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Geographie · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Armut und Hunger weltweit

Aktive Lernformen sind hier besonders wirksam, weil das Thema Armut und Hunger globale Zusammenhänge und komplexe Ursachen berührt. Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur Fakten lernen, sondern auch Empathie entwickeln und strukturelle Probleme analysieren können. Bewegung, Diskussion und Simulationen fördern genau diese Fähigkeiten und machen abstrakte Themen greifbar.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Mensch-Umwelt-SystemKMK: Sekundarstufe I - Kommunikation
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Armutsursachen

Schüler:innen arbeiten in Gruppen mit Karten und Statistiken, identifizieren Ursachen für Hunger in ausgewählten Ländern und präsentieren ihre Ergebnisse. Sie diskutieren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Abschließend erfolgt ein Plenum.

Analysieren Sie die Hauptursachen für Hunger und Mangelernährung in Entwicklungsländern.

ModerationstippLassen Sie die Gruppen bei der Gruppenanalyse: Armutsursachen zunächst frei sammeln, bevor Sie gezielte Materialien wie Statistiken oder Zitate austeilen, um vorgefertigte Meinungen zu vermeiden.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Weltkarte, auf der sie Regionen mit hoher und niedriger Armutsrate markieren sollen. Zusätzlich schreiben sie eine kurze Erklärung, welche zwei Hauptursachen sie für die Armut in einer ausgewählten Region verantwortlich machen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paardiskussion: Absolute vs. relative Armut

In Paaren vergleichen die Schüler:innen Definitionen und Beispiele für absolute und relative Armut. Sie erstellen eine Tabelle mit Auswirkungen. Gemeinsam teilen sie Erkenntnisse im Klassengespräch.

Vergleichen Sie absolute und relative Armut und deren Auswirkungen.

ModerationstippSteuern Sie die Paardiskussion: Absolute vs. relative Armut klar durch eine Zeitvorgabe und eine klare Aufgabenstellung, z.B. 'Finden Sie je ein konkretes Beispiel für beide Armutsformen in Europa'.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielen internationale Hilfsorganisationen bei der Bekämpfung von Armut und Hunger, und wo liegen ihre Grenzen?' Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Antworten mit Beispielen aus dem Unterricht begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Fallstudienanalyse40 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Bewertung: Hilfsprogramme

Jede Schülerin und jeder Schüler bewertet ein Hilfsprogramm anhand von Kriterien wie Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Ergebnisse werden auf Plakaten visualisiert und vorgestellt.

Bewerten Sie die Wirksamkeit internationaler Hilfsprogramme zur Armutsbekämpfung.

ModerationstippAchten Sie bei der Klassensimulation: Hilfsverteilung darauf, dass nicht nur die Verteilung, sondern auch die Entscheidungsprozesse hinterfragt werden, z.B. 'Warum erhalten manche Gruppen mehr als andere?'

Worauf zu achten istGeben Sie den Lernenden kurze Fallbeispiele von Personen aus unterschiedlichen Lebenssituationen (z.B. Kleinbauer in Indien, Stadtbewohner in Brasilien, Flüchtling in Somalia). Die Schülerinnen und Schüler sollen für jede Person eine kurze Einschätzung geben, ob sie eher von absoluter oder relativer Armut betroffen ist und warum.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse50 Min. · Ganze Klasse

Klassensimulation: Hilfsverteilung

Die Klasse simuliert die Verteilung von Hilfsgeldern unter Berücksichtigung von Bedürfnissen. Sie debattieren Prioritäten und ziehen Bilanz.

Analysieren Sie die Hauptursachen für Hunger und Mangelernährung in Entwicklungsländern.

ModerationstippVerwenden Sie bei der Individuellen Bewertung: Hilfsprogramme eine klare Bewertungskriterienliste, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Argumente strukturiert aufbauen können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Weltkarte, auf der sie Regionen mit hoher und niedriger Armutsrate markieren sollen. Zusätzlich schreiben sie eine kurze Erklärung, welche zwei Hauptursachen sie für die Armut in einer ausgewählten Region verantwortlich machen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte arbeiten mit diesem Thema oft prozesshaft: Sie beginnen mit alltagsnahen Beispielen, um Vorwissen zu aktivieren, und vermeiden von Anfang an vereinfachende Schuldzuweisungen. Wichtig ist, strukturelle Ursachen in den Vordergrund zu stellen und regelmäßig auf aktuelle Daten und Berichte zurückzugreifen, um die Aktualität des Themas zu betonen. Vermeiden Sie es, das Thema moralisch aufzuladen – stattdessen fördern Sie eine sachliche Analyse mit Raum für persönliche Reflexion.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass die Schülerinnen und Schüler die strukturellen Ursachen von Armut benennen und zwischen absoluter und relativer Armut unterscheiden können. Sie analysieren Hilfsprogramme kritisch und begründen ihre Einschätzungen mit konkreten Beispielen aus den Aktivitäten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenanalyse: Armutsursachen äußern einige Schülerinnen und Schüler die Meinung, Armut entstehe durch Faulheit der Betroffenen.

    Nutzen Sie die Gruppenanalyse: Armutsursachen und konfrontieren Sie diese Aussage mit den vorliegenden Materialien zu strukturellen Ursachen wie Klimawandel oder Handelsungleichheit. Fordern Sie die Gruppe auf, diese Faktoren in ihrer Analyse zu berücksichtigen.

  • Während der Paardiskussion: Absolute vs. relative Armut behaupten einige, absolute Armut sei weltweit besiegt.

    Greifen Sie auf die Materialien der Paardiskussion zurück und zeigen Sie aktuelle Daten der Weltbank oder des Welthungerindex. Fordern Sie die Paare auf, die Definitionen von absoluter und relativer Armut zu überprüfen und die Daten entsprechend zu interpretieren.

  • Während der Individuellen Bewertung: Hilfsprogramme wird angenommen, dass Hilfsprogramme Armut immer langfristig lösen können.

    Nutzen Sie die individuellen Bewertungen und konfrontieren Sie diese Annahme mit den Kriterien der Nachhaltigkeit. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, Beispiele aus den Materialien zu finden, die zeigen, wann Hilfsprogramme langfristig wirken und wann nicht.


In dieser Übersicht verwendete Methoden