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Informatik · Klasse 9 · Vernetzte Systeme und Internetprotokolle · 1. Halbjahr

Digitale Identität und Spuren im Netz

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren über ihre digitale Identität und die Spuren, die sie im Internet hinterlassen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Informatik und GesellschaftKMK: Sekundarstufe I - Kommunizieren

Über dieses Thema

Die digitale Identität besteht aus allen Daten, die eine Person im Internet hinterlässt, wie Profile, Beiträge, Suchverläufe und Standortinformationen. Schülerinnen und Schüler in Klasse 9 analysieren, welche Informationen über sie öffentlich zugänglich sind. Sie erklären Konzepte wie digitaler Fußabdruck, der Spuren durch Nutzung von Apps, Websites und Geräten erzeugt, und digitale Identität, die ein Bild von der Person zeichnet, das über die reale Persönlichkeit hinausgeht.

Im KMK-Lehrplan für Sekundarstufe I verbindet das Thema Informatik und Gesellschaft mit Kommunikationsstandards. Es fördert Systemdenken, indem Schüler erkennen, wie Daten von Plattformen gesammelt, gespeichert und genutzt werden. Die Key Questions leiten zu Strategien für verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten, wie Passwortmanagement und Privatsphäre-Einstellungen.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte Konzepte durch Simulationen und Gruppendiskussionen konkret werden. Schüler erforschen ihren eigenen Fußabdruck, diskutieren Risiken und entwickeln Schutzstrategien. Solche Ansätze machen Risiken spürbar und motivieren zu eigenverantwortlichem Handeln, was theoretisches Wissen langfristig verankert.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, welche Informationen über Sie im Internet verfügbar sind.
  2. Erklären Sie die Konzepte von digitalem Fußabdruck und digitaler Identität.
  3. Entwickeln Sie Strategien für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Netz.

Lernziele

  • Analysieren Sie, welche persönlichen Informationen über Sie im Internet öffentlich zugänglich sind, indem Sie Suchmaschinen und Social-Media-Profile untersuchen.
  • Erklären Sie die Konzepte des digitalen Fußabdrucks und der digitalen Identität anhand konkreter Beispiele aus dem Online-Verhalten.
  • Entwickeln Sie eine Checkliste mit mindestens fünf Strategien für den verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Netz, basierend auf identifizierten Risiken.
  • Bewerten Sie die Auswirkungen der eigenen Online-Aktivitäten auf die digitale Identität und die Spuren im Netz.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Internetnutzung

Warum: Schüler müssen die grundlegende Funktionsweise des Internets und gängige Online-Dienste kennen, um die Entstehung digitaler Spuren zu verstehen.

Informationsquellen und Recherche

Warum: Die Fähigkeit, Informationen zu finden und zu bewerten, ist notwendig, um eigene Online-Spuren zu analysieren und die Verfügbarkeit von Daten zu verstehen.

Schlüsselvokabular

Digitaler FußabdruckDie Gesamtheit der Spuren, die eine Person durch ihre Online-Aktivitäten hinterlässt, wie besuchte Websites, geteilte Inhalte und genutzte Dienste.
Digitale IdentitätDas Bild einer Person im Internet, das sich aus den gesammelten digitalen Spuren zusammensetzt und von der realen Persönlichkeit abweichen kann.
DatenschutzDas Recht einer Person, selbst zu bestimmen, welche persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und weitergegeben werden.
MetadatenDaten, die zusätzliche Informationen über andere Daten liefern, beispielsweise Erstellungsdatum, Autor oder Standortinformationen bei Fotos.
CookiesKleine Textdateien, die von Websites auf dem Computer eines Nutzers gespeichert werden, um Informationen über dessen Besuche und Präferenzen zu sammeln.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungNur Social-Media-Posts hinterlassen dauerhafte Spuren.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele vergessen, dass auch Browser-Cookies, App-Daten und Standortdienste Spuren erzeugen. Aktive Recherche mit Tools wie Browser-Inspektor zeigt diese unsichtbaren Prozesse. Gruppendiskussionen helfen, das Gesamtbild zu erkennen und Strategien zu entwickeln.

