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Geographie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Soziale und ökologische Standards in Lieferketten

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil globale Lieferketten komplex und unübersichtlich sind. Schülerinnen und Schüler müssen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Recht und Ethik selbst erkunden, um die Verantwortung von Unternehmen greifbar zu machen.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.16KMK: STD.17
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Strukturierte Kontroverse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Lieferkette analysieren

Richten Sie Stationen ein: Station 1 zeigt eine Textillieferkette mit Karte und Fakten zu Arbeitsbedingungen, Station 2 erklärt Zertifizierungen wie Fairtrade, Station 3 diskutiert Audits mit Fallbeispielen, Station 4 bewertet LkSG-Wirksamkeit. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Stärken und Schwächen. Abschließende Plenumdiskussion.

Analysieren Sie die Verantwortung von Unternehmen für Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten.

ModerationstippLassen Sie in der Stationenrotation bewusst widersprüchliche Quellen (z.B. Unternehmenswerbung und NGO-Berichte) gegenüberstellen, um kritische Quellenanalyse zu trainieren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen eines Produkts (z.B. T-Shirt, Smartphone). Sie sollen auf der Rückseite zwei zentrale soziale und zwei zentrale ökologische Herausforderungen nennen, die bei dessen Herstellung in der Lieferkette auftreten können.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Stakeholder-Debatte

Teilen Sie Rollen zu: Unternehmen, Arbeitervertreter, NGOs, Verbraucher. Jede Gruppe bereitet Argumente zu Verantwortung in Lieferketten vor. In der Debatte fordern und verteidigen sie Positionen. Schüler wählen beste Lösung ab.

Erklären Sie die Bedeutung von Zertifizierungen und Audits.

ModerationstippIn der Stakeholder-Debatte geben Sie den Gruppen klare Rollenprofile vor, aber keine Lösungsvorschläge, um authentische Konflikte zu erzeugen.

Worauf zu achten istLehrer: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Einkäufer bei einem großen Einzelhandelsunternehmen. Ein langjähriger Lieferant in Südostasien meldet, dass er aufgrund gestiegener Lohnforderungen die Preise um 15% erhöhen muss, um die neuen Sozialstandards einzuhalten. Wie entscheiden Sie und warum?'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Strukturierte Kontroverse35 Min. · Partnerarbeit

Kartenmethode: Lieferkette nachverfolgen

Schüler erhalten ein Produkt wie ein Smartphone und zeichnen die Lieferkette auf einer Weltkarte. Sie recherchieren online Risiken für Sozial- und Öko-Standards. Paare ergänzen mit Zertifizierungsdaten und bewerten Verbesserungspotenzial.

Bewerten Sie die Wirksamkeit von Lieferkettengesetzen.

ModerationstippBei der Kartenmethode achten Sie darauf, dass die Schüler die Knotenpunkte physisch verschieben, um räumliche Denkprozesse zu aktivieren.

Worauf zu achten istLehrer präsentiert eine kurze Nachricht über einen Skandal in einer Lieferkette (z.B. Kinderarbeit in einer Mine). Die Schüler sollen in Kleingruppen die Hauptakteure und deren Verantwortung identifizieren und kurz aufschreiben.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Strukturierte Kontroverse40 Min. · Kleingruppen

Bewertungsrunde: Gesetze prüfen

Verteilen Sie Quellen zu LkSG und EU-Vorschriften. Gruppen bewerten Wirksamkeit anhand Kriterien wie Durchsetzung und Sanktionen. Jede Gruppe präsentiert Ergebnis mit Empfehlungen.

Analysieren Sie die Verantwortung von Unternehmen für Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten.

ModerationstippIn der Bewertungsrunde fordern Sie die Schüler auf, ihre Position mit mindestens einem Gesetzestext zu begründen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen eines Produkts (z.B. T-Shirt, Smartphone). Sie sollen auf der Rückseite zwei zentrale soziale und zwei zentrale ökologische Herausforderungen nennen, die bei dessen Herstellung in der Lieferkette auftreten können.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit konkreten Produkten, die den Schülerinnen und Schülern bekannt sind. Vermeiden Sie abstrakte Vorträge über Globalisierung, sondern lassen Sie die Komplexität durch Fallanalysen erfahrbar werden. Wichtig ist, dass die Lernenden die Machtgefälle zwischen Akteuren spüren, etwa wenn in Rollenspielen Zulieferer kaum Verhandlungsmacht haben.

Am Ende der Einheit können die Lernenden die Rollen der Akteure in Lieferketten benennen, die Grenzen von Zertifizierungen erklären und die Wirksamkeit von Gesetzen kritisch bewerten. Erfolg zeigt sich im Transfer auf unbekannte Produkte und in fundierten Debattenbeiträgen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels Stakeholder-Debatte hören Sie oft den Satz: 'Unternehmen haften nur für eigene Fabriken, nicht für Zulieferer.'

    Greifen Sie dies auf und lassen Sie die Schüler im Debattenverlauf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) als rechtlichen Rahmen einbeziehen, indem Sie die Rollenkarten mit Auszügen aus dem Gesetz ergänzen.

  • Während der Stationenrotation Lieferkette analysieren wird oft behauptet: 'Zertifizierungen wie Fairtrade garantieren immer faire Bedingungen.'

    Fordern Sie die Schüler auf, die Station mit dem Audit-Bericht eines Zertifizierungsunternehmens zu vergleichen und konkrete Lücken in den Berichten zu markieren.

  • Während der Bewertungsrunde Gesetze prüfen hören Sie: 'Lieferkettengesetze lösen alle Probleme sofort.'

    Lassen Sie die Schüler die langsame Umsetzung anhand der Gesetzestexte nachvollziehen und mit Medienberichten über Verzögerungen abgleichen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden