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Geographie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Akteure der Globalisierung: Transnationale Unternehmen

Aktive Lernformate eignen sich besonders für dieses Thema, weil die Schüler die abstrakten Netzwerke der Globalisierung greifbar machen müssen. Durch konkrete, visuell gestützte und diskursive Methoden wie Gallery Walks oder Fallanalysen verstehen sie die komplexen Zusammenhänge zwischen Städten, Unternehmen und Machtstrukturen besser als durch reine Theorievermittlung.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Analyse von Wirtschaftsräumen
30–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang60 Min. · Kleingruppen

Museumsgang: Porträts der Global Cities

Kleingruppen erstellen Plakate zu verschiedenen Weltstädten, die Kennzahlen wie Börsenumsatz, Firmensitze und soziale Segregation zeigen. Die Klasse wandert durch die Ausstellung und füllt einen Vergleichsbogen aus.

Bewerten Sie den Einfluss von TNCs auf die Wirtschaft und Politik von Nationalstaaten.

ModerationstippLassen Sie beim Gallery Walk die Schüler nicht nur Fotos, sondern auch kurze Zitate von Stadtplanern oder TNC-Vertretern an den Stationen auslegen, um die Perspektivenvielfalt zu erhöhen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein und geben Sie jeder Gruppe eine Fallstudie über ein spezifisches TNC (z.B. H&M, Amazon, Shell). Die Gruppen diskutieren und bereiten eine kurze Präsentation vor, die folgende Fragen beantwortet: Welche Hauptstrategien nutzt dieses TNC zur globalen Expansion? Welche ethischen Herausforderungen sind damit verbunden? Welche politischen Auswirkungen hat es auf die Gastländer?

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Forschungskreis90 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Gentrifizierung in der Metropole

Schüler untersuchen anhand von digitalen Karten und Artikeln Stadtviertel in London oder Berlin. Sie identifizieren Anzeichen von Aufwertung und Verdrängung und diskutieren die Folgen für die Stadtgesellschaft.

Differentiieren Sie die Strategien von TNCs zur Maximierung ihrer globalen Reichweite.

ModerationstippFühren Sie die Collage zur Gentrifizierung als stille Einzelarbeit ein, bevor die Schüler in Kleingruppen ihre Ergebnisse vergleichen und vertiefen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei Strategien zu notieren, mit denen TNCs ihre globale Reichweite maximieren, und eine konkrete ethische Herausforderung, die mit der Macht von TNCs verbunden ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Warum noch ins Büro?

Schüler überlegen einzeln, warum Banken trotz Internet in teuren Zentren bleiben. Nach dem Austausch in Paaren werden Konzepte wie 'Face-to-Face-Kontakt' und 'Agglomerationsvorteile' im Plenum gesichert.

Erklären Sie die ethischen Herausforderungen, die sich aus der Macht von TNCs ergeben.

ModerationstippGeben Sie beim Think-Pair-Share den Schülern konkrete Beispiele für hochspezialisierte Dienstleistungen (z.B. M&A-Beratung, Hedgefonds-Management) vor, um die Diskussion zu strukturieren.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine Reihe von Aussagen über die Rolle von TNCs in der Weltwirtschaft (z.B. 'TNCs zahlen immer faire Löhne.') und lassen Sie sie entscheiden, ob die Aussage 'stimmt', 'stimmt teilweise' oder 'stimmt nicht'. Diskutieren Sie die Antworten im Plenum, um Missverständnisse zu klären.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf eine Kombination aus räumlicher und konzeptioneller Verankerung. Sie vermeiden es, Globalisierung als rein abstraktes Phänomen zu behandeln, sondern verorten sie immer im konkreten Raum: Wie verändert ein TNC wie Amazon die Infrastruktur einer Stadt? Welche Synergien entstehen zwischen Finanzdistrikten in London und New York? Gleichzeitig vermeiden sie eine zu starke Fokussierung auf einzelne TNCs – im Vordergrund steht stets das SYSTEM der Global Cities und ihre Steuerungsfunktionen.

Am Ende der Einheit sollen die Schüler Global Cities nicht nur als physische Orte, sondern als Knotenpunkte globaler Steuerungsmechanismen begreifen. Sie erkennen die Bedeutung von Nähe und Vernetzung, können Unterschiede zwischen Metropolen und Global Cities erklären und ethische sowie politische Implikationen transnationaler Unternehmen kritisch reflektieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Gallery Walks denken einige Schüler, dass jede Millionenstadt automatisch eine Global City ist.

    Nutzen Sie die Stationen zu New York, London und Tokio, um explizit nach den Unterschieden zu Megastädten wie Delhi oder Shanghai zu fragen. Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen Tabellen anlegen, in denen sie die Funktionen (z.B. Hauptsitz von TNCs, internationale Börsen) den bloßen Einwohnerzahlen gegenüberstellen.

  • Während der Analyse von Pendlerströmen und Infrastruktur vermuten manche Schüler, Global Cities seien vom Umland völlig isoliert.

    Lassen Sie die Schüler im Think-Pair-Share die Pendlerkarten von Metropolregionen wie dem Rhein-Ruhr-Gebiet oder der Region um Tokio mit den globalen Finanzströmen vergleichen. Fragen Sie gezielt nach den Abhängigkeiten (z.B. Wohnraum, Pendlerinfrastruktur) und ordnen Sie diese den wirtschaftlichen Steuerungsfunktionen zu.


In dieser Übersicht verwendete Methoden