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Deutsch · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Sprachentwicklung und Medien

Sprachwandel und Mediennutzung sind für Schülerinnen und Schüler erfahrbar, wenn sie aktiv mit authentischen Beispielen arbeiten. Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Sprachphänomenen erkennen sie, dass Sprache kein starres System ist, sondern sich ständig weiterentwickelt.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Sprachwandel in der GegenwartKMK: Sekundarstufe II - Medienformate analysieren
40–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Gendersprache in der Schule

Schüler führen eine Pro-Contra-Debatte über die Einführung von Gender-Sternchen in offiziellen Schuldokumenten. Sie müssen dabei linguistische Argumente (Verständlichkeit vs. Sichtbarkeit) verwenden.

Wie verändern digitale Kommunikationsformen unsere kognitive Verarbeitung von Informationen?

ModerationstippLegen Sie während der Debatte über Gendersprache eine klare Zeitstruktur fest, damit alle Positionen Gehör finden und die Diskussion fokussiert bleibt.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen Screenshot einer typischen Social-Media-Konversation (z.B. aus Instagram-Kommentaren oder einem Discord-Chat). Die Gruppen sollen diskutieren und anschließend präsentieren: Welche sprachlichen Besonderheiten fallen auf? Wie unterscheiden sich diese von einer E-Mail oder einem Brief? Welche kognitiven Prozesse werden hier gefördert oder gehemmt?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Forschungskreis40 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Anglizismen-Check

In Kleingruppen analysieren Schüler Werbetexte oder Social-Media-Feeds. Sie kategorisieren Anglizismen (nötig vs. modisch) und untersuchen deren Wirkung auf verschiedene Zielgruppen.

Analysieren Sie die Auswirkungen von Social Media auf die Jugendsprache.

ModerationstippFordern Sie die Schülerinnen und Schüler beim Anglizismen-Check auf, konkrete Beispiele aus ihren eigenen Mediengewohnheiten zu sammeln, bevor sie diese analysieren.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält eine Karte mit einer der folgenden Fragen: 1. Nennen Sie zwei Anglizismen, die Sie häufig in digitalen Medien hören oder lesen, und erklären Sie deren Bedeutung. 2. Beschreiben Sie kurz, wie die Nutzung von Emojis die Kommunikation verändert. 3. Geben Sie ein Beispiel dafür, wie die Geschwindigkeit digitaler Kommunikation den Spracherwerb beeinflussen kann.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Planspiel50 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Die Redaktionssitzung

Schüler schlüpfen in die Rolle einer Zeitungsredaktion und entscheiden, welche Begriffe der 'politischen Korrektheit' in ihren Leitfaden aufgenommen werden. Sie müssen ihre Wahl ethisch und sprachlich begründen.

Bewerten Sie die Vor- und Nachteile der digitalen Kommunikation für den Spracherwerb.

ModerationstippGeben Sie den Schülerinnen und Schülern in der Redaktionssimulation klare Rollenbeschreibungen, damit sie die Anforderungen der journalistischen Sprachverwendung verstehen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste mit 5-7 Begriffen zusammen, die sowohl traditionelle als auch digitale Sprachformen repräsentieren (z.B. 'Brief', 'Tweet', 'Diskussion', 'Meme', 'Blogbeitrag', 'persönliches Gespräch'). Bitten Sie die Schüler, jeden Begriff kurz zu charakterisieren und anzugeben, welche Art von Sprachwandel damit verbunden sein könnte.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Sprachwandel sollte nicht als Bedrohung, sondern als natürlicher Prozess vermittelt werden. Vermeiden Sie normative Bewertungen und betonen Sie stattdessen die Funktion von Sprache als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Nutzen Sie aktuelle Medienbeispiele, um die Relevanz für die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu verdeutlichen. Forschung zeigt, dass der Vergleich zwischen historischer und aktueller Sprache besonders wirksam ist, um die Dynamik des Wandels zu verstehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass Schülerinnen und Schüler Sprachwandel als gesellschaftlichen Prozess beschreiben können und in der Lage sind, verschiedene Perspektiven auf sprachliche Veränderungen einzunehmen. Sie nutzen linguistische Grundlagen, um ihre Beobachtungen zu systematisieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der strukturierten Debatte über Gendersprache in der Schule wird oft angenommen, dass Sprachwandel ein Zeichen von Verfall sei.

    Nutzen Sie den Vergleich historischer Sprachformen (z.B. Briefstil aus dem 19. Jahrhundert) und aktueller Kommunikation in den sozialen Medien. Fordern Sie die Schülerinnen auf, Unterschiede zu benennen und zu diskutieren, ob diese Veränderungen als Verlust oder Anpassung zu bewerten sind.

  • Während des Anglizismen-Checks wird angenommen, dass der Einfluss des Englischen grundsätzlich negativ zu bewerten sei.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Anglizismen in verschiedenen Kontexten sammeln und nach Funktionen kategorisieren (z.B. Fachbegriffe, Lifestyle-Begriffe, Abkürzungen). Diskutieren Sie gemeinsam, welche Bedürfnisse durch diese Übernahmen gedeckt werden und welche Alternativen denkbar wären.


In dieser Übersicht verwendete Methoden