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Geographie · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Gentrifizierung: Prozesse und Folgen

Aktive Methoden wie Fallstudien oder Rollenspiele machen die komplexen Prozesse der Gentrifizierung greifbar. Schülerinnen und Schüler erkennen durch konkrete Beispiele die Zusammenhänge zwischen räumlichen Veränderungen und sozialen Folgen und entwickeln so ein tieferes Verständnis für urbane Entwicklungsprozesse.

KMK BildungsstandardsSTD.GE.03STD.GE.31
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Fallstudien-Analyse: Gentrifizierung in Deutschland

Teilen Sie Karten und Zeitungsartikel zu Vierteln wie Hamburg-Schanzenviertel aus. Gruppen notieren Phasen, Akteure und Folgen in einer Tabelle. Präsentieren Sie Ergebnisse und diskutieren Sie Gemeinsamkeiten.

Erklären Sie die Phasen des Gentrifizierungsprozesses und die beteiligten Akteure.

ModerationstippGeben Sie den Schülerinnen und Schülern bei der Fallstudien-Analyse klare Leitfragen vor, um die Fokussierung auf soziale und wirtschaftliche Aspekte zu gewährleisten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wer profitiert wirklich von Gentrifizierung und wer zahlt den Preis dafür?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen verschiedene Akteursgruppen (z.B. junge Berufstätige, langjährige Mieter, Immobilienbesitzer, lokale Geschäfte) zuordnen und ihre Argumente begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Akteure im Konflikt

Weisen Sie Rollen zu: Mieter, Investor, Politiker. Gruppen entwickeln Argumente zu einer Gentrifizierungsmaßnahme. Führen Sie eine Moderationsrunde durch, in der Positionen vertreten werden.

Analysieren Sie, wer von der Aufwertung innenstadtnaher Wohngebiete profitiert und wer verdrängt wird.

ModerationstippAchten Sie beim Rollenspiel darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen zunächst schriftlich vorbereiten, um eine strukturierte Argumentation zu fördern.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zwei Hauptfolgen der Gentrifizierung zu notieren: eine positive (aus Sicht der Aufwertung) und eine negative (aus Sicht der Verdrängung). Sie sollen zudem einen Satz dazu schreiben, welche Akteure diese Folgen primär erleben.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte35 Min. · Einzelarbeit

Kartenwerkstatt: Räumliche Veränderungen

Liefern Sie Luftbilder vor und nach Gentrifizierung. Individuen markieren Veränderungen wie Neubauten. Im Plenum vergleichen und bewerten Gruppen die Folgen.

Bewerten Sie die sozialen Folgen der Verdrängung einkommensschwacher Gruppen aus gentrifizierten Vierteln.

ModerationstippIn der Kartenwerkstatt sollten die Schülerinnen und Schüler konkrete Räume markieren und ihre Beobachtungen mit statistischen Daten verknüpfen.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder von zwei verschiedenen Stadtvierteln (eines typisch gentrifiziert, eines mit anderen Merkmalen). Fragen Sie die Schüler: 'Welche Merkmale lassen Sie auf Gentrifizierung schließen? Nennen Sie mindestens drei visuelle Hinweise und erklären Sie, warum diese auf den Prozess hindeuten.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Für und Wider Gentrifizierung

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Teams. Jede Seite bereitet drei Argumente vor. Moderieren Sie eine strukturierte Debatte mit Zuschauerfragen.

Erklären Sie die Phasen des Gentrifizierungsprozesses und die beteiligten Akteure.

ModerationstippBeziehen Sie während der Debatte gezielt zurückhaltende Schülerinnen und Schüler ein, indem Sie sie nach ihrer persönlichen Einschätzung fragen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wer profitiert wirklich von Gentrifizierung und wer zahlt den Preis dafür?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen verschiedene Akteursgruppen (z.B. junge Berufstätige, langjährige Mieter, Immobilienbesitzer, lokale Geschäfte) zuordnen und ihre Argumente begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Gentrifizierung ist ein mehrdimensionales Thema, das Raum, Wirtschaft und Soziales verbindet. Erfahrene Lehrkräfte setzen auf die Verbindung von visuellen, analytischen und emotionalen Zugängen. Vermeiden Sie eine rein wirtschaftsliberale Perspektive und betonen Sie stattdessen die Interessenkonflikte und Machtverhältnisse. Aktuelle Studien zeigen, dass projektbasiertes Lernen mit realen Daten die kritische Reflexion fördert.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Phasen der Gentrifizierung erklären, die Perspektiven verschiedener Akteure nachvollziehen und die Folgen sowohl wirtschaftlich als auch sozial differenziert bewerten können. Sie nutzen dabei Karten, Daten und Argumente, um ihre Aussagen zu begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Gentrifizierung ist immer positiv für die Stadt.

    Während der Debatte konfrontieren Sie die Schülerinnen und Schüler mit der Aussage, dass steigende Steuereinnahmen oft soziale Kosten wie Obdachlosigkeit überdecken. Nutzen Sie dazu die Debattenstruktur und fordern Sie eine differenzierte Argumentation ein.

  • Nur Reiche profitieren von Gentrifizierung.

    Während der Fallstudien-Analyse achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler lokale Geschäfte und kleine Eigentümer als frühe Gewinner identifizieren, deren Gewinne später durch steigende Mieten geschmälert werden. Fordern Sie sie auf, diese Entwicklung in den Fallstudien nachzuweisen.

  • Verdrängung passiert nicht in Deutschland.

    In der Kartenwerkstatt vergleichen die Schülerinnen und Schüler historische und aktuelle Stadtpläne sowie Mietpreisentwicklungen. Weisen Sie sie an, konkrete Beispiele wie Berlin-Kreuzberg oder Hamburg-St. Pauli zu recherchieren und mit Zahlen zu belegen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden