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Geographie · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Migration und Entwicklung

Aktive Lernformen machen unsichtbare Zusammenhänge zwischen Migration und Entwicklung greifbar. Wenn Schülerinnen und Schüler Push-Faktoren selbst analysieren oder Migrationsrouten nachzeichnen, verstehen sie globale Ungleichheiten durch eigene Erfahrungen statt durch abstrakte Erklärungen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Mensch-Umwelt-SystemKMK: Sekundarstufe I - Kommunikation
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse35 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Push-Pull-Faktoren

Teilen Sie Karten mit Faktoren aus. Gruppen sortieren sie in Push und Pull, begründen und präsentieren an der Tafel. Ergänzen Sie mit Fallbeispielen aus Nachrichten.

Wie beeinflusst Migration die Entwicklung von Herkunfts- und Zielländern?

ModerationstippLassen Sie bei der Gruppenanalyse Push-Pull-Faktoren konkrete Beispiele aus Fallstudien sammeln, um Stereotype wie 'Nur Arme wandern' direkt zu hinterfragen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine Karte mit einem fiktiven Migrationsszenario (z.B. eine Familie aus einem vom Klimawandel betroffenen Inselstaat, ein junger Facharbeiter aus einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit). Die Gruppen diskutieren und präsentieren anschließend die wahrscheinlichen Push- und Pull-Faktoren sowie mögliche Auswirkungen auf Herkunfts- und Zielland.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Migrationsentscheidung

Schüler verkörpern Familienmitglieder mit unterschiedlichen Push-Pull-Faktoren. Sie debattieren in Szenarien und notieren Entscheidungen. Plenum reflektiert reale Auswirkungen.

Analysieren Sie die Push- und Pull-Faktoren internationaler Migration.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen vor der Diskussion kurz recherchieren, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Spalten: 'Argument für Migration' und 'Argument gegen Migration'. Die Schüler notieren jeweils zwei Punkte, die sie im Unterricht gelernt haben, und begründen kurz, warum sie diese Punkte für wichtig halten.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse40 Min. · Partnerarbeit

Diagrammbau: Rücküberweisungen

Gruppen sammeln Daten zu Remittances aus Quellen wie Weltbank. Erstellen Balkendiagramme und analysieren Effekte auf Herkunftsländer. Diskutieren Vor- und Nachteile.

Bewerten Sie die Rolle von Rücküberweisungen für die Entwicklung von Herkunftsländern.

ModerationstippBeim Diagrammbau zu Rücküberweisungen achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler sowohl Herkunfts- als auch Zielland in ihre Grafik einbeziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste mit Begriffen (z.B. Rücküberweisung, Brain Drain, Armut, Arbeitsplatz) bereit. Bitten Sie die Schüler, jeden Begriff einem der beiden Konzepte 'Migration beeinflusst Herkunftsland' oder 'Migration beeinflusst Zielland' zuzuordnen und eine kurze Begründung zu geben.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Ganze Klasse

Kartenworkshop: Migrationsrouten

Auf Weltkarten markieren Schüler Routen und Faktoren. Verbinden mit Pfeilen und labeln. Gemeinsam prüfen auf Genauigkeit und diskutieren Disparitäten.

Wie beeinflusst Migration die Entwicklung von Herkunfts- und Zielländern?

ModerationstippIm Kartenworkshop zu Migrationsrouten fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, nicht nur Routen zu zeichnen, sondern auch die Gründe für die Wahl der Route zu begründen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine Karte mit einem fiktiven Migrationsszenario (z.B. eine Familie aus einem vom Klimawandel betroffenen Inselstaat, ein junger Facharbeiter aus einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit). Die Gruppen diskutieren und präsentieren anschließend die wahrscheinlichen Push- und Pull-Faktoren sowie mögliche Auswirkungen auf Herkunfts- und Zielland.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte kombinieren Faktenwissen mit emotionaler Betroffenheit. Sie vermeiden eine einseitige Darstellung von Migration als Problem und setzen stattdessen auf die Analyse von Systemeffekten. Wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler selbst Daten interpretieren und in Kontext setzen, statt vorgefertigte Meinungen zu übernehmen. Die Lehrkraft fungiert als Moderatorin, die komplexe Zusammenhänge strukturiert und Vorurteile durch konkrete Beispiele abbaut.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Push- und Pull-Faktoren nicht nur benennen, sondern in Rollenspielen abwägen, Rücküberweisungen als wirtschaftliche Wechselwirkung darstellen und Migrationsrouten mit sozialen Folgen verknüpfen können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Migration schadet immer dem Herkunftsland.

    During Gruppenanalyse: Push-Pull-Faktoren, verteilen Sie Karten mit Daten zu Rücküberweisungen und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in der Analysephase die positiven Effekte auf das Herkunftsland konkret benennen und in ihre Präsentation einbauen.

  • Nur Arme migrieren aus wirtschaftlichen Gründen.

    During Gruppenanalyse: Push-Pull-Faktoren, weisen Sie jeder Gruppe eine Fallstudie zu, die auch qualifizierte Fachkräfte oder gut ausgebildete junge Menschen zeigt, um Vielfalt der Migrationsmotive direkt in der Diskussion zu thematisieren.

  • Migration löst globale Disparitäten.

    During Kartenworkshop: Migrationsrouten, fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in Kleingruppen zu diskutieren, wie Migration kurzfristig Ungleichheiten mildert, langfristig aber neue Abhängigkeiten schafft und diese Erkenntnisse auf ihre Routen zu übertragen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden