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Geographie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Land Grabbing und Ernährungssouveränität

Aktive Lernformen eignen sich besonders für dieses Thema, weil Schülerinnen und Schüler komplexe globale Zusammenhänge nur durch konkrete Analyse und Perspektivwechsel wirklich begreifen. Durch Fallstudien, Rollenspiele und Debatten entwickeln sie ein Verständnis für Machtverhältnisse und systemische Folgen, das reine Wissensvermittlung nicht leisten kann.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Disparitäten
35–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

World Café50 Min. · Kleingruppen

Fallstudien-Analyse: Regionale Land Grabbing-Fälle

Teilen Sie aktuelle Fälle aus Äthiopien, Uganda oder Brasilien aus. Gruppen recherchieren Ursachen, Akteure und Auswirkungen anhand vorgegebener Quellen, erstellen Infografiken und präsentieren diese. Schließen Sie mit einer Plenumdiskussion ab.

Analysieren Sie die Ursachen und Akteure des Land Grabbing weltweit.

ModerationstippIn der Kartenwerkstatt achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Hotspots markieren, sondern auch Verbindungen zwischen ihnen herstellen, etwa durch Pfeile oder Legenden.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: eine vertritt die Interessen eines internationalen Agrarkonzerns, die andere die einer lokalen Bauernkooperative. Lassen Sie sie Argumente für ihre jeweilige Position im Hinblick auf eine geplante Landinvestition austauschen. Fragen Sie am Ende: Welche Interessenkonflikte sind am deutlichsten geworden und wie könnten sie vermittelt werden?

VerstehenAnwendenAnalysierenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Verhandlungen um Landpacht

Weisen Sie Rollen zu: Investoren, Bauern, NGOs, Regierungen. Gruppen verhandeln einen Pachtvertrag unter Berücksichtigung lokaler Rechte und globaler Interessen. Debriefing reflektiert Machtungleichgewichte und Souveränitätsverlust.

Erklären Sie die Auswirkungen von Land Grabbing auf die lokale Bevölkerung und ihre Ernährungssouveränität.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte zwei Hauptursachen für Land Grabbing und zwei konkrete Folgen für die Ernährungssouveränität lokaler Gemeinschaften zu notieren. Fordern Sie sie auf, eine der genannten Folgen als besonders gravierend zu markieren und kurz zu begründen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte60 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Strategien gegen Land Grabbing

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen zu Maßnahmen wie internationalen Verträgen oder Boykotten. Jede Seite bereitet Argumente vor, debattiert 20 Minuten und votet anonym. Bewertung der Strategien folgt.

Bewerten Sie politische und zivilgesellschaftliche Strategien gegen Land Grabbing.

Worauf zu achten istStellen Sie eine kurze Fallstudie (z.B. ein fiktives Szenario eines Landkaufs in Westafrika) vor. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, drei Schlüsselakteure zu identifizieren und ihre jeweiligen Rollen und Interessen im Kontext des Land Grabbing zu beschreiben.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

World Café35 Min. · Partnerarbeit

Kartenwerkstatt: Globale Hotspots

Schüler markieren Land Grabbing-Regionen auf Weltkarten, notieren Akteure und Auswirkungen. Paare ergänzen Daten aus Quellen und diskutieren regionale Unterschiede in der Plenumrunde.

Analysieren Sie die Ursachen und Akteure des Land Grabbing weltweit.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: eine vertritt die Interessen eines internationalen Agrarkonzerns, die andere die einer lokalen Bauernkooperative. Lassen Sie sie Argumente für ihre jeweilige Position im Hinblick auf eine geplante Landinvestition austauschen. Fragen Sie am Ende: Welche Interessenkonflikte sind am deutlichsten geworden und wie könnten sie vermittelt werden?

VerstehenAnwendenAnalysierenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf multiperspektivische Zugänge, weil Land Grabbing nur durch das Zusammenspiel von Ökonomie, Politik und lokalen Realitäten verstanden werden kann. Vermeiden Sie es, das Thema als rein moralisches Problem darzustellen, sondern zeigen Sie auf, wie wirtschaftliche Logik und rechtliche Rahmenbedingungen zusammenwirken. Nutzen Sie aktuelle Fallbeispiele, um die Aktualität des Themas zu betonen und politische Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler Ursachen, Akteure und Konsequenzen von Land Grabbing differenziert benennen und in Beziehung zueinander setzen können. Sie sollen lokale und globale Perspektiven einnehmen und kritisch bewerten, wie Ernährungssouveränität bedroht wird. Die Fähigkeit, eigene Positionen argumentativ zu vertreten und Gegenargumente zu erkennen, steht im Mittelpunkt.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Land Grabbing ist immer illegal und wird nur von reichen Ländern betrieben.

    Während der Fallstudien-Analyse verteilen Sie unterschiedliche Medienberichte zu Land Grabbing-Deals und lassen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen prüfen, welche Deals legale Grauzonen nutzen und welche Akteure aus Schwellenländern wie China oder Indien beteiligt sind. Eine gemeinsame Auswertung zeigt, wie vielfältig die Motive und Akteure tatsächlich sind.

  • Land Grabbing verbessert immer die lokale Ernährung durch moderne Landwirtschaft.

    In der Debatte konfrontieren Sie die Schülerinnen und Schüler mit der These, dass Land Grabbing lokale Ernährung sichert. Fordern Sie sie auf, Gegenargumente aus Fallstudien zu sammeln und zu präsentiere, wie Monokulturen und Exportorientierung lokale Nahrungsmittelproduktion verdrängen.

  • Lokale Bevölkerung profitiert direkt von Jobs durch Land Grabbing.

    Während des Rollenspiels lassen Sie die Schülerinnen und Schüler, die die Konzernseite vertreten, konkrete Arbeitsbedingungen und Löhne aushandeln. Im Anschluss analysieren sie gemeinsam, ob die versprochenen Jobs wirklich existenzsichernd sind oder nur prekäre Beschäftigung schaffen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden