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Sprache und MachtAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Sprache und Macht funktioniert am besten durch aktive Auseinandersetzung, weil die Schülerinnen und Schüler hier selbst erleben, wie Sprache Realität formt. Durch Debatten, Analysen und kreative Umformulierungen begreifen sie, dass Worte nicht neutral sind, sondern Machtverhältnisse sichtbar machen und verändern können.

Klasse 11Sprache, Literatur und Medien im Wandel: Deutsch in der Einführungsphase3 Aktivitäten30 Min.90 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die Funktion von Euphemismen in politischen Reden zur Verschleierung von Sachverhalten.
  2. 2Bewerten Sie den Einfluss von gendergerechter Sprache auf die Konstruktion sozialer Realitäten und die Wahrnehmung von Geschlechterrollen.
  3. 3Erklären Sie, wie Framing-Techniken die öffentliche Meinung zu gesellschaftlichen Themen beeinflussen.
  4. 4Vergleichen Sie die sprachlichen Strategien verschiedener politischer Akteure zur Mobilisierung oder Demobilisierung von Wählergruppen.
  5. 5Entwerfen Sie alternative Formulierungen für politisch aufgeladene Begriffe, um eine neutralere Diskussionsgrundlage zu schaffen.

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60 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Gendersprache im Alltag

Die Klasse wird in Pro- und Contra-Gruppen eingeteilt, die Argumente zur Einführung geschlechtergerechter Sprache in Behörden sammeln. In einer moderierten Debatte müssen sie ihre Positionen unter Rückgriff auf sprachwissenschaftliche Aspekte verteidigen.

Vorbereitung & Details

Inwieweit bestimmt Sprache unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit?

Moderationstipp: Legen Sie bei der Debatte klare Diskussionsregeln fest, damit alle Perspektiven gehört werden und die Schülerinnen und Schüler lernen, argumentativ zu reagieren.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Partnerarbeit

Framing-Werkstatt: Ein Ereignis, zwei Schlagzeilen

Schüler erhalten eine neutrale Nachricht und müssen daraus zwei Schlagzeilen für unterschiedliche politische Lager formulieren. In Paaren analysieren sie anschließend, wie die Wortwahl die Bewertung des Ereignisses beeinflusst.

Vorbereitung & Details

Wie funktioniert Euphemismus als Werkzeug der politischen Verschleierung?

Moderationstipp: In der Framing-Werkstatt sollten Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst mit identischen Ereignissen vertraut machen, bevor sie die Schlagzeilen vergleichen, um Framing-Effekte präzise zu erkennen.

Setup: Stühle sind in zwei konzentrischen Kreisen angeordnet

Materials: Diskussionsfrage oder Impuls (projiziert), Beobachtungsbogen für den Außenkreis

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
90 Min.·Kleingruppen

Stationenrotation: Euphemismen in der Geschichte

An verschiedenen Stationen untersuchen Schüler den Sprachgebrauch in totalitären Systemen (z.B. NS-Zeit oder DDR) und vergleichen ihn mit modernen politischen Beschönigungen. Sie erstellen eine Liste von 'Unwörtern' und deren eigentlicher Bedeutung.

Vorbereitung & Details

Welchen Einfluss hat geschlechtergerechte Sprache auf gesellschaftliche Strukturen?

Moderationstipp: Bei der Stationenrotation wechseln Sie nach 8 Minuten die Gruppen, damit die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt der Euphemismen in verschiedenen historischen Kontexten erfassen.

Setup: Stühle sind in zwei konzentrischen Kreisen angeordnet

Materials: Diskussionsfrage oder Impuls (projiziert), Beobachtungsbogen für den Außenkreis

