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Kunst · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Kunst und Identitätspolitik

Aktives Lernen eignet sich besonders für das Thema Kunst und Identitätspolitik, weil es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, abstrakte Konzepte wie Repräsentation und Stereotype durch konkrete Analyse und kreative Gestaltung zu begreifen. Indem sie Kunstwerke diskutieren und eigene Werke erstellen, verstehen sie, wie Identität durch visuelle Mittel konstruiert und hinterfragt wird, was nachhaltigere Lernerfolge schafft.

KMK BildungsstandardsBildrezeptionBildnerische Produktion
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Sokratisches Seminar45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Kunstwerke analysieren

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Porträt einer marginalisierten Person betrachten und Notizen zu Repräsentation machen. 2. Stereotypen in Werken identifizieren. 3. Künstlerbiografien lesen. 4. Gruppendiskussion protokollieren. Gruppen rotieren alle 10 Minuten.

Wie können Künstler marginalisierte Gruppen in ihren Werken sichtbar machen?

ModerationstippBei der Stationenrotation geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Zeitvorgaben und Leitfragen für jede Station, um eine strukturierte Auseinandersetzung mit den Kunstwerken zu gewährleisten.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Postkarte. Auf der Vorderseite malen sie ein Symbol, das einen Aspekt ihrer Identität darstellt. Auf der Rückseite schreiben sie zwei Sätze, die erklären, warum sie dieses Symbol gewählt haben und wie es mit dem Begriff 'Identitätspolitik' zusammenhängt.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Sokratisches Seminar30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Stereotypen dekonstruieren

Paare wählen ein Kunstwerk, listen Stereotypen auf und entwerfen eine Skizze, die es umkehrt. Sie präsentieren kurz und diskutieren Auswirkungen auf Identität.

Analysieren Sie, wie Kunstwerke Stereotypen hinterfragen oder verstärken können.

ModerationstippIn der Paararbeit zu Stereotypen dekonstruieren Sie darauf hin, dass die Schülerinnen und Schüler konkrete Bildbeispiele heranziehen und ihre Argumente mit visuellen Details stützen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern ein Bild eines Kunstwerks vor, das Stereotypen hinterfragt. Fragen Sie: 'Welche Stereotypen werden hier aufgegriffen und wie werden sie durch das Kunstwerk verändert oder dekonstruiert? Nennt konkrete visuelle Elemente, die dazu beitragen.'

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Sokratisches Seminar50 Min. · Ganze Klasse

Whole Class: Identitäts-Collage gestalten

Die Klasse sammelt Materialien zu kulturellen Identitäten, gestaltet gemeinsam eine große Collage und reflektiert in Plenum, wie Zugehörigkeit dargestellt wird.

Gestalten Sie ein Kunstwerk, das Ihre eigene kulturelle Identität reflektiert.

ModerationstippBei der Whole-Class-Identitäts-Collage achten Sie darauf, dass alle Materialien (Zeitschriften, Stifte, Kleber) in ausreichender Menge vorhanden sind und die Schülerinnen und Schüler ihre Werke präsentieren und gegenseitig würdigen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, in Kleingruppen drei Beispiele für marginalisierte Gruppen zu nennen, die ihrer Meinung nach in der Kunst häufig unterrepräsentiert sind. Jede Gruppe präsentiert ihre Liste und begründet kurz, warum diese Gruppen wichtig für die Identitätspolitik sind.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar40 Min. · Einzelarbeit

Individual: Persönliches Kunstwerk

Jeder Schüler entwirft ein Werk zu seiner kulturellen Identität, beschreibt Materialwahl und Botschaft in einem Begleittext.

Wie können Künstler marginalisierte Gruppen in ihren Werken sichtbar machen?

ModerationstippBeim individuellen Kunstwerk fordern Sie eine kurze schriftliche Reflexion an, die den Prozess und die Intention hinter dem Werk erklärt, um die Verbindung zwischen Kunst und Identitätspolitik zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Postkarte. Auf der Vorderseite malen sie ein Symbol, das einen Aspekt ihrer Identität darstellt. Auf der Rückseite schreiben sie zwei Sätze, die erklären, warum sie dieses Symbol gewählt haben und wie es mit dem Begriff 'Identitätspolitik' zusammenhängt.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer kurzen Einführung, die den Begriff Identitätspolitik mit konkreten Beispielen aus der Kunst verknüpft, um den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu erleichtern. Wichtig ist, eine wertschätzende und offene Diskussionskultur zu schaffen, in der alle Perspektiven Raum finden. Vermeiden Sie es, eigene Deutungen vorzugeben – stattdessen fördern Sie die eigenständige Analyse durch gezielte Fragestellungen. Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler durch kreative Prozesse nachhaltiger lernen, da sie selbst gestalten und reflektieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Kunstwerke nicht nur beschreiben, sondern auch interpretieren und kritisch reflektieren können. Sie erkennen, wie Identität in der Kunst dargestellt wird, dekonstruieren Stereotype und entwickeln ein eigenes Kunstwerk, das ihre kulturelle Identität sichtbar macht. Die Fähigkeit, eigene und fremde Perspektiven zu benennen, ist dabei zentral.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zur Analyse von Kunstwerken beobachten Sie, dass einige Schülerinnen und Schüler Kunst als rein ästhetischen Gegenstand betrachten.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf den Kontext und die Botschaften der Kunstwerke, indem Sie gezielte Leitfragen stellen, wie: 'Welche gesellschaftlichen Themen werden hier angesprochen?' oder 'Wem gibt diese Darstellung Sichtbarkeit?'.

  • Während der Paararbeit zur Dekonstruktion von Stereotypen nehmen manche Schülerinnen und Schüler an, Identität sei unveränderlich und kulturelle Zugehörigkeit feststehend.

    Fordern Sie die Paare auf, ihre eigenen kulturellen Prägungen zu benennen und zu hinterfragen, wie diese durch Kunst sichtbar oder verändert werden können. Nutzen Sie die Collagen-Materialien, um Fluidität von Identität konkret zu machen.

  • Beim individuellen Gestalten des Kunstwerks zu kultureller Identität denken einige Schülerinnen und Schüler, nur berühmte Künstlerinnen und Künstler könnten politische Botschaften vermitteln.

    Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, ihr Kunstwerk mit einer kurzen Erklärung zu verknüpfen, in der sie darlegen, welche persönliche Erfahrung oder welche gesellschaftliche Frage ihr Werk aufgreift.


In dieser Übersicht verwendete Methoden