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Deutsch · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Sprachphilosophie der Moderne

Sprachphilosophie lebt davon, abstrakte Konzepte in konkrete Handlungen zu übersetzen. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst Sprachspiele erfinden oder Zeichen analysieren, begreifen sie, wie Sprache Wirklichkeit formt und nicht einfach abbildet. Diese aktive Auseinandersetzung macht Wittgensteins und Saussures Ideen greifbar und nachhaltig verständlich.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Sprache und Sprachgebrauch reflektierenKMK: Sekundarstufe II - Sachtexte analysieren
15–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping20 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Sprachspiele erfinden

Schülerinnen und Schüler erfinden eigene Sprachspiele zu einem Thema und erklären Familienähnlichkeiten. Sie vergleichen diese mit Wittgensteins Beispielen. Dies vertieft das Verständnis des Sprachgebrauchs.

Erklären Sie die Konzepte von Sprachspiel und Familienähnlichkeit bei Wittgenstein.

ModerationstippStellen Sie bei der Paararbeit sicher, dass die Lernenden ihre Sprachspiele mit konkreten Beispielen aus ihrem Alltag verbinden und diese auf Karten festhalten.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten zwei Sätze: 'Der Ball ist rund.' und 'Er hat einen Ball gespielt.' Sie sollen für jeden Satz identifizieren, ob 'Ball' hier im Sinne eines Sprachspiels oder als Beispiel für Signifikant/Signifikat analysiert werden kann und dies kurz begründen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Concept-Mapping30 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Saussure-Zeichen

Gruppen zerlegen literarische Zeichen in Signifikant und Signifikat. Sie diskutieren Willkürlichkeit an Textbeispielen. Abschließend präsentieren sie Ergebnisse.

Differentiieren Sie zwischen Signifikant und Signifikat nach Saussure.

ModerationstippFordern Sie die Gruppen bei der Zeichenanalyse auf, zunächst die Willkürlichkeit des Zeichens an selbstgewählten Beispielen zu zeigen, bevor sie zu Saussures Theorie übergehen.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie erklären jemandem, der noch nie von 'Liebe' gehört hat, was dieses Wort bedeutet. Welche Schwierigkeiten würden Sie anhand von Wittgensteins Sprachspiel und Saussures Zeichenbegriff erwarten?'

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Concept-Mapping25 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Literaturbeispiele

Die Klasse analysiert gemeinsam Auszüge moderner Literatur unter Berücksichtigung sprachphilosophischer Ansätze. Jede Schülerin und jeder Schüler trägt ein Beispiel bei.

Analysieren Sie, wie sprachphilosophische Ideen die literarische Produktion beeinflusst haben.

ModerationstippLegen Sie in der Klassenrunde Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Beispiele nennen, sondern auch erklären, wie diese die Sprachphilosophie illustreren.

Worauf zu achten istLehrkraft präsentiert eine Liste von Begriffen (z.B. 'Freiheit', 'Demokratie', 'Zufall'). Die Schülerinnen und Schüler sollen zu jedem Begriff ein mögliches 'Sprachspiel' oder eine 'Familienähnlichkeit' beschreiben, die seine Bedeutung im Alltag erklärt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Concept-Mapping15 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Essay-Entwurf

Jede Schülerin und jeder Schüler entwirft einen kurzen Text zur Relevanz für die Literatur. Dies bereitet die Key Questions vor.

Erklären Sie die Konzepte von Sprachspiel und Familienähnlichkeit bei Wittgenstein.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten zwei Sätze: 'Der Ball ist rund.' und 'Er hat einen Ball gespielt.' Sie sollen für jeden Satz identifizieren, ob 'Ball' hier im Sinne eines Sprachspiels oder als Beispiel für Signifikant/Signifikat analysiert werden kann und dies kurz begründen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit alltagsnahen Beispielen, um die abstrakten Konzepte zu verankern. Vermeiden Sie es, die Theorie zu früh zu vertiefen – vielmehr sollte der Fokus auf der aktiven Auseinandersetzung liegen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler philosophische Inhalte besser verstehen, wenn sie sie selbst anwenden und diskutieren können.

Am Ende der Einheit können die Lernenden die zentralen Begriffe Sprachspiel, Familienähnlichkeit, Signifikant und Signifikat sicher anwenden und ihre Bedeutung für den Alltag erklären. Sie erkennen, dass Sprache kein starres System ist, sondern durch Gebrauch und Konventionen funktioniert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit Sprachspiele erfinden, achten Sie darauf, dass Lernende nicht davon ausgehen, dass Sprache direkt die Wirklichkeit abbildet.

    Nutzen Sie die entstandenen Sprachspiele, um gezielt nachzufragen: 'Woher weiß man, was 'Ball' in diesem Spiel bedeutet? Ist das überall gleich?' So wird die konstruktive Rolle von Sprache sichtbar.

  • Während der Gruppenanalyse Saussure-Zeichen, halten Sie Ausschau nach der Annahme, dass die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat festgelegt ist.

    Fordern Sie die Gruppen auf, Gegenbeispiele zu finden: 'Warum sagt man in anderen Sprachen anders für dieselbe Sache?' Dies zeigt die Willkürlichkeit des Zeichens.

  • Während der Klassenrunde Literaturbeispiele, könnte die Annahme entstehen, dass experimentelle Texte nur spielerisch sind.

    Nutzen Sie die Diskussion, um nach der Funktion zu fragen: 'Welche gesellschaftliche Kritik steckt hinter der Infragestellung der Sprache?' So wird der ernsthafte Kern der Texte deutlich.


In dieser Übersicht verwendete Methoden