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Deutsch · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Schillers 'Wallenstein': Tragik und Freiheit

Die aktive Auseinandersetzung mit Schillers 'Wallenstein' ermöglicht es den Lernenden, die komplexen moralischen und politischen Dilemmata der Charaktere lebendig werden zu lassen. Durch Rollenspiel und Debatte können die Schülerinnen und Schüler die Spannungen zwischen individueller Freiheit und systemischer Macht hautnah erfahren und eigene Standpunkte entwickeln.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Sich mit Literatur auseinandersetzenKMK: Sekundarstufe II - Texte analysieren und interpretieren
45–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel90 Min. · Kleingruppen

Szenische Interpretation: Wallensteins Entscheidung

Schülerinnen und Schüler erarbeiten und führen Schlüsselszenen auf, in denen Wallenstein wichtige Entscheidungen treffen muss. Anschließend diskutieren sie die Motivationen und möglichen Alternativen.

Vergleichen Sie Schillers Freiheitsbegriff mit dem der Aufklärung.

ModerationstippBeim Szenischen Interpretieren sollten Sie darauf achten, dass die Lernenden nicht nur Text rezitieren, sondern die psychologischen Zustände und Entscheidungsprozesse Wallensteins durch ihre Darstellung erfassen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Debatte60 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Schuld oder Schicksal?

Eine Debatte wird organisiert, bei der zwei Gruppen argumentieren, ob Wallensteins Fall primär auf seine eigenen Entscheidungen oder auf übermächtige schicksalhafte Umstände zurückzuführen ist.

Analysieren Sie die Rolle des Schicksals und der individuellen Entscheidung in Wallensteins Fall.

ModerationstippWährend der Debatte ist es wichtig, dass die Lernenden ihre Argumente auf konkrete Textstellen stützen und aktiv auf die Gegenargumente der anderen Seite eingehen, um die Methode 'Philosophical Chairs' voll auszuschöpfen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel45 Min. · Partnerarbeit

Charakter-Steckbriefe im Dialog

In Partnerarbeit erstellen die Lernenden detaillierte Steckbriefe für Hauptfiguren, die deren Entwicklung, Motivationen und Beziehungen beleuchten. Diese werden anschließend im Plenum vorgestellt und verglichen.

Beurteilen Sie, inwiefern Schillers Dramenkonzept die Grenzen des klassischen Ideals aufzeigt.

ModerationstippBei den Charakter-Steckbriefen im Dialog sollten Sie darauf hinweisen, dass die Partnerarbeit nicht nur auf Fakten basiert, sondern auch auf der Interpretation von Motivationen und Entwicklungen der Figuren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Der pädagogische Ansatz sollte darauf abzielen, die Schülerinnen und Schüler von einer rein rezeptiven Lektüre zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den existenziellen Fragen des Stücks zu führen. Statt nur die Handlung nachzuerzählen, gilt es, die Ambivalenz von Charakteren und die Aktualität der Themen wie Macht, Freiheit und Verantwortung durch aktivierende Methoden herauszuarbeiten.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Vielschichtigkeit von Wallensteins Charakter und dessen Konflikten mit dem Kaiserreich differenziert darstellen können. Sie sind in der Lage, überzeugende Argumente für ihre Positionen in Debatten zu entwickeln und die Relevanz von Freiheit und Schicksal im Stück zu reflektieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Szenischen Interpretation könnten Schülerinnen und Schüler dazu neigen, Wallensteins Entscheidungen als rein machtgierig darzustellen, ohne die tieferen Ambivalenzen zu berücksichtigen.

    Lenken Sie die Lernenden während der szenischen Interpretation dazu, in den Dialogen und Monologen nach Anzeichen für Wallensteins Unsicherheit, seinen Ehrenkodex oder seine Suche nach Anerkennung zu suchen und diese darstellerisch umzusetzen.

  • In der Debatte 'Schuld oder Schicksal?' könnten Schülerinnen und Schüler dazu verleitet werden, Schillers Werk als reine Geschichtsschreibung abzutun.

    Fordern Sie die Debattierenden auf, bei ihren Argumenten zu prüfen, welche dramatischen Mittel Schiller einsetzt, um die Frage nach Schuld und Schicksal aufzuwerfen, und wie dies über eine reine historische Darstellung hinausgeht.

  • Bei den Charakter-Steckbriefen im Dialog könnten die Lernenden sich auf oberflächliche Charaktereigenschaften beschränken und die Entwicklung im Laufe des Stücks vernachlässigen.

    Ermutigen Sie die Lernenden während der Partnerarbeit, bei den Charakter-Steckbriefen die Entwicklung der Figuren über die Trilogie hinweg zu verfolgen und anhand von Textbelegen zu belegen, wie sich ihre Motive und Entscheidungen wandeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden