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Geographie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Urban Mining und Recycling

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Schülerinnen und Schüler komplexe Zusammenhänge zwischen Rohstoffknappheit, Technik und Nachhaltigkeit durch praktische Erfahrungen begreifen. Das Anfassen von echten Bauteilen und die Konfrontation mit konkreten Zahlen zu Metallkonzentrationen machen abstrakte Konzepte greifbar und nachhaltig verständlich.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.11KMK: STD.13
20–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Demontage von Elektroschrott

Richten Sie Stationen mit defekten Geräten ein: Eine für Zerlegung mit Werkzeugen, eine für Sortierung von Metallen, eine für Wiegen und eine für Dokumentation der gefundenen Materialien. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Beobachtungen. Abschließend besprechen sie die Rückgewinnungspotenziale.

Erklären Sie das Konzept des Urban Mining und seine wirtschaftliche Bedeutung.

ModerationstippBereiten Sie beim Stationenlernen Demontage-Kits mit Schraubenziehern, Schutzhandschuhen und kleinen Behältern für die gesammelten Teile vor, damit Schüler selbstständig arbeiten können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Metalle, die durch Urban Mining aus einem alten Smartphone zurückgewonnen werden können, und erklären Sie kurz, warum ihre Gewinnung aus Primärquellen problematisch ist.'

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Problemorientiertes Lernen30 Min. · Partnerarbeit

Recherche-Pairs: Recycling-Projekte

Paare recherchieren reale Urban-Mining-Projekte in Deutschland, notieren Rohstoffmengen und Herausforderungen. Sie erstellen eine Infografik mit Schlüsseldaten. Im Plenum präsentieren sie und diskutieren Strategien für Schulen.

Analysieren Sie die Herausforderungen und Potenziale des Recyclings von Elektroschrott.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer Initiative zur Förderung des Urban Minings in Ihrer Stadt. Welche drei konkreten Maßnahmen würden Sie vorschlagen, um mehr Elektroschrott für das Recycling zu sammeln und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren? Diskutieren Sie die Machbarkeit und den erwarteten Nutzen jeder Maßnahme.'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Problemorientiertes Lernen50 Min. · Ganze Klasse

Whole-Class-Simulation: Kreislaufwirtschaft

Simulieren Sie einen Recyclingprozess: Verteilen Sie 'Elektroschrott'-Modelle aus Karton und Perlen. Die Klasse sortiert, trennt und 'recycelt' in Rollen als Sammler, Recycler und Verwerter. Berechnen Sie am Ende Einsparungen.

Entwickeln Sie Strategien zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft für Metalle.

Worauf zu achten istLehrkraft präsentiert eine Liste von Materialien (z.B. Kupfer, Aluminium, Gold, Plastik, Glas). Die Schülerinnen und Schüler klassifizieren diese als 'typische Wertstoffe aus Elektroschrott' oder 'weniger relevante Materialien für Urban Mining' und begründen ihre Wahl für mindestens drei Materialien.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Problemorientiertes Lernen20 Min. · Einzelarbeit

Individual: Rohstoffrechner

Jeder Schüler berechnet mit einer Tabelle den Metallgehalt eines Smartphones und vergleicht mit Bergbau. Sie notieren Umweltvorteile und teilen Ergebnisse in Kleingruppen.

Erklären Sie das Konzept des Urban Mining und seine wirtschaftliche Bedeutung.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Metalle, die durch Urban Mining aus einem alten Smartphone zurückgewonnen werden können, und erklären Sie kurz, warum ihre Gewinnung aus Primärquellen problematisch ist.'

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte kombinieren hier fachwissenschaftliche Inputs mit handlungsorientiertem Lernen, um komplexe Systeme wie Kreislaufwirtschaft zu vermitteln. Wichtig ist, die Perspektive der Schüler einzunehmen: Sie sollen nicht nur Fakten lernen, sondern selbst erleben, wie wertvoll vermeintlicher Abfall sein kann. Vermeiden Sie reine Frontalphasen, da das Thema durch praktische Auseinandersetzung wirkt. Forschung zeigt, dass emotionale Betroffenheit – etwa durch die Konfrontation mit Mengen an Elektroschrott – das Lernen verstärkt.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen Urban Mining und herkömmlichem Recycling erklären und die wirtschaftlichen sowie ökologischen Vorteile quantitativ bewerten können. Sie erkennen die Bedeutung seltener Erden in Alltagsgeräten und diskutieren kritisch über Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zur Demontage von Elektroschrott hören Sie Schüler sagen: 'Das ist doch nur Müllrecycling, so wie bei der Gelben Tonne.'

    Unterbrechen Sie die Aktivität kurz und lassen Sie die Schüler die extrahierten Platinen, Kabel und Chips genau betrachten. Fordern Sie sie auf, die sichtbaren Metalle wie Kupferdrähte oder silberne Kontakte zu benennen und deren Wert zu schätzen. Nutzen Sie dazu die bereitgestellte Tabelle mit Metallkonzentrationen.

  • Während der Recherche-Pairs zu Recycling-Projekten behaupten Schüler: 'In alten Handys ist kaum Gold drin – das lohnt sich nicht zu recyceln.'

    Zeigen Sie den Schülern reale Proben von Smartphone-Platinen oder Fotos von Goldrückgewinnung aus Leiterplatten. Lassen Sie sie die Angaben auf der Rückseite der Platinen (z.B. 'Au 0,3g') recherchieren und mit den Konzentrationen in natürlichen Erzen vergleichen.

  • Während der Whole-Class-Simulation zur Kreislaufwirtschaft argumentieren Schüler: 'Recycling ist immer gut für die Umwelt, egal wie man es macht.'

    Führen Sie ein Rollenspiel durch, bei dem Schüler die Rolle von Recyclingarbeitern, Umweltaktivisten und Politikern einnehmen. Lassen Sie sie diskutieren, welche Methoden (z.B. manuelle Demontage vs. Verbrennung) welche Folgen haben und wie man Giftstoffe sicher behandelt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden