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Geographie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Ursachen und Formen von Migration

Aktives Lernen wirkt besonders gut bei Migration, weil Schülerinnen und Schüler komplexe Zusammenhänge besser verstehen, wenn sie diese selbst analysieren statt nur zu hören. Durch die körperliche Bewegung bei der Stationenrotation oder das emotionale Einfühlen im Rollenspiel prägen sich Push- und Pull-Faktoren sowie Migrationsformen nachhaltiger ein.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.25KMK: STD.26
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Migrationsformen

Richten Sie Stationen für Flucht, Arbeitsmigration und Binnenwanderung ein. An jeder Station analysieren Gruppen Quellen zu Push- und Pull-Faktoren und notieren Beispiele. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und präsentieren am Ende. Ergänzen Sie mit Weltkarten zur Visualisierung.

Differentiieren Sie zwischen Flucht, Arbeitsmigration und Binnenwanderung.

ModerationstippStellen Sie bei der Stationenrotation sicher, dass jede Station klare Materialien wie Karten, Statistiken oder Zitate enthält, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig bearbeiten müssen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem Bild, das eine Migrationssituation darstellt (z.B. ein Boot mit Flüchtlingen, ein Bauarbeiter auf einer Baustelle, eine Familie auf dem Land). Die Schüler schreiben zwei Sätze, die erklären, ob es sich um Flucht, Arbeitsmigration oder Binnenwanderung handelt und nennen einen möglichen Push- oder Pull-Faktor.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Entscheidungsfindung

Teilen Sie Rollen aus (z. B. Familie in Krisengebiet). Schülerinnen und Schüler diskutieren Push- und Pull-Faktoren, berücksichtigen Netzwerke und treffen eine Migrationsentscheidung. Führen Sie ein Debriefing durch, um Entscheidungen zu reflektieren.

Analysieren Sie die Push- und Pull-Faktoren, die Migration auslösen.

ModerationstippIm Rollenspiel geben Sie den Rollen konkrete Hintergrundinformationen und Ziele vor, damit die Diskussionen nicht ins Abstrakte abgleiten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielen soziale Netzwerke (Familie, Freunde, Online-Gruppen) bei der Entscheidung, ob und wohin jemand migriert?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Rollenspiel35 Min. · Partnerarbeit

Kartenanalyse: Netzwerke

Verteilen Sie Karten mit Migrationsrouten. Paare markieren Push/Pull-Faktoren und zeichnen Netzwerke (Familien, Communities). Diskutieren Sie, wie Netzwerke Ströme lenken. Schließen Sie mit einer Klassendiskussion ab.

Erklären Sie die Rolle von Netzwerken bei Migrationsbewegungen.

ModerationstippBei der Kartenanalyse sorgen Sie für eine klare Differenzierung zwischen Push-Faktoren, Pull-Faktoren und Netzwerkeffekten, indem Sie die Karten farblich kennzeichnen oder beschriften lassen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Liste mit 10 Aussagen über Migration (z.B. 'Menschen fliehen vor Krieg', 'Arbeitsmigration verbessert die Wirtschaft des Ziellandes', 'Binnenwanderung findet immer in Städte statt'). Die Schüler markieren jede Aussage als 'richtig' oder 'falsch' und korrigieren die falschen Aussagen kurz.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Partnerarbeit

Fallstudien-Vergleich

Geben Sie Fallstudien (z. B. Syrien-Flucht, EU-Arbeitsmigration). Individuen oder Paare extrahieren Faktoren und vergleichen Formen. Präsentieren Sie in Plenum und bewerten Gemeinsamkeiten.

Differentiieren Sie zwischen Flucht, Arbeitsmigration und Binnenwanderung.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem Bild, das eine Migrationssituation darstellt (z.B. ein Boot mit Flüchtlingen, ein Bauarbeiter auf einer Baustelle, eine Familie auf dem Land). Die Schüler schreiben zwei Sätze, die erklären, ob es sich um Flucht, Arbeitsmigration oder Binnenwanderung handelt und nennen einen möglichen Push- oder Pull-Faktor.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Migration am besten durch eine Mischung aus kognitiver und emotionaler Auseinandersetzung gelehrt wird. Vermeiden Sie reine Wissensvermittlung, die zu Vorurteilen führt. Stattdessen sollten Schülerinnen und Schüler durch authentische Beispiele und Perspektivwechsel ein differenziertes Bild entwickeln. Die Rolle der Lehrkraft ist es, durch gezielte Fragen und Materialien die Reflexion anzuregen, ohne die Ergebnisse vorzugeben.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler Migration nicht nur definieren, sondern zwischen den Formen unterscheiden und diese mit konkreten Beispielen begründen können. Sie sollen Push- und Pull-Faktoren nicht nur aufzählen, sondern ihre Wechselwirkungen erklären und soziale Netzwerke als Entscheidungshilfe einordnen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Migration ist immer negativ und belastet nur das Zielland.

    During Rollenspiel: Entscheidungsfindung, achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler in ihren Rollen sowohl die Vorteile für das Zielland (z.B. Arbeitskräfte) als auch die Herausforderungen (z.B. Infrastruktur) benennen. Fordern Sie sie auf, konkrete Beispiele aus den Rollenkarten zu nennen.

  • Alle Migranten sind Flüchtlinge vor Krieg.

    During Stationenrotation: Migrationsformen, legen Sie Wert darauf, dass Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen Flucht, Arbeitsmigration und Binnenwanderung an den Stationen mit realen Beispielen (z.B. Syrien, Polen, Bangladesch) herausarbeiten und vergleichen.

  • Pull-Faktoren spielen in armen Ländern keine Rolle.

    During Kartenanalyse: Netzwerke, lassen Sie Schülerinnen und Schüler gezielt nach Hinweisen suchen, die zeigen, dass auch in Herkunftsländern Bildungschancen oder Arbeitsmöglichkeiten Pull-Faktoren darstellen, z.B. durch Karten mit Schul- oder Arbeitsmarktstatistiken.


In dieser Übersicht verwendete Methoden