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Deutsch · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Argumenttypen und ihre Wirkung

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, weil Schülerinnen und Schüler Argumenttypen nicht nur theoretisch verstehen müssen, sondern ihre Wirkung in realen Kontexten erkennen sollen. Durch das eigenständige Analysieren und Anwenden von Argumenten im Unterricht wird die Verbindung zwischen Theorie und Praxis direkt erlebbar.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Argumentieren und ErörternKMK: Sekundarstufe I - Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
25–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Argumenttypen annotieren

Teilen Sie kurze Redetexten aus. Paare markieren Fakten-, Autoritäts- und normative Argumente farbig und notieren deren Wirkung. Diskutieren Sie anschließend in der Klasse die Ergebnisse.

Differenzieren Sie zwischen einem Faktenargument und einem normativen Argument.

ModerationstippLassen Sie die Schüler in der Paararbeit gezielt nach Argumenttypen suchen, statt das Material vorab zu filtern, um ihre Analysekompetenz zu schärfen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler einen kurzen Zeitungsartikel oder eine Rede analysieren. Bitten Sie sie, drei verschiedene Argumenttypen zu identifizieren und jeweils ein Beispiel aus dem Text zu zitieren. Sie sollen zudem kurz begründen, warum sie diesen Typ erkannt haben.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Wirkung testen

Richten Sie Stationen ein: Station 1 Faktenargumente sammeln, Station 2 Autoritäten nennen, Station 3 normative Sätze formulieren. Gruppen rotieren, testen Argumente in Mini-Debatten und bewerten Überzeugungskraft.

Analysieren Sie, wie die Wahl des Argumenttyps die Glaubwürdigkeit einer Aussage beeinflusst.

ModerationstippBegrenzen Sie bei der Stationenrotation die Zeit pro Station auf 8–10 Minuten, um eine aktive Auseinandersetzung mit jedem Argumenttyp zu erzwingen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern vier kurze Argumentationsbeispiele vor. Bitten Sie sie, jedem Beispiel den passenden Argumenttyp zuzuordnen (Fakten-, Autoritäts-, normatives, emotionales Argument) und ihre Wahl kurz zu begründen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Typen einsetzen

Wählen Sie ein kontroverses Thema. Jede Seite bereitet Argumente eines Typs vor und präsentiert. Die Klasse votet und analysiert, welcher Typ am überzeugendsten war.

Beurteilen Sie die ethischen Implikationen der Verwendung emotionaler Argumente in einer Debatte.

ModerationstippFühren Sie die Ganzer-Klasse-Debatte mit klaren Rollen und Zeitvorgaben durch, damit alle Argumenttypen systematisch ausprobiert werden können.

Worauf zu achten istDiskutieren Sie in der Klasse: 'Unter welchen Umständen ist die Verwendung eines emotionalen Arguments in einer Debatte ethisch vertretbar, und wann überschreitet sie eine Grenze?' Sammeln Sie verschiedene Meinungen und begründen Sie diese mit Bezug auf die gelernten Argumenttypen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse25 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Analyse: Eigene Rede

Schüler wählen eine Rede, listen Argumenttypen auf und schreiben eine Reflexion zur Wirkung. Tauschen Sie aus und geben Sie Peer-Feedback.

Differenzieren Sie zwischen einem Faktenargument und einem normativen Argument.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler einen kurzen Zeitungsartikel oder eine Rede analysieren. Bitten Sie sie, drei verschiedene Argumenttypen zu identifizieren und jeweils ein Beispiel aus dem Text zu zitieren. Sie sollen zudem kurz begründen, warum sie diesen Typ erkannt haben.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten zunächst klare Beispiele für jeden Argumenttyp präsentieren, bevor die Schüler selbst aktiv werden. Vermeiden Sie es, emotionale Argumente pauschal abzuwerten – stattdessen hilft eine strukturierte Analyse, ihre Legitimität im Kontext zu bewerten. Forschung zeigt, dass Schüler durch den Vergleich verschiedener Argumenttypen in realen Texten ein tieferes Verständnis entwickeln.

Am Ende der Einheit können die Lernenden Argumenttypen sicher identifizieren, ihre Wirkung in Texten und Debatten erklären und gezielt einsetzen. Sie erkennen Unterschiede in der Überzeugungskraft und können Argumente kritisch bewerten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Paararbeit 'Argumenttypen annotieren' könnte die Annahme entstehen, dass alle Argumenttypen gleich stark sind.

    Nutzen Sie die annotierten Texte aus der Paararbeit, um im Plenum gezielt nach Unterschieden in der Wirkung zu fragen, z.B.: 'Wo wirkt das Faktenargument überzeugender als das normative Argument im Text?'

  • Während des Stationenrotations 'Wirkung testen' könnte der Eindruck entstehen, dass emotionale Argumente immer unethisch sind.

    Beziehen Sie sich auf die Debattenergebnisse aus der Stationenrotation und fragen Sie konkret: 'Wann wurde das emotionale Argument als legitim empfunden, und wann überschritt es eine Grenze?'

  • Während der Ganzer-Klasse-Debatte 'Typen einsetzen' könnte die Annahme entstehen, dass Autoritätsargumente Fakten ersetzen können.

    Greifen Sie die Debattenbeiträge auf und fragen Sie gezielt: 'Wo wurde die Autorität durch Fakten gestützt, und wo fehlte der Beleg?'


In dieser Übersicht verwendete Methoden