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Geographie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Klimagerechtigkeit und globale Verantwortung

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Klimagerechtigkeit ein komplexes Thema ist, das Abstraktion und Empathie erfordert. Durch Diskussionen, Rollenspiele und visuelle Methoden können Schülerinnen und Schüler die globalen Zusammenhänge nicht nur verstehen, sondern auch emotional verarbeiten und in eigene Argumente übersetzen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - BeurteilungKMK: Sekundarstufe I - Handlung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Philosophische Stühle45 Min. · Ganze Klasse

Fishtank-Diskussion: Historische Verantwortung

Teilen Sie die Klasse in Befürworter und Gegner der historischen Verantwortung ein. Jede Gruppe bereitet drei Argumente vor, präsentiert sie und reagiert auf Gegenargumente. Schließen Sie mit einer Klassenabstimmung und Reflexion ab.

Analysieren Sie, warum Entwicklungsländer oft am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, obwohl sie historisch am wenigsten dazu beigetragen haben.

ModerationstippFühren Sie die Fishtank-Diskussion mit klaren Rollenzuweisungen ein, damit alle Schülerinnen und Schüler aktiv teilnehmen und sich nicht auf wenige Sprecher verlassen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Warum ist es gerecht, dass Länder, die historisch wenig zum Klimawandel beigetragen haben, heute am stärksten unter seinen Folgen leiden?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: UN-Klimakonferenz

Weisen Sie Rollen als Vertreter von Industrieländern, Entwicklungsländern und NGOs zu. Gruppen verhandeln über Finanzierung und Technologietransfer. Dokumentieren Sie Ergebnisse in einem Protokoll.

Bewerten Sie die Konzepte der 'historischen Verantwortung' und 'gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten'.

ModerationstippIm Rollenspiel der UN-Klimakonferenz legen Sie fest, dass jede Gruppe konkrete Verhandlungsziele formulieren muss, bevor sie argumentiert.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei konkrete Maßnahmen zu notieren, die Industrieländer ergreifen könnten, um Entwicklungsländer beim Klimaschutz zu unterstützen. Nennen Sie jeweils eine Maßnahme im Bereich Klimafinanzierung und eine im Bereich Technologietransfer.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Philosophische Stühle30 Min. · Partnerarbeit

Kartenarbeit: Ungleiche Folgen

Verteilen Sie Weltkarten mit Emissions- und Vulnerabilitätsdaten. Paare markieren betroffene Regionen und notieren Ursachen. Präsentieren Sie Funde in der Klasse.

Entwickeln Sie Argumente für internationale Klimafinanzierung und Technologietransfer.

ModerationstippBei der Kartenarbeit teilen Sie die Weltkarte in Regionen ein und lassen Sie Schülerinnen und Schüler die Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene eintragen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern kurze Fallbeispiele von zwei fiktiven Ländern (ein Industrieland mit hohen Emissionen, ein Entwicklungsland mit hoher Vulnerabilität). Die Schüler sollen auf einem Arbeitsblatt kurz begründen, welche Verantwortung jedes Land im Klimaschutz trägt und welche Form der Unterstützung das Entwicklungsland vom Industrieland erwarten könnte.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Philosophische Stühle35 Min. · Kleingruppen

Argumentationskarten: Pro und Contra

Erstellen Sie Karten mit Begriffen wie 'differenzierte Verantwortung'. Individuen sortieren sie in Pro- und Contra-Stapel und begründen ihre Wahl in Kleingruppen.

Analysieren Sie, warum Entwicklungsländer oft am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, obwohl sie historisch am wenigsten dazu beigetragen haben.

ModerationstippMit den Argumentationskarten arbeiten Sie in Kleingruppen, in denen jede Schülerin und jeder Schüler mindestens zwei Pro- und Contra-Argumente einbringen muss.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Warum ist es gerecht, dass Länder, die historisch wenig zum Klimawandel beigetragen haben, heute am stärksten unter seinen Folgen leiden?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit konkreten Daten, um die emotionale Distanz zu Klimagerechtigkeit zu verringern. Vermeiden Sie es, das Thema als moralische Pflichtübung zu behandeln – stattdessen fördern Sie sachliche Analysen mit Raum für persönliche Reflexion. Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler besonders gut lernen, wenn sie eigene Standpunkte entwickeln und in geschützten Räumen testen können.

Erfolgreich lernen die Schülerinnen und Schüler, wenn sie historische Daten mit moralischen Argumenten verknüpfen und ihre Perspektive wechseln können. Sie sollen nach der Einheit nicht nur Fakten kennen, sondern auch die Fähigkeit zeigen, zwischen Interessen abzuwägen und gerechte Lösungen zu formulieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Fishtank-Diskussion zu historischer Verantwortung hören einige Schülerinnen und Schüler nur oberflächliche Argumente und wiederholen die Aussage, dass alle Länder gleich viel zum Klimawandel beitragen.

    Lenken Sie in der Diskussion durch gezielte Nachfragen wie 'Welche Daten belegen diese Aussage?' oder 'Welche Länder haben seit 1850 die meisten Emissionen verursacht?' zurück zu den Fakten und Kontexten.

  • Während des Rollenspiels der UN-Klimakonferenz vertreten einige Schülerinnen und Schüler nur ihre eigene Position ohne Kompromissbereitschaft.

    Fordern Sie die Gruppen auf, vor der Verhandlung mindestens zwei Kompromissvorschläge zu entwickeln und diese im Plenum vorzustellen.

  • Während der Kartenarbeit zu ungleichen Folgen nehmen einige Schülerinnen und Schüler an, dass Entwicklungsländer allein für ihre Vulnerabilität verantwortlich sind.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Karten mit Pfeilen und Notizen zu verbinden, um strukturelle Ungleichheiten wie Kolonialgeschichte oder Handelsungleichgewichte sichtbar zu machen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden