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Geschichte · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Antisemitismus im Kaiserreich

Aktive Lernformen helfen Schülerinnen und Schülern, die komplexen Ursachen und Verbreitungswege des Antisemitismus im Kaiserreich zu verstehen. Durch das Arbeiten mit Originalquellen, Karikaturen und politischen Debatten werden abstrakte Konzepte greifbar und kritisches Denken gefördert.

KMK BildungsstandardsBayern LehrplanPLUS G 11.2: Die Gesellschaft des Kaiserreichs charakterisieren und dabei auch auf den Antisemitismus eingehen.NRW Kernlehrplan Sek II, Inhaltsfeld 4: Die Gesellschaft des Kaiserreichs und die Entwicklung des modernen Antisemitismus untersuchen.KMK Bildungsstandards, Die moderne Industriegesellschaft: Das Deutsche Kaiserreich und seine gesellschaftlichen Konflikte analysieren.
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Quellenrätsel45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Ausprägungen des Antisemitismus

Richten Sie vier Stationen ein: religiöser Antisemitismus (Kirchenquellen), rassistischer (Houston Stewart Chamberlain), sozialer (Agitation Stoeckers) und politischer (Parteiprogramme). Gruppen analysieren 10 Minuten pro Station, notieren Stereotypen und Ursachen, dann präsentieren sie. Schließen Sie mit Plenum-Diskussion ab.

Analysieren Sie die verschiedenen Ausprägungen des Antisemitismus im Kaiserreich (religiös, rassistisch, sozial).

ModerationstippLassen Sie die Gruppen bei den Quellenstationen zunächst frei assoziieren, bevor sie gezielt nach rassistischen oder religiösen Mustern suchen, um eigene Beobachtungen zu ermöglichen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karikatur aus dem Kaiserreich. Sie sollen in 2-3 Sätzen erklären, welche antisemitischen Stereotypen dargestellt werden und welche Botschaft die Karikatur vermitteln soll.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Quellenrätsel30 Min. · Partnerarbeit

Stereotypen-Karussell: Verbreitungswege

Teilen Sie Zeitungsartikel, Karikaturen und Flugblätter aus. Paare identifizieren Verbreitungswege, markieren Zielgruppen und Wirkung. Rotieren Sie Materialien, vergleichen Notizen und erstellen eine gemeinsame Mindmap.

Erklären Sie, wie antisemitische Stereotypen in der Gesellschaft verbreitet wurden.

ModerationstippStellen Sie beim Stereotypen-Karussell sicher, dass jede Station eine andere Perspektive auf die Verbreitung von Stereotypen bietet, etwa durch Presse, Karikaturen und Reden.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern unterschied sich der Antisemitismus im Kaiserreich von früheren Formen der Judenfeindlichkeit und welche neuen Elemente kamen hinzu?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schüler Argumente mit Beispielen aus dem Unterricht untermauern.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte50 Min. · Kleingruppen

Debatte: Politische Rolle

Teilen Sie Klasse in Pro- und Contra-Gruppen: War Antisemitismus zentral für die Politik? Jede Gruppe bereitet 5-Minuten-Rede vor, moderiert von Schülern. Bewertung durch Plenum-Voting und Reflexion.

Bewerten Sie die Rolle des Antisemitismus für die politische Kultur des Kaiserreichs.

ModerationstippNutzen Sie im Fiskal-Debatte die Rollenkarten so, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre eigene Rolle, sondern auch die Gegenpositionen nachvollziehen müssen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine kurze Liste mit Aussagen über den Antisemitismus im Kaiserreich. Sie sollen jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' einstufen und kurz begründen, warum.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Quellenrätsel35 Min. · Einzelarbeit

Zeitstrahl-Workshop: Kontinuitäten

Individuell erstellen Schüler eine Zeitstrahl mit Schlüsseldaten und Ereignissen. In Kleingruppen ergänzen und diskutieren sie Verbindungen zur Moderne. Gemeinsam digitalisieren für Klassenseite.

Analysieren Sie die verschiedenen Ausprägungen des Antisemitismus im Kaiserreich (religiös, rassistisch, sozial).

ModerationstippIm Zeitstrahl-Workshop achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur Daten eintragen, sondern auch Verbindungen zwischen Ereignissen und Entwicklungen herstellen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karikatur aus dem Kaiserreich. Sie sollen in 2-3 Sätzen erklären, welche antisemitischen Stereotypen dargestellt werden und welche Botschaft die Karikatur vermitteln soll.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine Mischung aus Quellenarbeit und strukturierten Debatten, um Vorurteile nicht zu reproduzieren, sondern zu dekonstruieren. Wichtig ist, die Schülerinnen und Schüler behutsam an die Thematik heranzuführen und ihnen Raum für eigene Reflexion zu geben. Vermeiden Sie es, antisemitische Stereotype unkommentiert zu wiederholen – selbst in historischen Kontexten. Nutzen Sie stattdessen gezielte Fragen, um die Mechanismen der Ausgrenzung sichtbar zu machen. Aktuelle Bezüge sollten nur hergestellt werden, wenn sie sachlich und didaktisch sinnvoll sind und nicht zu einer unangemessenen Gleichsetzung führen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler antisemitische Stereotype in Quellen erkennen, ihre gesellschaftliche Verbreitung nachvollziehen und die politischen Funktionen des Antisemitismus im Kaiserreich analysieren können. Sie sollten in der Lage sein, Kontinuitäten zu früheren Judenfeindlichkeiten aufzuzeigen und neue rassistische Elemente zu identifizieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen könnte die Annahme entstehen, Antisemitismus sei nur eine Randerscheinung.

    Nutzen Sie die Stationen, um gezielt nach Belegen für die gesellschaftliche Verbreitung zu suchen. Fordern Sie die Schüler auf, die Anzahl antisemitischer Artikel in Zeitungen oder die Reichweite von Parteien wie den Konservativen zu recherchieren und gemeinsam zu diskutieren.

  • Während des Stereotypen-Karussells könnte der Eindruck entstehen, Antisemitismus sei rein religiös und ohne moderne Bezüge.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit im Karussell auf die rassistischen Elemente in den Quellen. Lassen Sie die Schüler vergleichen, wie sich Vorurteile von religiösen zu rassistischen Argumenten wandeln, und fragen Sie nach den Gründen für diesen Wandel.

  • Während des Zeitstrahl-Workshops könnte die Fehlannahme entstehen, Stereotype seien erst mit der NS-Propaganda entstanden.

    Nutzen Sie die Stationen des Workshops, um gezielt nach Quellen aus dem Kaiserreich zu suchen, die Stereotype enthalten. Lassen Sie die Schüler die Kontinuitäten zu späteren Zeiten selbst erkennen und in der Gruppe diskutieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden