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Geographie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Informelle Siedlungen und ihre Aufwertung

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil informelle Siedlungen komplexe Zusammenhänge zwischen Armut, Politik und Raum abbilden. Durch konkrete Fallbeispiele und Rollenspiele entwickeln Schülerinnen und Schüler ein differenziertes Verständnis, das über theoretische Beschreibungen hinausgeht.

KMK BildungsstandardsSTD.INTERAKTIONSTD.RAUM
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Quellenrätsel45 Min. · Kleingruppen

Fallstudien-Vergleich: Slums vs. Favelas

Teilen Sie Karten und Quellen zu drei Slums und Favelas aus. Gruppen notieren Ursachen, Strukturen und Bewohnerstrategien in einer Tabelle, vergleichen dann paarweise. Schließen Sie mit einer Plenumsvorstellung ab.

Differentiieren Sie zwischen den Ursachen für die Entstehung von Slums und Favelas.

ModerationstippGeben Sie den Gruppen bei der Fallstudie konkrete Leitfragen vor, um Diskussionen inhaltlich zu lenken und Oberflächlichkeiten zu vermeiden.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine Fallstudie einer informellen Siedlung (z.B. Kibera in Nairobi, Rocinha in Rio de Janeiro). Die Gruppen diskutieren und präsentieren anschließend: Welche Hauptursachen führten zur Entstehung dieser Siedlung? Welche Aufwertungsstrategien wurden dort umgesetzt und wie erfolgreich waren sie?

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Aufwertungsplanung

Weisen Sie Rollen zu: Bewohner, NGO, Politiker, Investor. Gruppen planen 10 Minuten eine Aufwertung, präsentieren und verhandeln Lösungen. Bewerten Sie Kompromisse kollektiv.

Bewerten Sie die Rolle von NGOs und staatlichen Programmen bei der Infrastrukturentwicklung in informellen Siedlungen.

ModerationstippBeim Stakeholder-Rollenspiel achten Sie darauf, dass alle Rollen mit authentischen Interessen besetzt werden, um realistische Konflikte entstehen zu lassen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit einer der folgenden Fragen: 'Nennen Sie zwei Hauptunterschiede zwischen den Ursachen für Slums und Favelas.' oder 'Beschreiben Sie kurz die Rolle einer NGO bei der Verbesserung von Lebensbedingungen in informellen Siedlungen.' Die Antworten werden eingesammelt und zur Überprüfung des Verständnisses genutzt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Quellenrätsel35 Min. · Partnerarbeit

Strategie-Design: Nachhaltige Upgrading

Individuell skizzieren Schülerinnen und Schüler eine Aufwertungsstrategie mit Budget und Zeitplan. In Paaren verfeinern und mit der Klasse abstimmen.

Erklären Sie, wie die Integration informeller Sektoren zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann.

ModerationstippBei den Karten-Stationen verwenden Sie physische Karten oder digitale Tools wie Google Earth, um räumliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste mit verschiedenen Aufwertungsstrategien bereit (z.B. Infrastrukturausbau, Landtitelvergabe, Mikrokredite, Gemeinschaftsgärten). Lassen Sie die Schüler die Strategien auf einer Skala von 1 (wenig effektiv) bis 5 (sehr effektiv) bewerten und begründen Sie ihre Wahl kurz für mindestens zwei Strategien.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Quellenrätsel40 Min. · Kleingruppen

Karten-Stationen: Globale Beispiele

Richten Sie Stationen mit Fotos, Videos und Daten ein. Gruppen rotieren, sammeln Belege zu Ursachen und Strategien, erstellen abschließend eine Mindmap.

Differentiieren Sie zwischen den Ursachen für die Entstehung von Slums und Favelas.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe eine Fallstudie einer informellen Siedlung (z.B. Kibera in Nairobi, Rocinha in Rio de Janeiro). Die Gruppen diskutieren und präsentieren anschließend: Welche Hauptursachen führten zur Entstehung dieser Siedlung? Welche Aufwertungsstrategien wurden dort umgesetzt und wie erfolgreich waren sie?

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine Balance zwischen Empathie und kritischer Distanz. Vermeiden Sie eine romantisierende Darstellung informeller Siedlungen als bloße 'Lösungsorte'. Nutzen Sie stattdessen lokale Perspektiven und Daten, um eine sachliche Basis zu schaffen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler durch konkrete Beispiele und Partizipation nachhaltiger lernen als durch abstrakte Theorien.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Ursachen und Dynamiken informeller Siedlungen sachlich analysieren können. Sie bewerten Aufwertungsstrategien kritisch und erkennen die Perspektiven verschiedener Akteure. Ihre Präsentationen und Debatten belegen ein nuanciertes Problemverständnis.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Fallstudien-Vergleich: Slums vs. Favelas, hören Sie Sätze wie 'Die Bewohner sind selbst schuld an ihrer Situation'.

    Lenken Sie die Diskussion zurück zu den Daten: Lassen Sie die Gruppen Ursachen wie Landflucht oder fehlende Wohnungsbaupolitik in den Quellen identifizieren und vorurteilsbehaftete Aussagen mit Fakten widerlegen.

  • Während des Stakeholder-Rollenspiels: Aufwertungsplanung, kommt der Einwand 'Die Stadt muss die Leute einfach rauswerfen, damit es besser wird'.

    Fragen Sie die Gruppe nach Alternativen: Nutzen Sie die vorbereiteten Strategien aus dem Material, um aufzuzeigen, wie Upgrading ohne Vertreibungen möglich ist. Diskutieren Sie Kompromisse zwischen Sicherheit und lokaler Verankerung.

  • Während der Debatte im Stakeholder-Rollenspiel: Aufwertungsplanung, argumentieren Schüler, NGOs könnten die Probleme allein lösen.

    Fordern Sie die Gruppe auf, die Rollen der lokalen Regierung und der Bewohner einzubeziehen: Zeigen Sie am Beispiel eines konkreten Projekts, wie Partnerschaften funktionieren und warum sie notwendig sind.


In dieser Übersicht verwendete Methoden