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Biologie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Nicht-Mendelsche Erbgänge

Nicht-Mendelsche Erbgänge erfordern mehr als nur das Auswendiglernen von Regeln. Durch aktive Simulationen und Modellierungen können Schülerinnen und Schüler die komplexen Wechselwirkungen von Allelen und Genen greifbar machen und so ein tieferes Verständnis entwickeln.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen ReproduktionKMK: Sekundarstufe I - Erkenntnisgewinnung
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Erbgang-Stationen

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Intermediäre Vererbung mit Blütenmodellen modellieren. 2. Kodominanz bei Blutgruppen mit Farbkarten simulieren. 3. Multiple Allele durch Würfelwürfe testen. 4. Pedigree-Analyse zeichnen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Ergebnisse.

Differentiieren Sie zwischen dominant-rezessiver, intermediärer und kodominanter Vererbung.

ModerationstippRichten Sie bei der Stationenrotation klare Zeitfenster für jede Station ein, damit die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Erbgänge aktiv modellieren können.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Aufgabe: 'Ein roter und ein weißer Löwenmäulchen-Pflanze kreuzen sich. Die Nachkommen sind alle rosa. Welche Art der Vererbung liegt vor und wie würden Sie den Genotyp der Eltern und Nachkommen notieren?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Blutgruppen-Simulation

Paare erhalten Karten mit Genotypen (IA, IB, i) und ziehen zufällig Elternpaare. Sie erstellen Punnett-Quadrate und prognostizieren Nachkommen. Diskutieren Sie Abweichungen von mendelschen Regeln und vergleichen mit realen Daten.

Analysieren Sie Beispiele für nicht-Mendelsche Erbgänge, wie die Blutgruppenvererbung.

ModerationstippStellen Sie sicher, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Paararbeit zur Blutgruppen-Simulation die Genotypen und Phänotypen sorgfältig notieren, um die Vererbungsmuster zu verstehen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Warum ist das Verständnis von nicht-Mendelschen Erbgängen wichtig für die Züchtung von Nutzpflanzen oder Tieren? Geben Sie ein konkretes Beispiel.' Fordern Sie die Schüler auf, ihre Antworten zu begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Klassenexperiment: Blütenfarbe modellieren

Die Klasse mischt Farbstoffe für intermediäre Vererbung (rot + weiß = rosa). Jede Gruppe testet Kreuzungen und dokumentiert Phänotypen. Gemeinsam Punnett-Quadrate aufbauen und Ergebnisse besprechen.

Erklären Sie, wie multiple Allele die Merkmalsausprägung beeinflussen können.

ModerationstippBeobachten Sie beim Klassenexperiment zur Blütenfarbe genau, wie die Gruppen die Farbmischungen durchführen und wie sie daraus Rückschlüsse auf die intermediäre Vererbung ziehen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Kärtchen mit einem Stammbaum, der eine nicht-Mendelsche Vererbung zeigt. Die Aufgabe lautet: 'Identifizieren Sie die Art der Vererbung und begründen Sie Ihre Antwort anhand des Stammbaums. Geben Sie die möglichen Genotypen der abgebildeten Personen an.'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Modellierung: Pedigree-Zeichnung

Schüler erhalten Familienstammbäume zu Blutgruppen und zeichnen Genotypen ein. Identifizieren Sie Kodominanz und multiple Allele. Teilen Sie im Plenum Lösungen.

Differentiieren Sie zwischen dominant-rezessiver, intermediärer und kodominanter Vererbung.

ModerationstippUnterstützen Sie die Schülerinnen und Schüler bei der individuellen Modellierung, indem Sie sicherstellen, dass sie die Genotypen korrekt in die Pedigrees eintragen und die kodominanten oder intermediären Beziehungen erkennen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Aufgabe: 'Ein roter und ein weißer Löwenmäulchen-Pflanze kreuzen sich. Die Nachkommen sind alle rosa. Welche Art der Vererbung liegt vor und wie würden Sie den Genotyp der Eltern und Nachkommen notieren?'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Bei nicht-Mendelschen Erbgängen ist es entscheidend, die Schülerinnen und Schüler von abstrakten Regeln zu konkreten Beispielen zu führen. Vermeiden Sie es, nur die Unterschiede zu Mendel aufzuzählen. Stattdessen sollten Sie durch praktische Aktivitäten wie das Mischen von Farben oder das Simulieren von Blutgruppenvererbungen die Phänomene erlebbar machen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen intermediärer Vererbung und Kodominanz klar benennen und anwenden können. Sie verstehen, wie multiple Allele wirken und können diese Konzepte anhand von Beispielen wie Blutgruppen oder Blütenfarben erklären.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Bei der Stationenrotation 'Erbgang-Stationen' übertragen viele Schülerinnen und Schüler fälschlicherweise mendelsche Regeln auf alle Fälle. Korrigieren Sie dies, indem Sie bei der Station zur Kodominanz die Schülerinnen und Schüler auffordern, die gleichzeitige Expression beider Allele anhand der Modelle zu beschreiben und zu notieren.

    Bei der Stationenrotation 'Erbgang-Stationen' verwechseln Schülerinnen und Schüler oft intermediäre Vererbung mit Kodominanz. Leiten Sie sie an, bei der Farbmischungs-Station die Entstehung einer Mischfarbe zu beobachten und bei der Blutgruppen-Station die gleichzeitige Sichtbarkeit beider Merkmale zu erkennen und zu dokumentieren.

  • Bei der Paararbeit 'Blutgruppen-Simulation' nehmen Schülerinnen und Schüler an, dass multiple Allele immer eine Mischung der Merkmale ergeben. Weisen Sie sie darauf hin, dass bei der Blutgruppenvererbung die Allele IA und IB kodominant zueinander sind, während i rezessiv ist, und dass sie dies bei der Erstellung der Punnett-Quadrate berücksichtigen müssen.

    Bei der Paararbeit 'Blutgruppen-Simulation' könnten Schülerinnen und Schüler denken, dass multiple Allele immer zu einer Mischung führen. Helfen Sie ihnen zu verstehen, dass die Kombination von IA und IB zum AB-Bluttyp führt und dass dies ein Beispiel für Kodominanz ist, während die Interaktion mit i die rezessive Natur des i-Allels zeigt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden