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Chemie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Zweitsubstitution und Mesomere Effekte

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die räumliche Elektronenverteilung und deren Auswirkungen auf Reaktionswege für Schüler abstrakt und schwer vorstellbar sind. Durch gezielte Handlungsorientierung werden mesomere und induktive Effekte erfahrbar und die logische Abfolge der Zweitsubstitution nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Fachwissen: Struktur-EigenschaftKMK: Sekundarstufe II - Erkenntnisgewinnung: Abstraktion
15–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Problemorientiertes Lernen45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Substituenteneffekte

Richten Sie Stationen für -OH, -NO2, -CH3 und -Cl ein. An jeder Station zeichnen Gruppen Grenzstrukturen, diskutieren Dirigierung und notieren Reaktivität. Rotation alle 10 Minuten, abschließende Plenumpräsentation.

Erklären Sie, warum eine Hydroxygruppe in die ortho- und para-Position dirigiert.

ModerationstippLassen Sie die Schüler während der Stationenrotation die Elektronendichteverteilung an Molekülmodellen mit farbigen Markierungen direkt sichtbar machen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Struktur eines monosubstituierten Benzols (z.B. Anilin). Fragen Sie die Schüler: 'Welchen Effekt hat die Aminogruppe auf den Ring? Ist der Ring aktiviert oder desaktiviert? Wo erwarten Sie den Angriff des nächsten Elektrophils und warum?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Problemorientiertes Lernen20 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Resonanzstrukturen zeichnen

Paare erhalten Moleküle mit Substituenten, zeichnen alle relevanten Grenzstrukturen und bewerten die Elektronendichte. Vergleich mit Partner und Korrektur durch Lehrer.

Analysieren Sie, wie eine Nitrogruppe die Elektronendichte im Ring und damit die Reaktionsgeschwindigkeit beeinflusst.

ModerationstippFordern Sie in der Paararbeit klare Absprachen: Ein Partner zeichnet die Resonanzstrukturen, der andere benennt die Positionen der erhöhten Elektronendichte.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine Liste von vier Erstsubstituenten (z.B. -CH3, -Cl, -OH, -NO2). Bitten Sie sie, für jeden Substituenten anzugeben, ob er den Ring aktiviert oder desaktiviert und ob er ortho/para oder meta dirigiert. Eine kurze Begründung pro Substituent ist erforderlich.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Problemorientiertes Lernen50 Min. · Ganze Klasse

Ganzer Unterricht: Modellsimulation

Verwenden Sie Molekülmodelle oder Software, um Substituenteneinflüsse zu simulieren. Klasse diskutiert gemeinsam, warum -OH ortho-para-dirigiert, und testet Vorhersagen.

Differentiieren Sie die Rolle von Grenzstrukturen bei der Vorhersage von Reaktionsprodukten.

ModerationstippNutzen Sie bei der Modellsimulation eine Stoppuhr, um Reaktionsgeschwindigkeiten direkt zu vergleichen und so die Desaktivierung durch Nitrogruppen quantitativ erlebbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie können wir mithilfe von Grenzstrukturen vorhersagen, warum eine Nitrogruppe in Benzol zu meta-Substitution führt, während eine Hydroxygruppe zu ortho/para-Substitution führt?' Leiten Sie eine Diskussion über die Ladungsverteilung in den jeweiligen Resonanzstrukturen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Problemorientiertes Lernen15 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Aufgabe: Reaktionsvorhersage

Jeder Schüler prognostiziert Produkte für gegebene Substrate, begründet mit Effekten und tauscht mit Nachbarn aus.

Erklären Sie, warum eine Hydroxygruppe in die ortho- und para-Position dirigiert.

ModerationstippVerlangen Sie bei der Reaktionsvorhersage eine schriftliche Begründung mit Verweis auf die relevanten Grenzstrukturen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Struktur eines monosubstituierten Benzols (z.B. Anilin). Fragen Sie die Schüler: 'Welchen Effekt hat die Aminogruppe auf den Ring? Ist der Ring aktiviert oder desaktiviert? Wo erwarten Sie den Angriff des nächsten Elektrophils und warum?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einfachen Beispielen und steigern schrittweise die Komplexität, um Überforderung zu vermeiden. Sie betonen immer wieder die Priorisierung mesomerer vor induktiven Effekten, da diese in aromatischen Systemen dominieren. Visualisierungen wie Resonanzstrukturen und Elektronendichtediagramme sind unverzichtbar, um Fehlvorstellungen aktiv entgegenzuwirken.

Erfolg zeigt sich, wenn Schüler selbstständig die dirigierenden Effekte von Substituenten vorhersagen, Resonanzstrukturen korrekt zeichnen und die Reaktivität des aromatischen Systems begründen können. Sie verbinden Theorie mit praktischen Beispielen und erkennen die Dominanz mesomerer Effekte in konjugierten Systemen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation beobachten Sie, dass Schüler zwischen induktiven und mesomeren Effekten nicht unterscheiden.

    Nutzen Sie die Station mit den Molekülmodellen und farbigen Elektronendichtemarkierungen, um die unterschiedlichen Wirkungsweisen direkt sichtbar zu machen und gezielt zu diskutieren.

  • Während der Modellsimulation äußern Schüler die Annahme, die Nitrogruppe dirigiere ortho-para aufgrund ihrer elektronenziehenden Wirkung.

    Zeigen Sie im Anschluss an die Simulation die Elektronendichteverteilung der Nitrogruppe und vergleichen Sie sie mit der Hydroxygruppe, um die korrekte meta-Dirigierung mesomer zu begründen.

  • Während der Paararbeit zur Hydroxygruppe argumentieren Schüler, die meta-Dirigierung entstehe durch Protonierung der OH-Gruppe.

    Lassen Sie die Schüler in der Peer-Teaching-Phase beide Formen (protoniert und frei) zeichnen und vergleichen, um den Unterschied in der Elektronenverteilung klar herauszuarbeiten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden