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Geographie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Klimawandel als Migrationsgrund

Aktive Lernformen wirken besonders nachhaltig, weil Schülerinnen und Schüler hier komplexe Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Migration nicht nur theoretisch erfassen, sondern durch Fallanalysen, Rollenspiele und Debatten emotional und kognitiv verknüpfen. Gerade bei einem Thema, das globale Ungerechtigkeit und menschliche Schicksale berührt, schafft handlungsorientiertes Lernen Identifikationsmöglichkeiten und vertieft das Verständnis für systemische Zusammenhänge.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Gesellschaftlicher Wandel
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Expertenrunde50 Min. · Kleingruppen

Fallstudien-Analyse: Betroffene Regionen

Schüler bearbeiten Quellen zu Regionen wie Bangladesch oder Sahelzone. Sie identifizieren Push-Faktoren und prognostizieren Migrationsströme. Ergebnisse werden in Plakaten präsentiert.

Analysieren Sie die direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels auf Migrationsbewegungen.

ModerationstippBei der Kartenarbeit lassen Sie die Schüler mit farbigen Markierungen arbeiten, um Klimafolgen, bestehende Migrationsrouten und potenzielle Konfliktzonen räumlich zu verorten und so visuelle Zusammenhänge zu schaffen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Szenario (z. B. 'Steigender Meeresspiegel auf Tuvalu'). Sie sollen zwei Sätze schreiben: einen, der die direkte Auswirkung des Klimawandels beschreibt, und einen, der eine mögliche Migrationsreaktion erklärt.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel60 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: UN-Gipfel zu Klimaflüchtlingen

Gruppen verkörpern Staaten, NGOs und Flüchtlinge. Sie verhandeln über eine Konvention. Das fördert Verständnis rechtlicher Hürden.

Erklären Sie den Begriff 'Klimaflüchtling' und seine rechtliche Einordnung.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Verantwortung tragen Industrieländer, die historisch am stärksten zum Klimawandel beigetragen haben, für Menschen, die heute aufgrund dieser Veränderungen migrieren müssen?' Leiten Sie eine Diskussion über historische Verantwortung und zukünftige Hilfsmaßnahmen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Expertenrunde40 Min. · Partnerarbeit

Kartenarbeit: Globale Migrationsprojektionen

Schüler markieren Risikogebiete und potenzielle Zielländer auf Weltkarten. Sie diskutieren Szenarien bis 2050.

Prognostizieren Sie zukünftige Migrationsmuster aufgrund des Klimawandels.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, drei Schlüsselbegriffe aus der heutigen Stunde (z. B. Klimaflüchtling, Anpassungsstrategien, Vertreibung) aufzuschreiben und jeweils eine kurze, eigene Definition in einem Satz zu formulieren. Überprüfen Sie die Übereinstimmung mit den Kernkonzepten.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte45 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Pro und Contra Klimaflüchtlingsstatus

Paare bereiten Argumente vor und debattieren vor der Klasse. Bewertung der rechtlichen Machbarkeit.

Analysieren Sie die direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels auf Migrationsbewegungen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Szenario (z. B. 'Steigender Meeresspiegel auf Tuvalu'). Sie sollen zwei Sätze schreiben: einen, der die direkte Auswirkung des Klimawandels beschreibt, und einen, der eine mögliche Migrationsreaktion erklärt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf multiperspektivische Zugänge, die wissenschaftliche Fakten mit ethischen und politischen Fragen verknüpfen. Vermeiden Sie es, das Thema auf eine reine Problemaufzählung zu reduzieren. Stattdessen sollten Schülerinnen und Schüler durch gezielte Fragen (z.B. 'Wer profitiert von der aktuellen Rechtslage?') zum Nachdenken über Gerechtigkeit angeregt werden. Nutzen Sie lokale Bezüge, um abstrakte globale Prozesse greifbar zu machen, etwa durch Berichte von Betroffenen in Deutschland, die durch Extremwetter ihre Heimat verlassen mussten.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler klimabedingte Migrationsursachen differenziert benennen, rechtliche Lücken im Umgang mit Klimaflüchtlingen erklären und Verantwortungsfragen in Diskussionen mit konkreten Argumenten und Beispielen untermauern können. Zudem sollen sie die Multikausalität von Migration erkennen und in eigenen Worten darlegen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • During Fallstudien-Analyse: Klären Sie auf, dass viele Schüler denken, Klimaflüchtlinge seien rechtlich geschützt.

    Nutzen Sie in der Fallstudie zu Tuvalu oder Bangladesch gezielt das Genfer Flüchtlingsabkommen als Diskussionsgrundlage und lassen Sie die Schüler recherchieren, warum klimabedingte Vertreibungen nicht darunter fallen.

  • During Kartenarbeit: Achten Sie darauf, dass Schüler oft annehmen, Klimamigration beträfe nur Entwicklungsländer.

    Lassen Sie die Schüler im Atlas oder mit digitalen Karten zeigen, wie auch in Deutschland durch Starkregen oder Hitzewellen Binnenmigration entsteht, und vergleichen Sie dies mit globalen Hotspots.

  • During Experten-Debatte: Weisen Sie darauf hin, dass einige Schüler Klimawandel als alleinigen Migrationsgrund betrachten.

    Fordern Sie die Schüler in der Debatte auf, ihre Argumente mit Beispielen zu untermauern, die zeigen, wie Klimawandel Armut oder Konflikte verschärft, aber selten der einzige Grund für Migration ist.


In dieser Übersicht verwendete Methoden