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Chemie · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Chemie in der deutschen Industrie

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil das Thema komplexe historische, wirtschaftliche und ethische Aspekte verbindet. Schülerinnen und Schüler entwickeln durch praktische Auseinandersetzung ein differenziertes Verständnis für die Ambivalenzen der chemischen Industrie.

KMK BildungsstandardsKMK: SEC-II-BWKMK: SEC-II-KK
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Quellenrätsel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Chemiegeschichte

Richten Sie vier Stationen ein: IG Farben (Zeitstrahl und Quellen), Weltkriege (Rollenanalyse), Nachkriegsboom (Wirtschaftsdaten) und Klimaneutralität (Unternehmensberichte). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Erkenntnisse und diskutieren abschließend.

Wie prägte die chemische Industrie die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands?

ModerationstippLassen Sie bei der Stationenrotation klare Zeitvorgaben pro Station und eine klare Arbeitsanweisung mit Aufgabenstellungen, die Analyse und Bewertung erfordern.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine historische Periode (z.B. Weimarer Republik/IG Farben, Nachkriegszeit/Wirtschaftswunder, Gegenwart/Klimaneutralität). Lassen Sie sie die Hauptmerkmale der chemischen Industrie in dieser Zeit identifizieren und eine kurze Präsentation vorbereiten, die die wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte hervorhebt.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Chemieindustrie pro und contra

Teilen Sie die Klasse in zwei Teams auf, die Vor- und Nachteile der Chemieindustrie argumentieren. Bereiten Sie mit Quellen vor, führen Sie eine 20-minütige Debatte und voten Sie am Ende. Bewerten Sie Argumentationsstärke.

Welche Lehren wurden aus der Rolle der Chemie in den Weltkriegen gezogen?

ModerationstippFühren Sie die Debatte mit einer klaren Pro- und Contra-Struktur sowie einer anschließenden Reflexionsphase durch, in der die Schüler ihre Argumentationslinien überprüfen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste mit 5-7 Begriffen zusammen, die für das Thema zentral sind (z.B. IG Farben, Haber-Bosch-Verfahren, Zerschlagung, Green Deal, Kreislaufwirtschaft). Bitten Sie die Schüler, jeden Begriff kurz zu definieren und seine Relevanz für die deutsche Chemieindustrie in einem Satz zu erläutern.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Projektbasiertes Lernen60 Min. · Partnerarbeit

Projektbasiertes Lernen: Zukunft der Chemieindustrie

In Paaren recherchieren Schüler ein Unternehmen wie BASF zu Klimaschutzmaßnahmen, erstellen eine Präsentation mit Infografik und schlagen Verbesserungen vor. Präsentieren Sie im Plenum.

Wie transformiert sich der Chemiestandort Deutschland in Richtung Klimaneutralität?

ModerationstippGeben Sie beim Projekt 'Zukunft der Chemieindustrie' konkrete Rechercheaufträge und eine klare Projektstruktur vor, um Überforderung zu vermeiden.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte zwei Fragen beantworten: 1. Nennen Sie eine historische Lehre aus der Rolle der chemischen Industrie in den Weltkriegen, die heute noch relevant ist. 2. Beschreiben Sie eine konkrete Maßnahme, die ein deutsches Chemieunternehmen ergreift, um klimaneutraler zu werden.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Quellenrätsel40 Min. · Kleingruppen

Zeitstrahl-Workshop: Industrieentwicklung

Jede Gruppe baut einen interaktiven Zeitstrahl auf mit Karten zu Schlüsseldaten. Ergänzen Sie durch Peer-Feedback und digitale Tools wie TimelineJS.

Wie prägte die chemische Industrie die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands?

ModerationstippAchten Sie beim Zeitstrahl-Workshop darauf, dass die Schüler nicht nur Daten sammeln, sondern auch Verbindungen zwischen historischen und aktuellen Entwicklungen herstellen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine historische Periode (z.B. Weimarer Republik/IG Farben, Nachkriegszeit/Wirtschaftswunder, Gegenwart/Klimaneutralität). Lassen Sie sie die Hauptmerkmale der chemischen Industrie in dieser Zeit identifizieren und eine kurze Präsentation vorbereiten, die die wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte hervorhebt.

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen die Bedeutung einer multiperspektivischen Herangehensweise. Vermeiden Sie eine einseitige Darstellung der Chemieindustrie als nur positiv oder nur negativ. Nutzen Sie historische Quellen, um die Komplexität zu verdeutlichen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler durch die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart ein nachhaltigeres Verständnis entwickeln.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler historische Entwicklungen mit aktuellen Herausforderungen verknüpfen und dabei ethische sowie ökologische Dimensionen reflektieren. Sie nutzen Quellen kritisch und formulieren begründete Standpunkte.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Debatte zur Chemieindustrie pro und contra beobachten Sie, dass viele Schüler nur die negativen Aspekte wie Umweltbelastungen oder Kriegsbeteiligung betonen.

    Nutzen Sie die Debatte, um die Schüler zu ermutigen, auch positive Innovationen wie Medikamente oder Kunststoffe zu benennen und deren gesellschaftlichen Nutzen zu diskutieren. Geben Sie ihnen gezielt Quellen, die diese Aspekte hervorheben.

  • Während des Projekts zur Zukunft der Chemieindustrie stellen Sie fest, dass Schüler die historischen Kontinuitäten der Branche unterschätzen.

    Fordern Sie die Schüler auf, in ihren Recherchen explizit nach Verbindungen zwischen historischen und aktuellen Entwicklungen zu suchen, z.B. durch den Vergleich von IG Farben mit modernen Unternehmen wie BASF.

  • Während der Stationenrotation zur Chemiegeschichte nehmen Schüler an, die Industrie habe nur wirtschaftliche Auswirkungen.

    Lenken Sie den Blick der Schüler durch die Stationen selbst auf ökologische und gesellschaftliche Folgen, z.B. durch eine Station zum Thema Umweltverschmutzung oder Arbeitsbedingungen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden