Walk and Talk

Walk and Talk

Diskussionen im Gehen zur Förderung von Bewegung und Reflexion

1025 min1036 Schüler:innenLaufweg: Flur, Außenbereich oder freier Rundweg im Klassenzimmer

Auf einen Blick

Dauer

1025 min

Gruppengröße

1036 Schüler:innen

Raumgestaltung

Laufweg: Flur, Außenbereich oder freier Rundweg im Klassenzimmer

Materialien

  • Karten mit Diskussionsimpulsen
  • Optional: Klemmbrett und Notizblatt
  • Plan für den Partnerwechsel

Bloom’sche Taxonomie

VerstehenAnalysieren

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

BeziehungsfähigkeitSelbstwahrnehmung

Was ist Walk and Talk?

Walk and Talk ist eine Methode des aktiven Lernens, bei der Schüler während des Gehens in Paaren oder Kleingruppen einen akademischen Diskurs führen. Dabei wird die physiologische Verbindung zwischen körperlicher Bewegung und kognitiver Verarbeitung genutzt. Durch das Aufbrechen der traditionellen, an den Schreibtisch gebundenen Umgebung erhöht diese Methode die Durchblutung des Gehirns, senkt den Cortisolspiegel und fördert eine entspannte, kollaborative Atmosphäre für den Austausch unter Gleichaltrigen. Aerobe Aktivität mit geringer Intensität, wie Gehen, steigert nachweislich das divergente Denken und die exekutiven Funktionen, was besonders effektiv für Brainstorming, Reflexion und die Synthese komplexer Konzepte ist. Über die kognitiven Vorteile hinaus dient es als Werkzeug für sozial-emotionales Lernen, indem es soziale Barrieren abbaut und eine natürlichere Kommunikation fördert. Lehrkräfte können die Methode zur formativen Leistungsbewertung oder als Aktivierungspause nutzen, um Schüler in langen Unterrichtsblöcken zu reenergetisieren. Diese Methodik verwandelt passives Zuhören in aktives, verkörpertes Lernen und stellt sicher, dass die Schüler physisch und mental mit dem Lehrstoff verbunden bleiben.

Ideal für

Verarbeitung komplexer oder emotionaler InhalteAktivierung der Lernenden in NachmittagsstundenStärkung der zwischenmenschlichen BeziehungenReflektierende Gesprächsführung

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Walk and Talk

1

Impulsfragen vorbereiten

Entwickeln Sie 2–3 offene Diskussionsfragen, die Synthese oder Reflexion erfordern, anstatt nur reines Faktenwissen abzufragen.

2

Route festlegen

Bestimmen Sie einen sicheren Rundweg im Klassenzimmer, im Flur oder im Außenbereich, der eine kontinuierliche Bewegung ohne Engpässe ermöglicht.

3

Partner zuweisen

Paaren Sie die Schüler mit einer schnellen Methode (z. B. Zufallsprinzip), um sicherzustellen, dass sie mit unterschiedlichen Perspektiven in Kontakt kommen.

4

Erwartungen klären

Modellieren Sie explizit die angemessene Lautstärke, das Gehtempo und die Verpflichtung, beim zugewiesenen fachlichen Thema zu bleiben.

5

Den Gang starten

Geben Sie den ersten Impuls und signalisieren Sie den Start. Gehen Sie zwischen den Schülern umher, um die Beteiligung zu beobachten und bei Bedarf zu unterstützen.

6

Wechsel und Reflexion

Nutzen Sie ein Signal, um die Schüler nach der Hälfte der Zeit die Partner oder die Fragestellung wechseln zu lassen, um den Diskurs zu erweitern.

7

Nachbesprechung durchführen

Bringen Sie die Klasse zurück auf ihre Plätze und lassen Sie die Paare eine Kernerkenntnis oder einen wichtigen Impuls aus ihrem Gespräch teilen.

Forschungsergebnisse

Oppezzo, M., Schwartz, D. L.

2014 · Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 40(4), 1142–1152

Gehen steigerte die kreative Leistung und das divergente Denken im Vergleich zum Sitzen um durchschnittlich 60 %, wobei die Effekte auch nach dem Hinsetzen anhielten.

Mullender-Wijnsma, M. J., Hartman, E., de Greeff, J. W., Bosker, R. J., Doolaard, S., Visscher, C.

2016 · Pediatrics, 137(3), e20152743

Schüler, die an körperlich aktiven Unterrichtsstunden teilnahmen, zeigten über einen Zeitraum von zwei Jahren signifikant größere Fortschritte in Mathematik und Rechtschreibung als eine sitzende Kontrollgruppe.

Fenesi, B., Lucibello, K., Kim, J. A., Heisz, J. J.

2018 · Journal of Cognitive Neuroscience, 30(1), 50-62

Kurze Einheiten leichter bis mäßiger körperlicher Aktivität, wie Gehen, verbessern die Gedächtniskonsolidierung und das Behalten von Informationen durch die Erhöhung neurotropher Faktoren im Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Wie steuere ich das Verhalten während eines Walk and Talk?
Legen Sie klare Grenzen und eine spezifische Route fest, bevor die Schüler losgehen. Nutzen Sie ein deutliches akustisches Signal (Pfeife oder Glocke), um Partnerwechsel oder die Rückkehr zu den Plätzen anzuzeigen.
Welche Vorteile bietet Walk and Talk für Schüler?
Diese Strategie verbessert die kognitive Funktion und Kreativität durch erhöhten Sauerstofffluss zum Gehirn. Zudem baut sie Prüfungsangst ab und fördert soziale Kompetenzen durch informellen fachlichen Dialog.
Wie kann ich den Lernerfolg während der Aktivität bewerten?
Mischen Sie sich unter die Paare, hören Sie den Gesprächen zu und machen Sie sich Notizen zum Verständnis der Schüler. Nutzen Sie im Anschluss ein „Exit-Ticket“ oder eine kurze Plenumsrunde, um die Konzepte zu festigen.
Ist Walk and Talk für Schüler mit Behinderungen effektiv?
Ja, es bietet eine notwendige sensorische Pause für Schüler mit ADHS und lässt sich leicht für Schüler mit Mobilitätshilfen anpassen, indem der Fokus auf das Gespräch und die soziale Nähe gelegt wird. Achten Sie auf Barrierefreiheit.
Wie lange sollte eine Walk-and-Talk-Einheit dauern?
Idealerweise dauern die Einheiten zwischen 5 und 10 Minuten, um den Fokus zu wahren, ohne Ermüdung zu verursachen. Diese Zeit reicht aus, um 1–3 gezielte Impulse bei hohem Energieniveau zu bearbeiten.

Eine Mission mit Walk and Talk erstellen

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