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Chemie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Das Protonendonator-Akzeptor-Modell nach Brönsted

Aktives Lernen funktioniert besonders gut bei diesem Thema, weil Schülerinnen und Schüler durch visuelle und haptische Erfahrungen den abstrakten Protonentransfer begreifen. Das Modellieren mit Karten und Rollenspielen macht unsichtbare Teilchenreaktionen greifbar und korrigiert hartnäckige Vorstellungen zur Säure-Base-Chemie direkt im Unterricht.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen: Chemische ReaktionKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung: Modelle
15–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping25 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Protonenkarten-Transfer

Paare erhalten Karten mit Molekülen und Protonen. Sie modellieren Reaktionen, indem sie H⁺-Karten verschieben, und notieren konjugierte Paare. Abschließende Partnerdiskussion klärt die Ampholyt-Rolle von Wasser.

Erklären Sie das Brönsted-Modell von Säuren und Basen.

ModerationstippStellen Sie sicher, dass die Protonenkarten während der Paararbeit präzise und gut sichtbar sind, damit Schüler die Übertragung konkret nachvollziehen können.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Reaktionsgleichung, z.B. H₂SO₄ + 2 NH₃ → 2 NH₄⁺ + SO₄²⁻. Bitten Sie sie, die Säure und die Base zu identifizieren und die konjugierten Säure-Base-Paare zu benennen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Gruppenrotation: Reaktionsanalysen

Drei Stationen mit Gleichungen wie HCl + H₂O oder NH₃ + H₂O. Gruppen identifizieren Donor und Akzeptor, zeichnen Pfeile für Transfers und diskutieren Ergebnisse. Rotation alle 10 Minuten.

Identifizieren Sie konjugierte Säure-Base-Paare in Reaktionen.

ModerationstippBewegen Sie sich gezielt durch die Gruppen bei der Reaktionsanalyse und stellen Sie sicher, dass jede Gruppe ihre Ergebnisse mit den Fachbegriffen erklärt.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Stoffen bereit (z.B. H₂O, HCl, OH⁻, NH₃, H₃O⁺). Lassen Sie die Schüler entscheiden, ob jeder Stoff als Säure, Base oder Ampholyt nach Brönsted reagieren kann und begründen Sie kurz.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Concept-Mapping30 Min. · Ganze Klasse

Whole-Class-Simulation: Ampholyt-Wasser

Klasse teilt Rollen: Moleküle und Protonen. Lehrer moderiert Reaktionen mit H₂O als Donor und Akzeptor. Alle notieren Beobachtungen und vergleichen mit Tafelgleichungen.

Analysieren Sie die Rolle von Wasser als Ampholyt in Säure-Base-Reaktionen.

ModerationstippNutzen Sie die Whole-Class-Simulation, um gezielt Nachfragen zu stellen und die Rollen der Schüler bewusst zu wechseln, um beide Perspektiven zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie die Rolle von Wasser in der Reaktion HCl + H₂O → H₃O⁺ + Cl⁻. Fragen Sie: 'Warum kann Wasser hier als Base fungieren? Was würde passieren, wenn Wasser stattdessen als Säure reagieren würde, wie in der Reaktion NH₃ + H₂O → NH₄⁺ + OH⁻?'

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Concept-Mapping15 Min. · Einzelarbeit

Individual: Paar-Identifikationsübung

Jeder Schüler analysiert fünf Reaktionen, markiert konjugierte Paare und erklärt per Zeichnung. Austausch in Vierergruppen zur Korrektur.

Erklären Sie das Brönsted-Modell von Säuren und Basen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Reaktionsgleichung, z.B. H₂SO₄ + 2 NH₃ → 2 NH₄⁺ + SO₄²⁻. Bitten Sie sie, die Säure und die Base zu identifizieren und die konjugierten Säure-Base-Paare zu benennen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf direkte Modellierung mit Alltagsbezug, um abstrakte Vorgänge zu veranschaulichen. Vermeiden Sie rein theoretische Erklärungen ohne Visualisierung, da Schüler sonst Schwierigkeiten haben, die Dynamik der Protonenübertragung zu verstehen. Studien zeigen, dass Rollenspiele und physische Modelle das Verständnis für konjugierte Paare und Ampholyte deutlich verbessern.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler selbstständig konjugierte Säure-Base-Paare identifizieren, Wasser als Ampholyt in verschiedenen Kontexten erkennen und Reaktionsgleichungen mit Protonenübertragungen korrekt aufstellen. Sie können zudem die reversible Natur dieser Reaktionen erklären und begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit Protonenkarten-Transfer beobachten Sie, dass Schüler annehmen, Säuren würden immer Protonen an Wasser abgeben.

    Fordern Sie die Schüler auf, die Karten mit verschiedenen Basen (z.B. NH3, OH-, H2O) zu kombinieren und zu testen, ob der Transfer immer stattfindet. Diskutieren Sie im Plenum, warum der Partner entscheidend ist.

  • Während der Gruppenrotation Reaktionsanalysen beobachten Sie, dass Schüler konjugierte Paare mit den ursprünglichen Reaktanten verwechseln.

    Nutzen Sie die Modellierungsergebnisse der Gruppen und lassen Sie sie ihre konjugierten Paare farblich markieren und gegenüberstellen. Fragen Sie gezielt nach, wie sich die Base durch Protonenaufnahme verändert hat.

  • Während der Whole-Class-Simulation Ampholyt-Wasser beobachten Sie, dass Schüler Wasser nur in einer Rolle sehen.

    Wechseln Sie gezielt die Rollen der Schüler, die Wasser spielen, und lassen Sie sie nach jeder Simulation erklären, in welcher Funktion Wasser gerade agiert hat. Fassen Sie die Ergebnisse im Plenum zusammen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden