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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Einstellungsgrößen und Montage

Aktives Lernen zeigt Schülern die Wirkung von Einstellungsgrößen und Montage sofort, weil sie selbst erleben, wie Bilder und Schnitte Emotionen und Erzählstränge lenken. Durch praktische Übungen verstehen sie schneller, dass Technik und Ästhetik immer zusammenwirken müssen, um Wirkung zu entfalten.

KMK BildungsstandardsBildnerische RezeptionMedienkompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Einstellungsgrößen

Richten Sie vier Stationen ein: Nahaufnahme (Gesichtsausdrücke filmen), Totalaufnahme (Raum einbeziehen), Halbnahaufnahme (Körperhaltung) und Vogelperspektive (Machtverhältnisse). Gruppen filmen mit Smartphones, notieren Wirkungen und rotieren alle 10 Minuten. Abschließende Präsentation der Beobachtungen.

Wie steuert die Wahl der Kameraperspektive die Sympathie des Zuschauers?

ModerationstippLassen Sie Schüler während des Stationenlernens Einstellungsgrößen mit ihren Handys filmen und direkt vergleichen, um die Wirkung sofort zu sehen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler einen kurzen Filmausschnitt (ca. 1 Minute) betrachten. Bitten Sie sie auf einem Zettel zu notieren: Welche Einstellungsgröße wurde am häufigsten verwendet und welche Wirkung erzielt dies? Nennen Sie ein Beispiel für eine Schnittfolge und beschreiben Sie deren Rhythmus.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse50 Min. · Partnerarbeit

Montage-Workshop: Rhythmus gestalten

Teilen Sie kurze Clips in Segmente auf. Schüler schneiden sie mit kostenlosen Apps neu zusammen: einmal schnell, einmal langsam. Sie vergleichen den Rhythmus und die Spannung in Partnerdiskussionen. Gemeinsam eine Klassenmontage erstellen.

Welchen Rhythmus erzeugt ein schneller Schnitt im Vergleich zu einer langen Einstellung?

ModerationstippGeben Sie beim Montage-Workshop klare Zeitvorgaben für Schnitte und lange Einstellungen vor, damit Schüler den Rhythmus aktiv steuern lernen.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Versionen derselben Szene: eine mit schneller Montage, die andere mit langen Einstellungen. Fragen Sie die Klasse: Welche Version wirkt spannender, welche informativer? Wie beeinflusst die Wahl der Einstellungsgröße und des Schnitts unsere Wahrnehmung der Charaktere?

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Kleingruppen

Ton-Bild-Analyse: Spannung aufbauen

Wählen Sie Szenen mit unterschiedlichem Ton-Bild-Verhältnis aus. Schüler notieren zunächst Beobachtungen zum Bild, dann zum Ton, analysieren die Kombination. In Kleingruppen rekonstruieren sie die Wirkung durch Nachstellung mit Alltagsgegenständen.

Wie ergänzen sich Ton und Bild bei der Erzeugung von Spannung?

ModerationstippFordern Sie bei der Ton-Bild-Analyse gezielt auf, nicht nur die Technik, sondern die emotionale Wirkung zu beschreiben.

Worauf zu achten istStellen Sie Begriffe wie 'Nahaufnahme', 'Totale', 'schneller Schnitt' an die Tafel. Bitten Sie die Schüler, zu jedem Begriff ein Beispiel aus einem bekannten Film zu nennen und kurz zu erklären, welche Wirkung diese Einstellung im Film hatte.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse40 Min. · Ganze Klasse

Perspektiven-Vergleich: Sympathie lenken

Zeigen Sie dieselbe Szene aus verschiedenen Perspektiven. Schüler bewerten in einer Tabelle die Zuschauersympathie. Anschließend drehen sie eigene Varianten und diskutieren im Plenum die Unterschiede.

Wie steuert die Wahl der Kameraperspektive die Sympathie des Zuschauers?

ModerationstippFühren Sie beim Perspektiven-Vergleich eine Galerie mit Beispielbildern ein, die Schüler nach Sympathie und Erzählfokus sortieren lassen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler einen kurzen Filmausschnitt (ca. 1 Minute) betrachten. Bitten Sie sie auf einem Zettel zu notieren: Welche Einstellungsgröße wurde am häufigsten verwendet und welche Wirkung erzielt dies? Nennen Sie ein Beispiel für eine Schnittfolge und beschreiben Sie deren Rhythmus.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einfachen Techniken und steigern die Komplexität, um Überforderung zu vermeiden. Sie zeigen immer wieder, wie Einstellungsgrößen und Montage zusammenhängen, und vermeiden isolierte Erklärungen einzelner Begriffe. Wichtig ist, dass Schüler die Wirkung selbst erleben, nicht nur theoretisch nachvollziehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schüler gezielt Einstellungsgrößen und Montageformen auswählen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Sie können erklären, wie diese Mittel die Zuschauerlenkung und die Erzählweise beeinflussen und begründen ihre Entscheidungen mit konkreten Beispielen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens Einstellungsgrößen wird oft angenommen, dass Nahaufnahmen immer dramatisch und emotional wirken.

    Weisen Sie die Schüler während der Stationenarbeit darauf hin, Weitwinkel in Nahaufnahmen bewusst einzusetzen, um Kontraste zu schaffen und Sympathie nuanciert zu lenken.

  • Während des Montage-Workshops Rhythmus gestalten wird angenommen, dass schneller Schnitt immer mehr Spannung erzeugt als lange Einstellungen.

    Fordern Sie Schüler nach den Montage-Übungen auf, Schnitte und lange Einstellungen zu vergleichen und die Wirkung auf die Spannung zu beschreiben.

  • Während des Perspektiven-Vergleichs Sympathie lenken wird angenommen, dass Kameraperspektiven nur die Optik beeinflussen, nicht die Handlung.

    Lassen Sie Schüler während der Nachstellungen gezielt beobachten, wie eine Tiefeinstellung Sympathie steuert, und fördern Sie so kritisches Medienbewusstsein.


In dieser Übersicht verwendete Methoden