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Geographie · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Informelle Siedlungen und Slums

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, weil Schülerinnen und Schüler komplexe Themen wie informelle Siedlungen nicht nur theoretisch verstehen, sondern durch konkrete Methoden wie Fallstudien oder Modellbau emotionale und kognitive Zugänge entwickeln. Die Kombination aus Stationenlernen und Rollenspiel fördert dabei unterschiedliche Lerntypen und macht abstrakte Ursachen und Folgen greifbar.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Mensch-Umwelt-SystemKMK: Sekundarstufe I - Beurteilung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Ursachen und Merkmale

Richten Sie Stationen ein: 1. Ursachen-Karten sortieren und begründen. 2. Fotos von Slums analysieren und Merkmale notieren. 3. Lebensbedingungen in Tagebuchform beschreiben. 4. Herausforderungen mit Lösungsvorschlägen verknüpfen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten.

Erklären Sie die Ursachen für die Entstehung von Slums und informellen Siedlungen.

ModerationstippLassen Sie die Schüler in Stationenlernen selbstständig Materialien wie Karten, Statistiken und kurze Texte analysieren, um Ursachen und Merkmale informeller Siedlungen zu erarbeiten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei Hauptgründe führen zur Entstehung von Slums?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre Top-3-Gründe mit Begründung im Plenum vorstellen. Fordern Sie die Schüler auf, die Begründungen der anderen Gruppen kritisch zu hinterfragen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Kleingruppen

Fallstudien-Analyse: Kibera Nairobi

Teilen Sie Gruppen Fallbeschreibungen von Kibera zu. Schüler markieren Ursachen, Herausforderungen und Erfolge von Upgrading-Projekten auf Arbeitsblättern. Abschließend präsentieren sie Bewertungen.

Analysieren Sie die Lebensbedingungen und sozialen Herausforderungen in Slums.

ModerationstippFühren Sie beim Rollenspiel klare Rollenprofile ein (z.B. Stadtrat, Bewohnerin, Investor), damit die Diskussion strukturiert bleibt und alle Perspektiven Raum erhalten.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei wesentliche Merkmale einer informellen Siedlung und eine damit verbundene soziale Herausforderung zu notieren. Fragen Sie anschließend: 'Welche Maßnahme könnte diese Herausforderung am ehesten mildern und warum?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Rollenspiel35 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Verbesserungsdebatten

Schüler verkörpern Rollen wie Bewohner, Politiker, NGOs. Sie debattieren Ansätze wie bessere Infrastruktur oder Eigentumsrechte. Moderator notiert Argumente für eine Klassenstimmabgabe.

Bewerten Sie verschiedene Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität in informellen Siedlungen.

ModerationstippVerwenden Sie beim Modellbau einfache Materialien wie Pappe, Folien und Zahnstocher, um den Unterschied zwischen Slum und aufgewerteter Siedlung sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder von verschiedenen städtischen Gebieten (z.B. ein geplantes Wohnviertel, eine informelle Siedlung, ein Bürokomplex). Lassen Sie die Schüler auf Zetteln notieren, welches Bild eine informelle Siedlung zeigt und welche zwei Merkmale sie darauf erkennen. Sammeln Sie die Zettel zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse50 Min. · Partnerarbeit

Modellbau: Slum vor und nach Upgrading

Gruppen bauen mit Karton und Alltagsmaterialien Slum-Modelle. Dann modifizieren sie für Verbesserungen wie Kanalisation. Erklären Sie den Wandel in einer Präsentation.

Erklären Sie die Ursachen für die Entstehung von Slums und informellen Siedlungen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei Hauptgründe führen zur Entstehung von Slums?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre Top-3-Gründe mit Begründung im Plenum vorstellen. Fordern Sie die Schüler auf, die Begründungen der anderen Gruppen kritisch zu hinterfragen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema handlungsorientiert, um Vorurteile abzubauen und Empathie zu fördern. Vermeiden Sie vereinfachende Schuldzuweisungen, indem Sie immer wieder auf strukturelle Ursachen wie Arbeitsmarktpolitik oder Stadtplanung verweisen. Nutzen Sie lokale Bezüge, um globale Probleme greifbar zu machen, und fördern Sie kritisches Denken durch kontroverse Diskussionen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler die strukturellen Ursachen informeller Siedlungen benennen können, Merkmale identifizieren und in Diskussionen systemische Lösungsansätze entwickeln. Sie erkennen globale Zusammenhänge und hinterfragen Vorurteile durch konkrete Fallbeispiele.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens könnte die Annahme aufkommen, dass Slums nur in Entwicklungsländern existieren.

    Nutzen Sie die Materialien in den Stationen, um explizit Beispiele aus Europa wie die Banlieues in Paris oder informelle Siedlungen in Berlin zu thematisieren. Fordern Sie die Schüler auf, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu benennen.

  • Während des Rollenspiels könnte die Vorstellung entstehen, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Slums selbst an ihrer Situation schuld sind.

    Verteilen Sie vor dem Rollenspiel Zitate von Betroffenen aus Kibera, die Sie im Stationenlernen erarbeitet haben. Lassen Sie die Schüler diese im Spiel verwenden, um Empathie zu fördern.

  • Während des Modellbaus könnte die Annahme entstehen, dass Slums nicht verbessert werden können.

    Zeigen Sie vor dem Modellbau Bilder von erfolgreichen Projekten wie dem Favela-Bairro-Programm in Brasilien. Lassen Sie die Schüler diese im Modell umsetzen und diskutieren, welche Maßnahmen möglich sind.


In dieser Übersicht verwendete Methoden