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Geographie · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Integration und Segregation in Städten

Aktive Lernformate wirken hier besonders nachhaltig, weil Schülerinnen und Schüler räumliche Muster selbst erkunden und ihre Bedeutung im Kontext sozialer Ungleichheit erleben. Durch das Hantieren mit echten Daten und die Übernahme von Perspektiven verstehen sie komplexe Zusammenhänge direkter als durch reine Theorie.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - StadtstrukturenKMK: Sekundarstufe II - Sozialgeographie
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fishbowl-Diskussion45 Min. · Kleingruppen

Kartenanalyse: Ethische Viertel kartieren

Teilen Sie Karten großer Städte aus und lassen Sie Gruppen ethnische Viertel markieren. Sie notieren Ursachen basierend auf Statistiken und diskutieren Muster. Abschließend präsentieren sie Befunde der Klasse.

Erklären Sie die Ursachen für die Entstehung ethnischer Viertel in Großstädten.

ModerationstippFordern Sie die Lernenden auf, bei der Kartenanalyse nicht nur Datenpunkte zu markieren, sondern gezielt nach Mustern in der Verteilung ethnischer Gruppen zu suchen und diese mit Stadtteilen zu verknüpfen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit zwei Begriffen: 'Segregation' und 'Integration'. Sie sollen für jeden Begriff eine kurze Definition (1-2 Sätze) und ein konkretes Beispiel aus einer deutschen Stadt schreiben.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Integrationsstrategien debattieren

Weisen Sie Rollen zu wie Politikerin, Bewohnerin eines Viertels oder Expertin. Gruppen entwickeln und verteidigen Strategien zur Förderung von Integration. Die Klasse wählt die beste Lösung ab.

Analysieren Sie die Auswirkungen von Segregation auf die Bildungschancen und soziale Mobilität.

ModerationstippBeim Rollenspiel achten Sie darauf, dass jede Gruppe mindestens eine kontroverse Position vertritt, um die Debatte lebendig zu halten und unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istLehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Stadtentwicklungsausschusses. Welche drei konkreten Maßnahmen würden Sie vorschlagen, um die soziale Durchmischung in einem neu entstehenden Stadtteil zu fördern und Segregation von vornherein zu vermeiden?' Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre Top 3.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Fishbowl-Diskussion40 Min. · Partnerarbeit

Datenstationen: Segregationsauswirkungen

Richten Sie Stationen mit Grafiken zu Bildung und Mobilität ein. Paare sammeln Daten, berechnen Indizes und erstellen Infografiken. Gemeinsam vergleichen sie Städte.

Bewerten Sie verschiedene Strategien zur Förderung einer gelingenden räumlichen Integration.

ModerationstippBei den Datenstationen legen Sie besonderen Wert auf die Verbindung von Statistiken mit individuellen Schicksalen, um die abstrakten Zahlen greifbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft zeigt eine Karte eines fiktiven Stadtteils mit unterschiedlichen Wohnbereichen (z.B. Einfamilienhausgebiet, Hochhaussiedlung, Zentrum). Sie fragt: 'Wo würden Sie aufgrund der dargestellten Merkmale eher eine Segregation erwarten und warum? Nennen Sie mindestens zwei Gründe.'

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fishbowl-Diskussion60 Min. · Kleingruppen

Fallsimulation: Stadtplanung

Gruppen planen ein neues Quartier mit Budget. Sie balancieren Integrationselemente wie Schulen und Parks. Präsentationen und Peer-Feedback schließen ab.

Erklären Sie die Ursachen für die Entstehung ethnischer Viertel in Großstädten.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit zwei Begriffen: 'Segregation' und 'Integration'. Sie sollen für jeden Begriff eine kurze Definition (1-2 Sätze) und ein konkretes Beispiel aus einer deutschen Stadt schreiben.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf eine Balance zwischen Faktenwissen und Perspektivwechsel. Vermeiden Sie es, Segregation allein als Problem zu behandeln, sondern zeigen Sie auch die positiven Aspekte ethnischer Viertel auf. Nutzen Sie lokale Beispiele aus der eigenen Stadt, um die Relevanz zu verdeutlichen. Forschungsbasiert wirkt ein handlungsorientierter Zugang, der Schülerinnen und Schüler aktiv in Planungsprozesse einbindet.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass Schülerinnen und Schüler Segregation als multifaktorielles Phänomen erkennen und nicht als einfaches Armutsproblem. Sie können Strategien zur Integration benennen und bewerten, indem sie deren Wirksamkeit anhand konkreter Beispiele diskutieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Kartenanalyse zur Identifizierung ethnischer Viertel achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Armut nur ein Faktor unter vielen ist.

    Fordern Sie die Lernenden auf, in den Karten gezielt nach Indikatoren wie Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt oder kulturellen Netzwerken zu suchen, um die Mehrdimensionalität zu verdeutlichen.

  • Während des Rollenspiels zur Debatte von Integrationsstrategien könnte die Annahme entstehen, Integration geschehe automatisch.

    Nutzen Sie die Debattenleitung, um gezielt nachzufragen, welche aktiven Maßnahmen in den Strategien enthalten sind und warum Trägheitskräfte überwunden werden müssen.

  • Während der Gruppendiskussionen über ethnische Viertel könnte die vereinfachte Annahme auftauchen, dass diese immer negativ zu bewerten sind.

    Lenken Sie die Diskussion auf die Ambivalenzen, indem Sie die Lernenden explizit nach Vorteilen fragen und diese mit Risiken abwägen lassen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden