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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Filmgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Aktives Lernen eignet sich besonders gut für die Filmgeschichte, weil die Schülerinnen und Schüler durch sinnliche Wahrnehmung und praktische Analyse technische und ästhetische Entwicklungen nachvollziehen. Wenn sie selbst Filme betrachten, vergleichen und in historische Kontexte einordnen, verstehen sie, dass Filmsprache stets mit gesellschaftlichen und politischen Bedingungen verknüpft war.

KMK BildungsstandardsBildnerische RezeptionMedienkompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Zeitstrahl-Challenge45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Filmepochen erkunden

Richten Sie fünf Stationen ein: Stummfilm (Murnau-Clips), Tonfilm-Einführung (Jazz-Singer), Nouvelle Vague (Godard), Hollywood-Klassiker (Hitchcock) und CGI (Avengers). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Merkmale und Innovationen. Abschließende Plenumdiskussion.

Analysieren Sie, wie technische Innovationen die Entwicklung der Filmsprache beeinflusst haben.

ModerationstippBei der Stationenrotation sollten Sie kurze, prägnante Ausschnitte (je 2-3 Minuten) wählen, um die Aufmerksamkeit zu halten und den Fokus auf die Analyse zu legen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern einen kurzen Filmausschnitt (ca. 1 Minute) aus einer spezifischen Epoche. Bitten Sie sie, auf einer Karteikarte zwei Sätze zu schreiben, die eine prägnante technische oder ästhetische Besonderheit des Ausschnitts beschreiben und diese mit der Epoche in Verbindung bringen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Zeitstrahl-Challenge30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Stumm- vs. Tonfilm-Vergleich

Paare erhalten Clips eines Stummfilms und seiner Tonfilm-Remake-Version. Sie listen Unterschiede in Ästhetik, Erzählung und Emotion auf, erstellen eine Tabelle. Präsentation in der Klasse.

Vergleichen Sie die ästhetischen Merkmale des Stummfilms mit denen des Tonfilms.

ModerationstippBeim Stumm- vs. Tonfilm-Vergleich bereiten Sie die Materialien so vor, dass die Schülerinnen und Schüler direkt nebeneinander arbeiten können, um Unterschiede sofort zu diskutieren.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche technische Innovation in der Filmgeschichte hat Ihrer Meinung nach die größte Veränderung in der Art und Weise bewirkt, wie Geschichten erzählt werden, und warum?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten mit Beispielen aus verschiedenen Epochen begründen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Zeitstrahl-Challenge50 Min. · Kleingruppen

Kleingruppen: Filmgeschichte-Timeline

Gruppen recherchieren 5-7 Schlüsselereignisse und -Werke, bauen eine interaktive Timeline mit Post-its und Bildern. Hängen Sie sie auf, lassen Sie andere Gruppen kommentieren und ergänzen.

Bewerten Sie den Einfluss des Kinos auf die Gesellschaft und Kultur des 20. Jahrhunderts.

ModerationstippBei der Timeline-Aktivität achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Daten eintragen, sondern auch kurze prägnante Notizen zu jedem Ereignis machen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine einfache Zuordnungsaufgabe: Listen Sie auf der einen Seite Schlüsselbegriffe (z.B. Montage, Expressionismus, Intertitel) und auf der anderen Seite kurze Beschreibungen oder Epochen auf. Die Schüler ordnen die Begriffe den passenden Beschreibungen zu, um ihr Vokabularverständnis zu prüfen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge35 Min. · Ganze Klasse

Ganzer-Klasse-Diskussion: Kino und Gesellschaft

Zeigen Sie Ausschnitte zu Propaganda-Filmen (z.B. Nazi-Zeit). Diskutieren Sie in Plenum Einfluss auf Kultur, mit Moderationskarten für Argumente pro/contra.

Analysieren Sie, wie technische Innovationen die Entwicklung der Filmsprache beeinflusst haben.

ModerationstippBei der Diskussion zum Kino und Gesellschaft sollten Sie gezielt Schülerinnen und Schüler ansprechen, die sich bisher wenig beteiligt haben, um unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern einen kurzen Filmausschnitt (ca. 1 Minute) aus einer spezifischen Epoche. Bitten Sie sie, auf einer Karteikarte zwei Sätze zu schreiben, die eine prägnante technische oder ästhetische Besonderheit des Ausschnitts beschreiben und diese mit der Epoche in Verbindung bringen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei der Filmgeschichte auf den Dreiklang aus Analyse, Kontextualisierung und Reflexion. Vermeiden Sie reine Faktenvermittlung, sondern nutzen Sie die ästhetische Erfahrung als Ausgangspunkt. Gleichzeitig vermeiden Sie es, Filme nur als Kunstwerke zu betrachten – betonen Sie stets ihre gesellschaftliche und politische Dimension. Aktuelle Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler historische Prozesse besser verstehen, wenn sie selbst aktiv vergleichen und dekonstruieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler Epochen unterscheiden, zentrale technische Innovationen benennen und deren gesellschaftlichen Einfluss begründen können. Zudem sollen sie in Diskussionen und Analysen nachweisen, dass sie lineare Fortschrittsmodelle überwinden und komplexe Zusammenhänge erkennen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation wird manchmal angenommen, dass die Filmgeschichte rein linear und technisch vorangetrieben wurde.

    Nutzen Sie die Stationenarbeit gezielt, um kulturelle, politische und künstlerische Einflüsse in den Vordergrund zu stellen. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, an jeder Station zu notieren, wie mindestens ein außerfilmischer Faktor (z.B. Weltkrieg, Industrialisierung) die Epoche prägte.

  • Während der Paararbeit zum Stumm- vs. Tonfilm-Vergleich entsteht der Eindruck, Stummfilme seien primitiv und unterlegen gewesen.

    Beobachten Sie die Paare und lenken Sie ihre Aufmerksamkeit auf die Analyse der Intertitel und Gestik. Fordern Sie sie auf, konkrete Beispiele zu benennen, wie Stummfilme Emotionen ohne Dialoge vermittelten – etwa durch Schnitte oder Lichtsetzung.

  • Während der Klasse-Diskussion zum Kino und Gesellschaft wird Film oft nur als Unterhaltungsmedium wahrgenommen.

    Nutzen Sie die Diskussion, um gezielt nach den emotionalen und politischen Reaktionen des Publikums zu fragen. Fordern Sie Beispiele an, wie Filme wie »Triumph des Willens« oder »Casablanca« gezielt Stimmungen erzeugten und Identitäten formten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden