skizze an. Teilen Sie Ergebnisse im Plenum.

Welche Wirkung erzielen Komplementärkontraste in der expressionistischen Malerei?

ModerationstippGeben Sie beim Farbexperiment klare emotionale Begriffe vor, aber lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Farben frei mischen, um subjektive Assoziationen zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie kann eine Farbe Schmerz oder Freude ausdrücken, ohne einen Gegenstand zu zeigen?' Lassen Sie die Schüler ihre Ideen in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen. Achten Sie auf die Begründung der Farbzuordnungen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang50 Min. · Einzelarbeit

Kreativphase: Eigenes Expression

Jeder Schüler wählt eine Emotion und malt ein deformiertes Bild mit gesteigerter Farbigkeit. In Kleingruppen geben sie Feedback zu Wirkung und Kontrasten. Sammeln Sie Werke zu einer Klassen-Ausstellung.

Inwieweit ist die Deformation der Form notwendig für den emotionalen Ausdruck?

ModerationstippLegen Sie in der Kreativphase bewusst Materialien bereit, die intensive Farben und markante Formen unterstützen, z.B. Acrylfarben und dicke Pinsel.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Farbpaare nebeneinander (z.B. Rot-Grün und Blau-Orange). Fragen Sie die Schüler: 'Welches Paar erzeugt eine stärkere, spannungsgeladenere Wirkung und warum?' Sammeln Sie kurze schriftliche Antworten oder Handzeichen zur Überprüfung des Verständnisses von Komplementärkontrasten.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Museumsgang35 Min. · Kleingruppen

Diskussionsrunde: Form und Farbe

Zeigen Sie Werke vor, Schüler diskutieren in Gruppen Deformation und Farbwirkung anhand von Leitfragen. Jede Gruppe fasst zusammen und vergleicht mit Partnern.

Wie kann eine Farbe Schmerz oder Freude ausdrücken, ohne einen Gegenstand zu zeigen?

ModerationstippModerieren Sie die Diskussionsrunde, indem Sie gezielt nach Begründungen fragen und darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Farb- und Formentscheidungen erklären.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern ein Bild eines expressionistischen Werkes (z.B. von Kirchner). Bitten Sie sie, auf einem Zettel zu notieren: 1. Welche Emotion wird Ihrer Meinung nach dargestellt? 2. Nennen Sie zwei konkrete Mittel (Farbe, Form), die diese Emotion verstärken.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Beginnen Sie mit konkreten Beispielen, bevor Sie abstrakte Konzepte einführen. Zeigen Sie zunächst Werke von Kirchner und Munch und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler spontan beschreiben, welche Emotionen sie wahrnehmen. Vermeiden Sie es, Farben mit festen Bedeutungen zu verknüpfen, und betonen Sie stattdessen die individuelle und kulturelle Variabilität. Nutzen Sie die Erkenntnisse aus den praktischen Phasen, um die theoretischen Grundlagen zu vertiefen.

Am Ende der Einheit erkennen die Schülerinnen und Schüler, wie expressionistische Künstler Farben und Formen gezielt einsetzen, um innere Zustände sichtbar zu machen. Sie können ihre Erkenntnisse in eigenen Werken anwenden und mündlich sowie schriftlich begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Farbexperiments 'Emotionen mischen' könnte die Annahme entstehen, dass Farben feste Bedeutungen haben, z.B. dass Rot immer für Liebe steht.

    Nutzen Sie die Phase, um bewusst nach subjektiven Assoziationen zu fragen und die Schülerinnen und Schüler aufzufordern, ihre Farbentscheidungen zu begründen. Zeigen Sie anschließend Werke von unterschiedlichen Künstlern, die Rot für verschiedene Emotionen einsetzen, um die Variabilität zu verdeutlichen.

  • Während der Kreativphase 'Eigenes Expression' könnte die Vorstellung entstehen, dass expressionistische Werke rein abstrakt und ohne erkennbare Formen sind.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, zunächst eine einfache Form (z.B. eine Figur oder ein Gesicht) zu skizzieren und diese dann gezielt zu deformieren, um Emotionen zu verstärken. Zeigen Sie ihnen Beispiele, in denen Formen zwar verzerrt, aber noch erkennbar sind.

  • Während des Stationenlernens 'Expressionistische Werke' könnte die Annahme entstehen, dass Komplementärkontraste nur optische Effekte erzeugen, aber keine emotionalen Wirkungen haben.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler während des Stationenlernens mit Farbkarten experimentieren und gezielt Komplementärkontraste (z.B. Rot-Grün) auf einem leeren Blatt platzieren. Fragen Sie sie anschließend, welche Wirkung sie spüren und wie sich diese von nicht-komplementären Farben unterscheidet.


In dieser Übersicht verwendete Methoden