Häufige FehlvorstellungGelöschte Daten verschwinden sofort aus dem Netz.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Daten bleiben oft in Backups oder Caches erhalten. Simulationen mit Lösch-Tests an eigenen Profilen machen dies erlebbar. Peer-Feedback korrigiert Fehleinschätzungen und stärkt das Verständnis für Persistenz.

Häufige FehlvorstellungDigitale Identität ist immer identisch mit der realen Persönlichkeit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Online entsteht ein gefiltertes Bild durch Algorithmen. Rollenspiele verdeutlichen Diskrepanzen. Diskussionen fördern Reflexion über Kontrolle und Authentizität.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Online-Marketing-Manager bei Unternehmen wie Zalando analysieren den digitalen Fußabdruck von Kunden, um personalisierte Werbung zu schalten und Kaufverhalten vorherzusagen.
  • Datenschutzbeauftragte bei Banken wie der Deutschen Bank entwickeln Richtlinien zum Schutz sensibler Kundendaten und überwachen die Einhaltung von Datenschutzgesetzen im digitalen Raum.
  • Journalisten recherchieren die Online-Präsenz von Personen des öffentlichen Lebens, um deren digitale Identität und die daraus resultierenden öffentlichen Meinungen zu analysieren.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, auf einem Zettel drei Arten von Online-Aktivitäten zu notieren, die ihren digitalen Fußabdruck beeinflussen, und eine Maßnahme zu nennen, wie sie eine dieser Spuren besser schützen könnten.

Diskussionsfrage

Lehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, ein zukünftiger Arbeitgeber prüft Ihr Social-Media-Profil. Welche drei Aspekte Ihres digitalen Fußabdrucks könnten positiv oder negativ bewertet werden und warum?'

Kurze Überprüfung

Die Lehrkraft zeigt anonymisierte Beispiele für Online-Profile oder Suchergebnisse und fragt: 'Welche Rückschlüsse lassen sich auf die digitale Identität der Person ziehen? Welche Daten sind hier sichtbar und welche potenziellen Risiken ergeben sich daraus?'

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein digitaler Fußabdruck?
Der digitale Fußabdruck umfasst alle Daten, die Sie durch Online-Aktivitäten hinterlassen, wie IP-Adressen, Suchanfragen, Likes und geteilte Inhalte. Plattformen speichern diese, um Profile zu erstellen. Schüler lernen, ihn zu analysieren, um Risiken wie Profiling zu erkennen und Minimierungsstrategien wie Inkognito-Modus oder VPN zu nutzen. Das schützt vor Missbrauch in 70-80% der Fälle.
Wie schützt man die digitale Identität?
Verwenden Sie starke, einzigartige Passwörter mit Manager, aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung und passen Sie Privatsphäre-Einstellungen an. Teilen Sie keine sensiblen Daten, löschen Sie alte Profile und nutzen Sie Tools wie Privacy Badger. Regelmäßige Checks mit Services wie JustDeleteMe helfen. So reduzieren Schüler ihr Risiko erheblich und üben verantwortungsvollen Umgang.
Wie hilft aktives Lernen beim Thema digitale Identität?
Aktives Lernen macht abstrakte Spuren greifbar, z.B. durch Recherche des eigenen Fußabdrucks oder Rollenspiele zu Datenteilung. Schüler entdecken in Gruppen Risiken selbst, diskutieren Strategien und testen sie. Das fördert Eigeninitiative, verbessert Retention um 50% und verbindet Theorie mit Praxis, wie KMK-Standards empfehlen.
Welche KMK-Standards deckt das Thema ab?
Es erfüllt KMK Sekundarstufe I für Informatik und Gesellschaft durch Analyse von Datenflüssen sowie Kommunizieren durch Reflexion über Netzinteraktionen. Key Questions zu Fußabdruck und Strategien bauen Systemkompetenz auf. Lehrer integrieren es in Vernetzte Systeme, um gesellschaftliche Implikationen zu vermitteln.

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