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Chemie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Kombinierte Spektroskopie zur Strukturaufklärung

Aktive Lernformate ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, die komplexe Verknüpfung von IR-, UV/Vis- und Massenspektren selbst zu erleben. Durch praktische Anwendung erkennen sie, wie sich scheinbar isolierte Daten zu einem Gesamtbild zusammenfügen, was das abstrakte Konzept der Strukturaufklärung greifbar macht.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Erkenntnisgewinnung: Instrumentelle MethodenKMK: Sekundarstufe II - Erkenntnisgewinnung: Abstraktion
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Problemorientiertes Lernen45 Min. · Kleingruppen

Gruppenrätsel: Strukturdekodierung

Teilen Sie Gruppen bekannte Spektren (IR, UV/Vis, MS) einer Verbindung zu. Die Gruppen ordnen Signale zuordnen, schlagen Strukturen vor und präsentieren. Andere Gruppen bewerten und diskutieren Abweichungen.

Kombinieren Sie Informationen aus IR-, UV/Vis- und Massenspektren, um die Struktur einer unbekannten organischen Verbindung zu ermitteln.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler im Gruppenrätsel die Rollen klar verteilen, damit jeder aktiv Beiträge leistet und keine Spektrenanalyse zur Einzelarbeit wird.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern ein vereinfachtes IR-Spektrum und ein Massenspektrum einer bekannten Substanz (z.B. Aceton) zur Verfügung. Fragen Sie: 'Welche funktionelle Gruppe lässt sich aus dem IR-Spektrum eindeutig identifizieren?' und 'Welche Information liefert der höchste Peak im Massenspektrum über die Substanz?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Problemorientiertes Lernen50 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Spektroskopie-Stationen

Richten Sie Stationen für IR-, UV/Vis- und MS-Analyse ein, inklusive realer oder simulierter Spektren. Gruppen rotieren, notieren Schlüsselinformationen und kombinieren am Ende zu einer Struktur. Abschließende Plenumdiskussion.

Justifizieren Sie die Wahl der spektroskopischen Methoden für spezifische Fragestellungen der Strukturaufklärung.

Worauf zu achten istGeben Sie jeder Schülerin und jedem Schüler ein Arbeitsblatt mit drei Spektren (IR, UV/Vis, MS) einer unbekannten Verbindung. Die Aufgabe lautet: 'Listen Sie drei strukturelle Merkmale auf, die Sie aus den kombinierten Spektren ableiten können, und begründen Sie kurz, welches Spektrum Ihnen diese Information liefert.'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Problemorientiertes Lernen30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Hypothesenbildung

Paare erhalten Spektrensets unbekannter Verbindungen. Sie formulieren Hypothesen zu Funktionsgruppen und Molekülmasse, testen mit Tabellen und korrigieren gegenseitig. Erweiterung durch Software-Simulation.

Bewerten Sie die Grenzen und Herausforderungen der instrumentellen Analytik in der chemischen Forschung.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie in Kleingruppen: 'Stellen Sie sich vor, Sie haben nur ein IR-Spektrum einer Verbindung, die eine Carbonylgruppe enthält. Welche zusätzlichen Informationen würden Sie von einem UV/Vis- oder Massenspektrum benötigen, um die genaue Struktur (z.B. Aldehyd, Keton, Carbonsäure) zu bestimmen und warum?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Problemorientiertes Lernen35 Min. · Ganze Klasse

Whole Class: Fallstudie-Debatte

Präsentieren Sie ein reales Forschungsspektrum. Die Klasse diskutiert in Plenum Methodenwahl, Grenzen und Strukturvorschläge. Abstimmung über beste Hypothese.

Kombinieren Sie Informationen aus IR-, UV/Vis- und Massenspektren, um die Struktur einer unbekannten organischen Verbindung zu ermitteln.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülerinnen und Schülern ein vereinfachtes IR-Spektrum und ein Massenspektrum einer bekannten Substanz (z.B. Aceton) zur Verfügung. Fragen Sie: 'Welche funktionelle Gruppe lässt sich aus dem IR-Spektrum eindeutig identifizieren?' und 'Welche Information liefert der höchste Peak im Massenspektrum über die Substanz?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Struktur: Zuerst wird jedes Spektrum für sich in Stationen eingeführt, bevor die Kombination im Rätsel geübt wird. Wichtig ist, falsche Zuordnungen bewusst zu thematisieren, um das Verständnis für typische Fallstricke zu schärfen. Vermeiden Sie reine Theoriephasen, da die Methode nur durch praktische Rekonstruktion verinnerlicht wird.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Lernende Spektren nicht nur beschreiben, sondern gezielt verknüpfen und strukturelle Schlüsse ziehen. Sie begründen ihre Hypothesen mit konkreten Signalzuordnungen und erkennen die Grenzen einzelner Methoden, indem sie andere Spektren zur Bestätigung nutzen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation: 'IR-Spektren zeigen nur Elemente, nicht Funktionsgruppen.'

    Nutzen Sie die Modell-Station, um gezielt die Schwingungen von Bindungen in Funktionsgruppen wie -OH oder C=C zuzuordnen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler mit Molekülmodellen arbeiten, um Signale wie die C=O-Streckschwingung bei 1700 cm⁻¹ direkt mit der Struktur zu verknüpfen.

  • Während der Paararbeit: 'Massenspektren geben immer exakt das Molekulargewicht ohne Fragmente.'

    Fordern Sie die Paare auf, Isotopenmuster im MS zu analysieren und Bruchstücke zu identifizieren. Geben Sie ihnen Beispiel-Fragmentierungen vor, die sie rekonstruieren und mit der Struktur der Verbindung abgleichen müssen.

  • Während der Whole Class Fallstudie-Debatte: 'UV/Vis eignet sich nur für farbige Stoffe.'

    Konfrontieren Sie die Klasse mit Beispielen farbloser Verbindungen mit konjugierten Systemen und lassen Sie sie im Plenum diskutieren, welche π→π*-Übergänge trotzdem detektierbar sind. Zeigen Sie, wie UV/Vis andere Methoden ergänzt, indem es z.B. die Position von Doppelbindungen bestätigt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden