Tonfiguren in Bewegung
Modellieren von menschlichen oder tierischen Körpern unter Beachtung von Proportion und Statik.
Brauchen Sie einen Unterrichtsplan für Farbenwelten und Formensprache: Kreatives Gestalten in der 3. Klasse?
Leitfragen
- Wie kannst du dafür sorgen, dass deine Tonfigur nicht umfällt?
- Welche Details machen eine Figur lebendig und interessant?
- Wie sieht eine Skulptur von verschiedenen Seiten anders aus?
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Das Modellieren mit Ton ist eine fundamentale Erfahrung im Bereich des plastischen Gestaltens. In der 3. Klasse erweitern die Kinder ihre Kompetenzen, indem sie menschliche oder tierische Figuren in Bewegung darstellen. Dabei spielen Statik und Proportion eine zentrale Rolle, wie es die KMK-Bildungsstandards für den Bereich Raum und Struktur vorsehen. Die Schüler lernen, wie sie die Masse des Tons so verteilen, dass die Figur stabil steht, und wie Gliedmaßen anatomisch sinnvoll angeordnet werden.
Plastisches Arbeiten ist ein zutiefst körperlicher Prozess. Die Kinder müssen die Schwerkraft buchstäblich begreifen. Aktive Lernformen wie das gegenseitige Modellstehen oder das Analysieren von Bewegungsabläufen in der Gruppe helfen dabei, ein räumliches Vorstellungsvermögen zu entwickeln. Wenn Schüler ihre Figuren im Raum platzieren und von allen Seiten betrachten, schulen sie ihre 3D-Wahrnehmung und lernen, dass eine Skulptur aus jedem Blickwinkel funktionieren muss.
Lernziele
- Demonstrieren Sie die Prinzipien der Statik durch den Bau einer stabilen Tonfigur, die nicht umfällt.
- Analysieren Sie die Proportionen menschlicher oder tierischer Körperteile, um eine anatomisch korrekte Darstellung zu schaffen.
- Entwerfen Sie eine Tonfigur, die Bewegung durch die Anordnung von Gliedmaßen und Körperhaltung suggeriert.
- Bewerten Sie die Wirkung verschiedener Blickwinkel auf die Wahrnehmung einer Skulptur.
- Erklären Sie, wie die Verteilung der Tonmasse die Stabilität einer Figur beeinflusst.
Bevor es losgeht
Warum: Die Kinder haben bereits erste Erfahrungen mit formbaren Materialien gesammelt und kennen grundlegende Techniken wie Rollen, Drücken und Formen.
Warum: Ein grundlegendes Verständnis für Formen wie Kugeln, Zylinder und Würfel hilft den Kindern, Körperteile für ihre Figuren zu konstruieren.
Schlüsselvokabular
| Statik | Die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte. Bei Tonfiguren bedeutet dies, wie die Figur stabil steht, ohne umzufallen. |
| Proportion | Das Verhältnis der Größe von Körperteilen zueinander. Eine gute Proportion sorgt dafür, dass die Figur natürlich aussieht. |
| Plastisches Gestalten | Das Formen von dreidimensionalen Objekten aus formbarem Material wie Ton, bei dem das Material Volumen und Raum einnimmt. |
| Masseverteilung | Wie das Gewicht des Materials (Ton) in der Figur angeordnet ist. Eine gleichmäßige oder strategische Verteilung ist wichtig für die Stabilität. |
| Skulptur | Ein dreidimensionales Kunstwerk, das aus einem festen Material geformt oder geschnitzt wird. Unsere Tonfiguren sind kleine Skulpturen. |
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenPlanspiel: Lebende Statuen
Ein Kind nimmt eine dynamische Pose ein (z.B. Laufen oder Werfen). Die anderen Kinder analysieren die Gewichtsverteilung und skizzieren die 'Kraftlinien', bevor sie beginnen, diese Pose in Ton umzusetzen.
Stationenrotation: Ton-Techniken
An Stationen lernen die Kinder verschiedene Verbindungstechniken wie das Aufrauen und die Nutzung von Schlicker. Sie testen an kleinen Probestücken, welche Verbindungen am stabilsten sind.
Museumsgang: Die Skulpturen-Runde
Die fertigen Figuren werden auf Tischen verteilt. Die Schüler gehen langsam um jede Figur herum und notieren auf einem Feedback-Bogen, wie sich die Wirkung der Figur verändert, wenn man den Blickwinkel wechselt.
Bezüge zur Lebenswelt
Animator*innen für Stop-Motion-Filme, wie z.B. bei 'Shaun das Schaf', modellieren Figuren aus Ton oder ähnlichen Materialien und müssen dabei auf Statik und Proportion achten, damit die Figuren im Film glaubwürdig wirken und sich bewegen lassen.
Restaurator*innen im Deutschen Museum arbeiten mit Modellen und historischen Objekten, die oft plastisch gestaltet sind. Sie müssen die ursprüngliche Form und Stabilität verstehen, um beschädigte Teile nachbilden zu können.
Architekt*innen und Design*innen erstellen oft Modelle ihrer Entwürfe aus Ton oder Gips, um räumliche Beziehungen und Proportionen zu prüfen, bevor sie das finale Bauwerk errichten.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDünne Beine halten eine schwere Figur.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schüler modellieren oft zu filigran. Durch Belastungstests an Probestücken erfahren sie, dass Ton ein gewisses Volumen braucht, um das Eigengewicht zu tragen, oder interne Stützen benötigt.
Häufige FehlvorstellungTeile einfach festdrücken reicht aus.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Oft fallen Arme nach dem Trocknen ab. Durch Peer-Demonstrationen der 'Schlicker-Methode' verstehen sie, dass eine dauerhafte Verbindung eine mechanische Verzahnung der Oberflächen erfordert.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler*innen stellen ihre fertigen Tonfiguren auf einen Tisch. Jede*r Schüler*in erhält einen kleinen Zettel und betrachtet die Figur einer*eines Mitschüler*in von allen Seiten. Die Aufgabe lautet: Schreibe einen Satz darüber, was dir an der Figur besonders gut gefällt, und einen Satz dazu, wie die Figur stehen könnte, damit sie noch stabiler wirkt. Die Zettel werden anonym unter den Figuren hinterlassen.
Nachdem die Figuren fertig modelliert und getrocknet sind, versammeln sich die Kinder im Kreis. Die Lehrkraft hält eine Figur hoch und fragt: 'Was habt ihr bei dieser Figur gelernt, damit sie gut stehen kann? Welche Details machen sie lebendig?' Die Schüler*innen werden ermutigt, ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu teilen.
Die Lehrkraft bittet die Schüler*innen, ihre Hände zu benutzen, um eine Bewegung zu demonstrieren, die ihre Tonfigur darstellen soll (z.B. Laufen, Springen, Sitzen). Währenddessen beobachtet die Lehrkraft, ob die Schüler*innen die Bewegung mit ihrem Körper nachvollziehen können und ob sie diese in ihrer Modellierung umgesetzt haben.
Vorgeschlagene Methoden
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