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Geographie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Gentrifizierung und ihre sozialen Folgen

Aktive Methoden geben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die komplexen Zusammenhänge von Gentrifizierung selbst zu erleben und nicht nur theoretisch zu diskutieren. Durch praktische Auseinandersetzung mit echten Beispielen und lokalen Bezügen verstehen sie die emotionalen und sozialen Dimensionen dieses Prozesses besser als durch Frontalunterricht.

KMK BildungsstandardsSTD.BEWERTUNGSTD.RAUM
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fishbowl-Diskussion45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Gentrifizierungsbeispiele

Richten Sie Stationen für Berlin-Kreuzberg, Hamburg-St. Pauli und München-Giesing ein, mit Karten, Artikeln und Statistiken. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Veränderungen und Auswirkungen. Abschließend teilen sie Erkenntnisse im Plenum.

Differentiieren Sie zwischen den Gewinnern und Verlierern der Gentrifizierungsprozesse.

ModerationstippWährend der Stationenrotation stellen Sie sicher, dass jede Station klare Materialien und eine Leitfrage enthält, die zum aktiven Lesen und Diskutieren anregt.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: 'Gewinner' und 'Verlierer' der Gentrifizierung. Bitten Sie jede Gruppe, Argumente zu sammeln, warum sie von den Prozessen profitiert oder darunter leidet. Führen Sie eine Debatte, in der beide Seiten ihre Perspektiven darlegen und verteidigen.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Stakeholder-Debatte

Weisen Sie Rollen zu: Mietervertreter, Investor, Politiker, Tourist. Gruppen bereiten Argumente vor, debattieren über ein Gentrifizierungsprojekt. Moderator notiert Kompromisse.

Bewerten Sie die Möglichkeiten der Stadtplanung, soziale Mischung zu fördern oder zu erzwingen.

ModerationstippBevor Sie das Rollenspiel starten, geben Sie den Schülerinnen und Schülern Zeit, sich gründlich in ihre Rollen einzuarbeiten und Argumente vorzubereiten.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem Bild eines Stadtviertels (z.B. ein saniertes Gebäude neben einem alten Geschäft). Bitten Sie die Schüler, zwei Sätze zu schreiben, die erklären, welche sozialen Folgen dieser Wandel haben könnte, und einen Begriff aus dem Vokabular zu nennen, der diesen Prozess beschreibt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Fishbowl-Diskussion60 Min. · Partnerarbeit

Kartierungsprojekt: Lokales Viertel

Schüler kartieren per App oder Papier ein lokales Viertel, markieren Veränderungen wie Cafés oder Baustellen. Sie interviewen Passanten und erstellen eine Präsentation zu sozialen Folgen.

Erklären Sie, wie der Tourismus (Overtourism) historische Stadtzentren und deren soziale Struktur verändert.

ModerationstippBeim Kartierungsprojekt achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler konkrete Beobachtungen vor Ort machen und nicht nur bestehende Karten kopieren.

Worauf zu achten istPräsentieren Sie eine kurze Fallstudie über einen konkreten Stadtteil, der von Gentrifizierung betroffen ist. Stellen Sie folgende Frage: 'Welche drei konkreten Maßnahmen könnte die Stadtplanung ergreifen, um die negativen sozialen Folgen für die ursprüngliche Bevölkerung abzumildern?'

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fishbowl-Diskussion40 Min. · Ganze Klasse

Overtourism-Simulation

Simulieren Sie Touristenströme in einem Modellzentrum mit Figuren. Gruppen messen Auswirkungen auf Anwohner und testen Maßnahmen wie Zonen. Diskutieren Sie Ergebnisse.

Differentiieren Sie zwischen den Gewinnern und Verlierern der Gentrifizierungsprozesse.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: 'Gewinner' und 'Verlierer' der Gentrifizierung. Bitten Sie jede Gruppe, Argumente zu sammeln, warum sie von den Prozessen profitiert oder darunter leidet. Führen Sie eine Debatte, in der beide Seiten ihre Perspektiven darlegen und verteidigen.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema erfordert einen multiperspektivischen Ansatz, bei dem Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten lernen, sondern auch emotionale und ethische Konflikte erkennen. Vermeiden Sie eine rein ökonomische Betrachtung, sondern betonen Sie die menschlichen Folgen. Forschungsarbeiten zeigen, dass lokale Fallbeispiele und emotionale Zugänge das Verständnis für soziale Ungleichheit vertiefen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler differenziert zwischen Gewinnern und Verlierern der Gentrifizierung unterscheiden können und konkrete Maßnahmen zur sozialen Gerechtigkeit benennen. Sie analysieren lokale Daten und argumentieren aus verschiedenen Perspektiven überzeugend.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • During Stationenrotation zu Gentrifizierungsbeispielen hören einige Schülerinnen und Schüler die Aussage: 'Gentrifizierung ist immer positiv und verbessert Viertel für alle.'

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit während der Rotation gezielt auf Fallbeispiele, in denen Verdrängung sichtbar wird, und fragen Sie: 'Welche Bewohnergruppen könnten sich diese Mieten leisten? Wer verliert seinen Lebensraum?' Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, dies direkt in ihren Notizen festzuhalten.

  • Während des Kartierungsprojekts nehmen einige Schülerinnen und Schüler an: 'Nur Reiche profitieren, Arme verlieren immer.'

    Nutzen Sie die lokalen Daten aus dem Kartierungsprojekt, um gemeinsam mit der Klasse zu analysieren, welche Gruppen tatsächlich gewinnen und welche Verlierer es gibt. Fragen Sie: 'Wo sehen wir Aufwertung, aber auch wo bleiben günstige Mieten erhalten?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Gruppen unterschiedliche Perspektiven zusammenfassen.

  • Während der Stakeholder-Debatte wird geäußert: 'Stadtplanung kann Gentrifizierung leicht stoppen.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler in der Debatte auf, konkrete Maßnahmen der Stadtplanung zu bewerten. Fragen Sie: 'Welche Maßnahmen wirken kurzfristig, welche langfristig? Wo stoßen politische Instrumente an Grenzen?' Die Komplexität wird sichtbar, wenn sie zwischen Wunsch und Realität unterscheiden müssen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden