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Chemie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Chemische Gleichgewichte und das Prinzip von Le Chatelier

Aktives Lernen funktioniert hier, weil chemische Gleichgewichte ein abstrakter, dynamischer Prozess sind, den Schüler durch eigene Beobachtungen und Messungen begreifen können. Erst durch das Erleben von Farbwechseln, Druckänderungen oder Konzentrationsverschiebungen verstehen sie, warum Gleichgewichte nie statisch sind.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen: Chemische ReaktionKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung: Modelle
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Gleichgewichts-Störungen

Richten Sie drei Stationen ein: Konzentrationsänderung mit Chromatsulfat, Druckeffekt mit CO2-Gleichgewicht in Sprudelwasser, Temperatur bei Eisen(III)-thiocyanat. Gruppen prognostizieren Verschiebungen, führen Versuche durch und protokollieren Beobachtungen. Abschließende Plenumdiskussion vergleicht Ergebnisse.

Erklären Sie, was ein chemisches Gleichgewicht ist und wie es sich von einer vollständigen Reaktion unterscheidet.

ModerationstippLassen Sie während der Stationenrotation gezielt Protokollbögen mit Skizzen für Gleichgewichtsverschiebungen führen – das visualisiert die abstrakten Konzepte.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine einfache reversible Reaktion, z. B. die Bildung von Iodwasserstoff aus Wasserstoff und Iod. Bitten Sie sie, eine Aussage zu formulieren, die erklärt, was passiert, wenn die Konzentration von Wasserstoff erhöht wird, und eine weitere, die die Auswirkung einer Temperaturerhöhung beschreibt (unter Annahme einer endothermen Hinreaktion).

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Planspiel30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Vorhersagekarten

Teilen Sie Karten mit Störungen aus (z.B. Erwärmung exothermer Reaktion). Paare prognostizieren Verschiebungen nach Le Chatelier, begründen und testen an Modellgleichgewichten. Sie tauschen Karten und überprüfen gegenseitig.

Analysieren Sie, wie Änderungen von Konzentration, Druck und Temperatur ein Gleichgewicht beeinflussen.

ModerationstippVerwenden Sie bei den Vorhersagekarten unterschiedliche Farben für Hin- und Rückreaktion, um die Dynamik des Gleichgewichts zu betonen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Diagramm einer reversiblen Reaktion mit Pfeilen, die die Hin- und Rückreaktionsraten darstellen. Stellen Sie die Frage: 'Was muss geschehen, damit dieses Diagramm ein dynamisches Gleichgewicht darstellt?' Bewerten Sie die Antworten auf die korrekte Beschreibung gleicher Reaktionsraten.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Planspiel35 Min. · Ganze Klasse

Ganzer-Klasse-Experiment: Ester-Gleichgewicht

Die Klasse beobachtet gemeinsam die Esterbildung mit Farbindikator. Variieren Sie Temperatur oder Konzentration, Schüler notieren kollektiv Verschiebungen. Gemeinsame Auswertung mit Whiteboard.

Prognostizieren Sie die Verschiebung eines Gleichgewichts unter verschiedenen Bedingungen.

ModerationstippFühren Sie beim Ester-Gleichgewichtsexperiment einen Timer ein, damit Schüler die langsame Gleichgewichtseinstellung bewusst wahrnehmen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Warum ist es wichtig, dass chemische Gleichgewichte dynamisch sind und nicht statisch?' Leiten Sie die Diskussion dazu, dass sich die Bedingungen ändern können und das System reagieren muss, um ein Gleichgewicht wiederherzustellen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel25 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Simulation: PhET-Tool

Schüler nutzen die PhET-Simulation zu Gleichgewichten, ändern Parameter und skizzieren Kurven. Sie dokumentieren drei Szenarien und erklären Verschiebungen schriftlich.

Erklären Sie, was ein chemisches Gleichgewicht ist und wie es sich von einer vollständigen Reaktion unterscheidet.

ModerationstippFordern Sie Schüler bei der PhET-Simulation auf, ihre Beobachtungen direkt in ein Diagramm zu übertragen, um den Zusammenhang zwischen Störung und Verschiebung zu verankern.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine einfache reversible Reaktion, z. B. die Bildung von Iodwasserstoff aus Wasserstoff und Iod. Bitten Sie sie, eine Aussage zu formulieren, die erklärt, was passiert, wenn die Konzentration von Wasserstoff erhöht wird, und eine weitere, die die Auswirkung einer Temperaturerhöhung beschreibt (unter Annahme einer endothermen Hinreaktion).

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehren Sie das Thema mit klaren Analogien, z.B. einem vollen Glas Wasser, das durch Hinzufügen oder Entnehmen von Wasser nie leer oder überlaufen wird. Vermeiden Sie statische Bilder – nutzen Sie stattdessen Zeitraffer-Videos oder Schülerzeichnungen, die die Dynamik zeigen. Wiederholen Sie in jeder Stunde die Grundlagen, da die Konzepte sonst schnell in Vergessenheit geraten.

Erfolg zeigt sich darin, dass Schüler Gleichgewichtszustände nicht nur beschreiben, sondern aktiv vorhersagen und erklären können, wie das System auf Störungen reagiert. Sie nutzen Fachbegriffe wie 'Verschiebung nach rechts/links' und begründen ihre Aussagen mit Le Chateliers Prinzip.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation beobachten Schüler oft, dass sich die Mengen aller Stoffe stark verändern.

    Nutzen Sie die Protokollbögen, um zu zeigen, dass sich nur die Konzentrationen einzelner Stoffe ändern, während die Gesamtzusammensetzung konstant bleibt. Fragen Sie gezielt: 'Warum bleibt die Summe aller Teilchen gleich?'

  • Während der Paararbeit mit Vorhersagekarten argumentieren Schüler manchmal, das Gleichgewicht sei erreicht, sobald eine Farbe sichtbar wird.

    Fordern Sie die Schüler auf, ihre Karten mit Messdaten zu begründen. Zeigen Sie, dass die Farbintensität zwar gleich bleibt, aber die Reaktionsraten weiterlaufen – vergleichen Sie das mit einem Pendel, das sich nicht bewegt, aber ständig schwingt.

  • Während der PhET-Simulation wird oft behauptet, dass nur die Temperatur das Gleichgewicht beeinflusst.

    Lassen Sie Schüler gezielt Konzentration und Druck variieren. Die Simulation zeigt direkt, dass alle drei Faktoren wirken – nutzen Sie die eingeblendeten Pfeile, um die Verschiebungsrichtung zu diskutieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden