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Agrobusiness und globale ErnährungAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktive Methoden wie Kartenanalyse, Rollenspiel und Debatte machen abstrakte Machtstrukturen im Agrobusiness greifbar. Schülerinnen und Schüler begreifen globale Zusammenhänge durch eigene Recherche, Positionierung und Perspektivwechsel besser als durch reine Theorievermittlung.

Klasse 12Globale Herausforderungen und Zukunftsfähige Gestaltung der Erde4 Aktivitäten35 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die Marktanteile und die strategischen Abhängigkeiten in der globalen Saatgutproduktion und im Agrarhandel, die durch wenige Großkonzerne bestimmt werden.
  2. 2Erklären Sie die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Agrarsubventionen des Globalen Nordens auf die Wettbewerbsfähigkeit von Kleinbauern im Globalen Süden.
  3. 3Bewerten Sie die ökologischen und ethischen Argumente für und gegen einen reduzierten Fleischkonsum im Hinblick auf globale Gerechtigkeit und Ressourcenschonung.
  4. 4Vergleichen Sie die Produktionsmethoden der industriellen Landwirtschaft mit alternativen Anbaumodellen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und ihres Ressourceneinsatzes.

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45 Min.·Kleingruppen

Kartenanalyse: Handelsströme

Teilen Sie Weltkarten aus und markieren Sie Exportwege subventionierter Güter. Gruppen recherchieren Volumina und Ziele, notieren Auswirkungen auf Empfängerländer. Präsentieren Sie Ergebnisse und diskutieren Konsequenzen.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie, wie wenige Konzerne die weltweite Saatgutproduktion und den Agrarmarkt kontrollieren.

Moderationstipp: Führen Sie beim Rollenspiel 'Konzern vs. Kleinbauer' klare Rollenkarten mit abweichenden Interessen ein, um Machtgefälle sichtbar zu machen.

Setup: Innenkreis mit 4–6 Stühlen, umgeben von einem Außenkreis

Materials: Diskussionsimpuls oder Leitfrage, Beobachtungsbogen

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
50 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Konzern vs. Kleinbauer

Weisen Sie Rollen zu: Konzernvertreter, Kleinbauern, Politiker. Simulieren Sie Verhandlungen über Saatgutpreise. Nach 15 Minuten reflektiert die Klasse Machtdynamiken und Lösungsansätze.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie die Folgen des Exports subventionierter Lebensmittel für lokale Märkte und Kleinbauern im Globalen Süden.

Moderationstipp: Legen Sie bei der Kartenanalyse Handelsströme mit konkreten Zahlen vor, damit Schüler Mengen und Abhängigkeiten vergleichen können.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
40 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Fleischverzicht

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite bereitet Argumente zu Ressourcen und Gerechtigkeit vor. Moderierte Debatte mit Abstimmung schließt ab.

Vorbereitung & Details

Bewerten Sie, ob Fleischverzicht ein effektiver Hebel für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Ernährung ist.

Moderationstipp: Steuern Sie die Debatte 'Fleischverzicht' durch eine Pro-Contra-Matrix, die soziale und ökologische Aspekte systematisch gegenüberstellt.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
35 Min.·Partnerarbeit

Infografik: Marktbeherrschung

Gruppen sammeln Daten zu Konzernanteilen am Saatgutmarkt. Erstellen Sie Infografiken mit Diagrammen. Hängen Sie diese aus und führen Sie eine Galerie-Wanderung durch.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie, wie wenige Konzerne die weltweite Saatgutproduktion und den Agrarmarkt kontrollieren.

Setup: Innenkreis mit 4–6 Stühlen, umgeben von einem Außenkreis

Materials: Diskussionsimpuls oder Leitfrage, Beobachtungsbogen

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte nutzen reale Fallbeispiele und aktuelle Daten, um globale Ungleichheiten konkret zu machen. Wichtig ist, emotionale Betroffenheit mit sachlicher Analyse zu verbinden und kontroverse Themen durch klare Struktur zu entemotionalisieren. Vermeiden Sie vereinfachende Schuldzuweisungen, sondern fördern Sie nuanciertes Systemdenken.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Marktmechanismen erklären, Machtungleichgewichte erkennen und Handlungsoptionen für nachhaltige Ernährung begründen können. Sie nutzen Daten und Argumente, um komplexe Zusammenhänge zu strukturieren und zu bewerten.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend des Rollenspiels 'Konzern vs. Kleinbauer' wird oft geäußert, dass wenige Konzerne Innovation und Effizienz für alle fördern.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Unterbrechen Sie die Diskussion und verweisen Sie auf die Rollenkarten: Lassen Sie Schüler die Abhängigkeit durch Patente und Preisdumping konkret benennen und Alternativen wie Open-Source-Saatgut in der Debatte einbringen.

Häufige FehlvorstellungWährend der Kartenanalyse 'Handelsströme' wird behauptet, subventionierte Exporte stärken globale Ernährungssicherheit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Fordern Sie Schüler auf, lokale Märkte in den Globalen Süden in den Karten zu identifizieren und Dumpingpreise mit realen Fallbeispielen (z.B. Milchpulver in Westafrika) zu vergleichen.

Häufige FehlvorstellungWährend der Debatte 'Fleischverzicht' wird pauschal behauptet, Verzicht löse keine globalen Probleme.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Lenken Sie die Diskussion auf die Ressourcenverbrauchsdaten in der Infografik und lassen Sie Schüler soziale Gerechtigkeitsfragen (z.B. Proteinzugang für Kleinbauern) in die Argumentation einfließen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach dem Rollenspiel 'Konzern vs. Kleinbauer' diskutieren die Schüler in Kleingruppen die Frage: 'Welche Verantwortung tragen Konsumenten im Globalen Norden für die Ernährungssicherheit und die wirtschaftliche Situation von Kleinbauern im Globalen Süden?' Sammeln Sie die Argumente auf einem Plakat und bewerten Sie die Begründungen.

Lernstandskontrolle

Nach der Kartenanalyse 'Handelsströme' erhält jeder Schüler eine Karte mit einem der Begriffe 'Saatgutmonopol', 'Agrarsubventionen' oder 'Fleischverzicht'. Sie verfassen eine kurze Erklärung (2-3 Sätze), wie der Begriff mit globaler Gerechtigkeit zusammenhängt, und nennen ein konkretes Beispiel.

Kurze Überprüfung

Während der Infografik-Erstellung 'Marktbeherrschung' stellen die Schüler fünf Aussagen zum Thema auf. Sie stufen jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' ein und begründen zwei ausgewählte Aussagen mit Verweis auf die Infografik-Daten.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie Schüler auf, eine eigene Infografik zu einem agrarindustriellen Konzern zu erstellen, die dessen Marktmacht und soziale Folgen darstellt.
  • Unterstützen Sie unsichere Schüler mit vorbereiteten Argumentationsbausteinen für das Rollenspiel.
  • Vertiefen Sie das Thema durch eine Exkursion zu einem Bio-Bauernhof oder einer lokalen Food-Cooperative, um Alternativen zum Agrobusiness zu erkunden.

Schlüsselvokabular

AgrobusinessEin Sektor der Wirtschaft, der sich mit der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette befasst, von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Vertrieb von Agrarprodukten.
SaatgutmonopolEine Marktsituation, in der ein oder wenige Unternehmen die Kontrolle über die Produktion und den Vertrieb von Saatgut haben, oft durch Patente und genetische Modifikation.
AgrarsubventionenFinanzielle Unterstützung, die Regierungen Landwirten oder Agrarunternehmen gewähren, um Preise zu stabilisieren, die Produktion zu fördern oder bestimmte landwirtschaftliche Praktiken zu unterstützen.
Globale LieferkettenDie komplexen Netzwerke von Produzenten, Verarbeitern, Händlern und Konsumenten, die Agrargüter weltweit bewegen.
ErnährungssouveränitätDas Recht von Völkern, gesunde und kulturell angemessene Nahrungsmittel zu definieren und zu produzieren, sowie das Recht, eigene Nahrungsmittelsysteme zu gestalten.

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