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass dieses Thema sensible Diskussionen auslöst. Vermeiden Sie es, Positionen vorzugeben, sondern lenken Sie mit gezielten Fragen und Materialien die Reflexion. Nutzen Sie Alltagssprache der Schülerinnen und Schüler als Ausgangspunkt, um den Einfluss von Sprache auf Denken und Macht zu verdeutlichen. Laut kognitiver Linguistik verändert sich unser Weltbild durch sprachliche Strukturen – das können Sie durch kleine Experimente sichtbar machen.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Konzepte wie Framing oder Euphemismen benennen, sondern diese auch in realen Texten identifizieren und deren Wirkung erklären können. Sie reflektieren bewusst, wie sie selbst sprachlich handeln und welche Verantwortung damit einhergeht.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend der strukturierten Debatte 'Gendersprache im Alltag' hören Sie den Kommentar 'Sprache ist nur ein neutrales Werkzeug zur Informationsübertragung'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Lenken Sie die Diskussion auf die Wortwahl der Debattenteilnehmer selbst zurück: Fordern Sie sie auf, Beispiele aus ihren Argumenten zu nennen, in denen durch Sprache bestimmte Gruppen ein- oder ausgeschlossen werden.

Häufige FehlvorstellungWährend des Experiments in der Framing-Werkstatt 'Ein Ereignis, zwei Schlagzeilen' äußern Schülerinnen und Schüler die Annahme 'Sprachliche Veränderungen wie Gendern können das Denken nicht beeinflussen'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern die Ergebnisse ihrer Assoziationstests und fragen Sie nach, ob sich ihre inneren Bilder zu den gezeigten Berufsbezeichnungen nach dem Experiment verändert haben.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der strukturierten Debatte 'Gendersprache im Alltag' teilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen kurzen Textauszug aus einer politischen Rede oder einem Zeitungsartikel. Die Aufgabe lautet: Identifiziert mindestens zwei Beispiele für Framing oder Euphemismen und diskutiert, welche Wirkung diese auf die Leserschaft haben könnten. Präsentiert eure Ergebnisse im Plenum.

Lernstandskontrolle

Nach der Stationenrotation 'Euphemismen in der Geschichte' erhält jede Schülerin und jeder Schüler eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie ein Beispiel für geschlechtergerechte Sprache, das Sie im Alltag gehört oder gelesen haben, und erklären Sie kurz, warum es verwendet wird.' Sammeln Sie die Karten am Ende der Stunde ein.

Kurze Überprüfung

Während der Framing-Werkstatt 'Ein Ereignis, zwei Schlagzeilen' stellen Sie die Frage: 'Was ist der Unterschied zwischen einer neutralen Beschreibung und einer Framing-Technik?' Bitten Sie die Lernenden, ihre Antwort kurz auf einem Notizzettel zu notieren und abzugeben. Überprüfen Sie die Antworten auf grundlegendes Verständnis.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie schnelle Schülerinnen und Schüler auf, eine Schlagzeile aus der Framing-Werkstatt in eine alternative Version umzuschreiben, die eine völlig andere Perspektive einnimmt.
  • Unterstützen Sie Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten haben, indem Sie ihnen eine Liste mit Euphemismen aus der Stationenrotation vorgeben und sie bitten, die ursprünglichen Begriffe zu erraten.
  • Vertiefen Sie das Thema, indem Sie die Klasse ein fiktives Ereignis berichten lassen und dabei bewusst unterschiedliche Framing-Techniken anwenden – anschließend analysieren die Schülerinnen und Schüler die Wirkung im Plenum.

Schlüsselvokabular

EuphemismusEin beschönigender Ausdruck, der dazu dient, unangenehme oder bedrohliche Sachverhalte zu verschleiern oder zu verharmlosen.
FramingDie Rahmung eines Sachverhalts durch Sprache, die bestimmt, wie dieser wahrgenommen und interpretiert wird, oft mit dem Ziel, eine bestimmte Deutung durchzusetzen.
Gendergerechte SpracheSprachliche Mittel, die darauf abzielen, die Sichtbarkeit und Gleichstellung aller Geschlechter zu fördern und diskriminierende Formulierungen zu vermeiden.
DeutungshoheitDie Kontrolle über die Interpretation und Bewertung von Ereignissen oder Sachverhalten in der Öffentlichkeit, oft durch gezielten Sprachgebrauch angestrebt.
Rhetorische StrategieGezielter Einsatz sprachlicher Mittel und Techniken in der Kommunikation, um Überzeugungsarbeit zu leisten, Emotionen zu wecken oder eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

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