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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Die Macht der Bilder in der Werbung

Aktive Lernformen wie Gruppenarbeit und Stationenrotation passen perfekt zu diesem Thema, weil Schülerinnen und Schüler die Wirkung von Bildern erst dann wirklich verstehen, wenn sie selbst analysieren und gestalten. Visuelle Manipulationen bleiben oft unsichtbar, bis man sie systematisch zerlegt – genau das fördern diese Methoden.

KMK BildungsstandardsMedienkompetenzBildanalyse
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Bilddekonstruktion

Teilen Sie Werbebilder aus Printmedien aus. Paare identifizieren Kompositionselemente wie Leitlinien und Goldener Schnitt, notieren visuelle Codes und diskutieren geweckte Sehnsüchte. Abschließend präsentieren sie ihre Analyse der Klasse.

Mit welchen visuellen Codes werden Sehnsüchte beim Betrachter geweckt?

ModerationstippLegen Sie für die Paararbeit zwei unterschiedliche Werbebilder bereit, die jeweils mindestens drei visuelle Codes enthalten, damit die Analyse nicht zu oberflächlich bleibt.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler eine aktuelle Printanzeige (aus einer mitgebrachten Zeitschrift oder als Ausdruck) mitbringen. Auf einem Zettel sollen sie zwei visuelle Codes identifizieren, die in der Anzeige verwendet werden, und kurz erklären, welche Botschaft sie vermitteln sollen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Farb- und Ethikanalyse

Richten Sie Stationen ein: Farbwirkung (verschiedene Anzeigen vergleichen), Ethik (vorher/nachher-Bilder optimierter Werbung). Gruppen rotieren, protokollieren Beobachtungen und ziehen Schlüsse zu unbewusster Wahrnehmung.

Wie beeinflusst die Farbwahl die unbewusste Markenwahrnehmung?

ModerationstippBereiten Sie für die Stationenrotation Farbkarten und Beispielbilder vor, die gezielt Emotionen auslösen, um den Vergleich zwischen Farbwirkung und Markenimage zu erleichtern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Verantwortung tragen Werbetreibende und Medien bei der Darstellung von Schönheitsidealen durch stark optimierte Bilder?' Leiten Sie eine Diskussion, die verschiedene Perspektiven aufgreift und die Schüler ermutigt, ihre eigene Haltung zu entwickeln.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Gruppenprojekt: Eigene Werbung montieren

Gruppen wählen ein Produkt, erstellen ein Werbebild mit Montage-Apps unter Berücksichtigung ethischer Grenzen. Sie erklären Strategien und präsentieren, wie Codes wirken.

Welche ethischen Grenzen hat die digitale Bildoptimierung?

ModerationstippGeben Sie beim Gruppenprojekt klare Zeitvorgaben für die Ideenfindung, aber lassen Sie genug Raum für kreative Experimente, damit die Schülerinnen und Schüler nicht in starren Mustern verharren.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Varianten derselben Anzeige, die sich nur in der Farbgebung unterscheiden. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt zu notieren, welche Emotionen oder Assoziationen jede Farbvariante bei ihnen auslöst und welche Marke sie glaubwürdiger finden.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse35 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Diskussion visueller Codes

Zeigen Sie bekannte Werbebilder. Die Klasse diskutiert gemeinsam Codes, Farbeinflüsse und Manipulationen, votet über ethische Aspekte und fasst Leitideen zusammen.

Mit welchen visuellen Codes werden Sehnsüchte beim Betrachter geweckt?

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler eine aktuelle Printanzeige (aus einer mitgebrachten Zeitschrift oder als Ausdruck) mitbringen. Auf einem Zettel sollen sie zwei visuelle Codes identifizieren, die in der Anzeige verwendet werden, und kurz erklären, welche Botschaft sie vermitteln sollen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen: Medienkompetenz entsteht durch Wiederholung und Reflexion. Vermeiden Sie es, zu schnell auf die Lösung zuzusteuern. Stattdessen sollten die Schülerinnen und Schüler selbst Hypothesen aufstellen und diese anhand von Materialien überprüfen. Wichtig ist auch, ethische Fragen nicht als Nebenthema zu behandeln, sondern als zentralen Bestandteil der Analyse zu verankern.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Werbebilder nicht nur beschreiben, sondern gezielt manipulative Elemente benennen und deren Funktion erklären können. Sie sollen auch in der Lage sein, Farbwirkungen und ethische Grenzen zu diskutieren und in eigenen Entwürfen anzuwenden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Bilddekonstruktion in der Paararbeit wird oft gesagt, dass Werbebilder immer die Realität zeigen.

    Weisen Sie die Schülerinnen und Schüler an, in ihrer Analyse gezielt nach Unstimmigkeiten oder digitalen Spuren zu suchen, indem sie Elemente isolieren und mit externen Quellen vergleichen, um Manipulationen zu entlarven.

  • Während der Stationenrotation zur Farb- und Ethikanalyse wird behauptet, dass Farbwahl in Werbung zufällig sei.

    Nutzen Sie die vorbereiteten Farbkarten und Beispielbilder, um die Schülerinnen und Schüler selbst Farbwirkungen assoziieren zu lassen. Fragen Sie gezielt nach, warum bestimmte Farben gewählt wurden und welche Emotionen sie auslösen sollen.

  • Während der Diskussion visueller Codes in der Klassenrunde wird geäußert, dass Werbung keine ethischen Grenzen habe.

    Lenken Sie die Debatte mit konkreten Beispielen aus der Stationenrotation, indem Sie nach digitalen Bearbeitungsspuren fragen und Rollenspiele nutzen, um ethische Grenzen zu erkunden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden