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Deutsch · Klasse 11

Ideen für aktives Lernen

Expressionismus und Dadaismus

Aktive Methoden wie Paararbeit oder Rollenspiele eignen sich besonders, weil die Schüler:innen die radikale Subjektivität und Provokation des Expressionismus und Dadaismus nur durch eigenes Erproben wirklich verstehen. Gerade die verzerrte Sprache und absurde Formen lassen sich nicht allein durch Theorie erfassen, sondern fordern praktisches Experimentieren mit Form und Inhalt heraus.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Epochentypische MerkmaleKMK: Sekundarstufe II - Lyrische Texte analysieren
20–40 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang25 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Ästhetische Prinzipien vergleichen

Schüler:innen erhalten Auszüge aus expressionistischen und dadaistischen Texten. Sie notieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Tabellen. Gemeinsam präsentieren sie ein Beispiel für Provokation.

Wie reagiert der Expressionismus auf die Krisen seiner Zeit?

ModerationstippLegen Sie für die Paararbeit klare Vergleichskriterien vor, etwa eine Tabelle mit Spalten für sprachliche Mittel, Rhythmus und intendierte Wirkung.

Worauf zu achten istDie Schüler:innen erhalten eine kurze expressionistische oder dadaistische Textpassage. Sie sollen eine zentrale Technik (z.B. Metapher, Lautmalerei) identifizieren und kurz erklären, welche Wirkung diese im Text erzielt.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Museumsgang40 Min. · Kleingruppen

Kleingruppen: Lautgedicht workshoppen

Gruppen komponieren ein eigenes dadaistisches Lautgedicht basierend auf Zeitungsüberschriften. Sie performen es vor der Klasse und reflektieren die Wirkung. Dies verknüpft Analyse mit Kreativität.

Analysieren Sie die Rolle der Provokation im Dadaismus.

ModerationstippIm Lautgedicht-Workshop sollten Sie zunächst Beispiele von Hugo Ball oder Kurt Schwitters vorspielen, damit die Schüler:innen den Rhythmus und die Klangwirkung hören können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern sind die Krisen der frühen 20. Jahrhunderts, auf die Expressionismus und Dadaismus reagierten, mit heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen vergleichbar?' Die Schüler:innen sollen Argumente für und gegen die Parallelen sammeln und austauschen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Museumsgang35 Min. · Ganze Klasse

Ganzer Unterricht: Rollenspiel Krisenreaktion

Die Klasse teilt sich in Expressionismus- und Dadaismus-Gruppen. Jede Gruppe inszeniert eine Reaktion auf eine Krise. Diskussion folgt über Parallelen zu heute.

Vergleichen Sie die ästhetischen Prinzipien des Expressionismus mit denen des Dadaismus.

ModerationstippBeim Rollenspiel zu Krisenreaktionen geben Sie den Gruppen konkrete historische Ankerpunkte vor, damit die Debatten nicht zu abstrakt bleiben.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schüler:innen eine Liste mit Merkmalen (z.B. 'subjektive Wahrnehmung', 'Zufall als Gestaltungsmittel', 'intensive Farbigkeit', 'Lautgedicht'). Sie sollen diese Merkmale den Strömungen Expressionismus und Dadaismus zuordnen und begründen, warum ein Merkmal passt.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Museumsgang20 Min. · Einzelarbeit

Individuell: Tagebuch einer Avantgarde-Figur

Jeder Schüler:in schreibt ein kurzes Tagebucheintrag aus Sicht eines Expressionisten oder Dadaisten. Sie fokussieren auf innere Krisen oder Provokation.

Wie reagiert der Expressionismus auf die Krisen seiner Zeit?

Worauf zu achten istDie Schüler:innen erhalten eine kurze expressionistische oder dadaistische Textpassage. Sie sollen eine zentrale Technik (z.B. Metapher, Lautmalerei) identifizieren und kurz erklären, welche Wirkung diese im Text erzielt.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit konkreten Textbeispielen, bevor sie Theorie vermitteln. Zeigen Sie zunächst expressionistische Gedichte wie Trakls „Grodek“ oder dadaistische Lautgedichte, damit die Schüler:innen die Merkmale selbst entdecken. Vermeiden Sie lange Frontalphasen, da die Themen durch eigenes Ausprobieren viel anschaulicher werden. Nutzen Sie die Provokation der Texte, um Diskussionen über Kunst und Gesellschaft anzuregen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schüler:innen die ästhetischen Prinzipien beider Strömungen nicht nur benennen, sondern auch in eigenen Texten oder Performances anwenden können. Sie sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten klar herausarbeiten und die gesellschaftskritische Funktion der Kunst erkennen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit zu ästhetischen Prinzipien, achten Sie darauf, dass einige Schüler:innen Expressionismus nur mit Malerei verbinden.

    Während der Paararbeit vergleichen die Schüler:innen explizit expressionistische Gedichte (z.B. Georg Heyms „Der Krieg“) mit dadaistischen Lautgedichten, um die literarischen Merkmale direkt zu erkennen. Weisen Sie sie an, in ihrer Tabelle gezielt nach sprachlichen Mitteln wie Metaphern oder Lautmalerei zu suchen.

  • Während des Lautgedicht-Workshops könnte der Eindruck entstehen, Dadaismus sei rein zufällig und ohne Regeln entstanden.

    Während des Workshops analysieren die Schüler:innen zunächst Balls „Karawane“ und Schwitters‘ „Ursonate“, um die strukturierten Rhythmen und Klangmuster zu identifizieren. Betonen Sie, dass Absurdität hier ein gezieltes Gestaltungsmittel ist, kein Zufall.

  • Beim Rollenspiel zur Krisenreaktion könnte der Eindruck entstehen, beide Strömungen seien gleich provokant und zielten auf dieselbe Zerstörung ab.

    Während des Rollenspiels lassen Sie die Gruppen gezielt die unterschiedlichen Ziele herausarbeiten: Expressionisten suchten nach spiritueller Erneuerung, Dadaisten nach der Zerstörung von Sinn und Form. Geben Sie ihnen Leitfragen wie: „Welche Haltung steckt hinter der Provokation?“ vor.


In dieser Übersicht verwendete Methoden