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Kunst · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Das Erhabene und das Schöne

Aktive Lernformen wie Galerien, Diskussionen und Skizzen helfen Schülern, die abstrakten Konzepte des Schönen und Erhabenen konkret zu erleben. Durch den direkten Vergleich von Kunstwerken werden emotionale Reaktionen und theoretische Grundlagen gleichzeitig greifbar, was nachhaltiges Verständnis fördert.

KMK BildungsstandardsAnalyse und InterpretationWahrnehmung
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Philosophische Stühle35 Min. · Kleingruppen

Galerie-Walk: Schön vs. Erhaben

Drucken Sie Reproduktionen von Kunstwerken aus (z. B. Lorrain und Friedrich). Schüler laufen durch die Klasse, notieren emotionale Reaktionen und kategorisieren die Werke. Abschließend teilen Gruppen Beobachtungen in Plenum.

Wie unterscheiden sich die Konzepte des Schönen und des Erhabenen in der Kunst?

ModerationstippStellen Sie während des Galerie-Walks gezielt Fragen wie 'Welches Gefühl dominiert hier – Harmonie oder überwältigende Größe?' und fordern Sie Schüler auf, ihre Antworten mit Blick auf Farbverwendung oder Komposition zu begründen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild eines Kunstwerks (z.B. eine idyllische Landschaft von Lorrain und ein stürmisches Meer von Turner). Bitten Sie die Gruppen, die Unterschiede in der Darstellung und der hervorgerufenen Stimmung zu diskutieren und zu notieren. Fragen Sie: Welche Gefühle löst jedes Bild aus und warum?

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Philosophische Stühle30 Min. · Partnerarbeit

Diskussionskreis: Emotionale Wirkung

Teilen Sie Paare ein, die ein Werk analysieren: Beschreiben Sie Formen, Farben und Gefühle. Dann rotieren sie zu einem anderen Paar und vergleichen. Plenum fasst Unterschiede zusammen.

Analysieren Sie Kunstwerke, die das Gefühl des Erhabenen hervorrufen.

ModerationstippLegen Sie im Diskussionskreis klare Gesprächsregeln fest, z.B. dass jeder Schüler mindestens einmal eine eigene Einschätzung äußern muss, bevor die Gruppe gemeinsam Schlüsse zieht.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einem Notizzettel zwei Spalten erstellen: 'Das Schöne' und 'Das Erhabene'. Bitten Sie sie, jeweils drei Stichworte zu notieren, die die Merkmale und Wirkungen dieser Kategorien beschreiben. Sammeln Sie die Zettel ein, um das Verständnis zu überprüfen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Philosophische Stühle45 Min. · Einzelarbeit

Kreative Skizze: Eigenes Erhabenes

Schüler zeichnen ein persönliches Erlebnis des Erhabenen (z. B. Gewitter). Sie erklären in Kleingruppen, warum es erhaben wirkt, und präsentieren.

Bewerten Sie, welche Rolle diese ästhetischen Kategorien in der zeitgenössischen Kunst spielen.

ModerationstippFordern Sie bei der kreativen Skizze 'Erhabenes' die Schüler auf, bewusst eine Perspektive zu wählen, die Größe oder Macht vermittelt – etwa durch extreme Weite oder bedrohliche Formen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, ein zeitgenössisches Kunstwerk (aus dem Internet oder Erinnerung) zu nennen, das ihrer Meinung nach das Erhabene thematisiert. Sie sollen kurz begründen, warum sie diese Einschätzung treffen und welche Elemente im Werk dafür verantwortlich sind.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Philosophische Stühle40 Min. · Kleingruppen

Vergleichstabelle: Ästhetische Kategorien

In Kleingruppen erstellen Schüler eine Tabelle mit Beispielen für Schön und Erhaben aus Alltag und Kunst. Diskutieren Sie Relevanz heute und hängen Tabellen aus.

Wie unterscheiden sich die Konzepte des Schönen und des Erhabenen in der Kunst?

ModerationstippWeisen Sie bei der Vergleichstabelle darauf hin, dass die Schüler nicht nur Merkmale auflisten, sondern auch die emotionale Wirkung in eigenen Worten beschreiben.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein Bild eines Kunstwerks (z.B. eine idyllische Landschaft von Lorrain und ein stürmisches Meer von Turner). Bitten Sie die Gruppen, die Unterschiede in der Darstellung und der hervorgerufenen Stimmung zu diskutieren und zu notieren. Fragen Sie: Welche Gefühle löst jedes Bild aus und warum?

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Unterscheidung der Begriffe und betonen, dass beide Kategorien emotionale Reaktionen auslösen, aber unterschiedlich wirken. Wichtig ist, Schülern Raum für subjektive Eindrücke zu geben, während gleichzeitig theoretische Grundlagen wie Kants Definition des Erhabenen oder Burkes Theorie der Furcht und Bewunderung einbezogen werden. Vermeiden Sie es, die Konzepte zu sehr zu vereinfachen – das Schöne und das Erhabene überschneiden sich oft in der Praxis, was Raum für produktive Diskussionen lässt.

Am Ende können die Schüler die Kategorien des Schönen und Erhabenen anhand von Merkmalen und emotionaler Wirkung unterscheiden. Sie formulieren ihre Beobachtungen klar und begründen ihre Einschätzungen mit konkreten Beispielen aus den analysierten Werken.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Diskussionskreises 'Emotionale Wirkung' könnten Schüler behaupten, das Schöne und das Erhabene seien dasselbe, da beide Gefühle auslösen.

    Lenken Sie die Diskussion auf die konkreten Unterschiede: Fordern Sie die Schüler auf, die Bilder aus dem Galerie-Walk zu vergleichen und zu beschreiben, wie sich die Gefühle unterscheiden – z.B. 'Hier fühlt man sich geborgen, dort winzig'. Nutzen Sie die Vergleichstabelle als visuelle Hilfe.

  • Während des Galerie-Walks 'Schön vs. Erhaben' könnten Schüler annehmen, das Erhabene sei ausschließlich in der romantischen Naturmalerei zu finden.

    Weisen Sie die Schüler explizit darauf hin, dass auch moderne oder abstrakte Werke das Erhabene darstellen können. Zeigen Sie z.B. ein Foto von Anselm Kiefers 'Himmelsweg' oder einem großformatigen abstrakten Gemälde und fragen Sie: 'Was löst hier ein Gefühl von Größe aus?'

  • Während der Vergleichstabelle 'Ästhetische Kategorien' könnten Schüler behaupten, die Konzepte seien rein subjektiv und nicht analysierbar.

    Beziehen Sie sich auf historische Theorien wie Kants 'Analytik des Erhabenen' oder Burkes Schrift 'A Philosophical Enquiry into the Origin of Our Ideas of the Sublime and Beautiful'. Diskutieren Sie gemeinsam, wie diese Theorien die Analyse strukturieren können, z.B. durch die Frage: 'Wo sehen wir hier die Idee der 'unendlichen Macht', die Burke beschreibt?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden